Neue pädagogische Konzepte in alten Räumen 

Kita St. Thomas Morus feiert 50-jähriges Bestehen

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Beim Fest zum 50. Geburtstag ihrer Kita gab es für die Kinder ein buntes Programm. Bei dem durfte neben Basteln und singen natürlich auch das Kinderschminken nicht fehlen.

Obertshausen - „Lasset die Kinder zu mir kommen“, wird Jesus im Neuen Testament zitiert, „denn ihnen gehört das Himmelreich“. Die neue Pfarrei St. Thomas Morus nahm den Rat ernst, weihte noch vor Pfarrbüro und Kirche einen Kindergarten ein. Das war am 28. Oktober 1968. Von Michael Prochnow 

Am Samstag feierte die Gemeinde den 50. Geburtstag der Kita. Ein kleines, quadratisches Foto dokumentiert den ersten Ausflug. Die Kleinen tragen Wintermäntel und haben einen Bollerwagen gepackt. Die ersten Farbbilder vermitteln einen eher tristen Eindruck, zeigen ein karges Außengelände, nur ein paar bunt lackierte Klettergerüste und eine lange Rutsche stehen neben zwei Sandkisten auf dem grünen Rasen. Auf dem Bild daneben ist die erste Leiterin der Einrichtung an der Franz-Liszt-Straße zu erkennen, Hertha Labahn, die später die größte städtische Kita führte.

In 50 Jahren hat sich eine Menge verändert. Die Freiflächen sind nun strukturiert, bieten hölzerne Klettergebäude und -hütten. Um Hügel und glatte Felsbrocken führen gepflasterte Wege, Terrassen aus Stein und Holzplanken säumen das Gebäude, davor dehnen sich Sandflächen wie ein Meeresstrand aus. Bäume, Markisen, Schirme und eine Pergola spenden Schatten. Noch mehr hat sich im Inneren verändert – nicht allein an der Architektur.

Neue pädagogische Konzepte fördern heute Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit der Kleinen sowie gegenseitiges Helfen und Verständnis. Die Kita beherbergt aktuell 118 Mädchen und Jungen in sechs Gruppen. Neben vier Kindergarten- eine Hort- und eine U3-Gruppe, informiert Leiterin Marion Hüfner. Über die Jahrzehnte geblieben und gefestigt ist die „enge Anbindung an die Gemeinde“, betont Pfarrer Norbert Hofmann. Sein Vorgänger Hans Hix hatte den Mut, das Haus zu errichten, wissend, „eine Pfarrei kann nur leben, wenn sie eine Heimat für Kinder bietet“.

Der junge Hofmann taucht auf einigen der historischen Fotos im Nikolausgewand auf. Das packte Uwe Zahn, Leiter der christlichen Liedermacher-Band Laetitia, in ein heiteres Kindergartenlied, das der Nachwuchs aus Leibeskräften seinem Publikum entgegenschmetterte. In der vorangegangenen Andacht in der Pfarrkirche zeigten einige der Schützlinge, was sie an ihrem Treffpunkt schätzen: lachen, spielen, basteln. Der Pfarrer segnete zwei neue Roller, so wie er alle Fahrgeräte der Kita dem Schutz Gottes anempfahl.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

An der Ausstattung des Gebäudes hat sich in der jüngsten Vergangenheit viel verändert. Zuletzt wurden der Eingangstrakt umgestaltet und hölzerne Unterstände für die Buggys installiert. Vor sechs Jahren begrüßte das Team die ersten Knirpse für die neue U3-Gruppe in einem speziell ausgestattetem Raum, 2015 wurden die Bäder saniert. „Die Kita St. Thomas Morus lebt“, brachte es Gabriele Franke-Faulhaber auf den Punkt. „Wir sind stolz auf die Einrichtung und danken allen Erzieherinnen für die wertvolle Arbeit.“

Marion Hüfner, seit 1988 in der Kita tätig, seit sieben Jahren als Leiterin, würdigte ihre Mitarbeiterinnen für die „gute pädagogische Arbeit“. Wichtig sei die Wertschätzung, dass die Kinder Begegnungen mit dem Glauben erfahren und fit für die Schule gemacht werden. Von Spenden und Einnahmen des Tages sollen weitere Sonnensegel gekauft werden, um den Nachwuchs angesichts des Klimas vor der gefährlichen Hitze zu schützen.

Der durfte an diesem Tag mit der Katholischen Jugend Anstecker fertigen, die Sternsinger bastelten derweil Kronen. Eltern grillten und verkauften Getränke, der Förderverein schenkte Bowle und Sekt aus. Die Jugendfeuerwehr bot Wassereis an und erläuterte das Innenleben eines Tanklöschfahrzeugs.

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