Blick über den Tellerrand

Jugendtreffen zwischen Obertshausen und Caravaca de la Cruz

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Die Stadt Obertshausen vertraten beim Jugendtreffen Erster Stadtrat Michael Möser sowie Magistratskollege Luis Galvez, der in Caravaca geboren ist.

Obertshausen / Caravaca de la Cruz - 91 Schüler und ihre Begleiter aus sieben Städten, dazu ein Dutzend Vertreter aus ihren Heimatorten trafen sich jetzt zum European Youth Meeting (EYM), dem Europäischen Jugendtreffen, in der mit Obertshausen befreundeten Stadt Caravaca de la Cruz. Von Michael Prochnow

Sie lernten die Region Murcia im Südosten Spaniens kennen, knüpften neue Kontakte und pflegten liebgewonnene. Ilava liegt heute in der Slowakei und ist mit dem tschechischen Klimkovice jenseits der jungen Grenze verbandelt. Der Kurort bei Ostrava hat sich wiederum mit Mikolow südlich von Kattowitz verbunden, der Partnerstadt von Ste. Genevieve des Bois. Und das ist bekanntlich die französische Schwester von Obertshausen, die auch mit dem portugiesischen Penafiel verpartnert ist, während die Hessen darüber hinaus mit Meiningen und Laakirchen Kontakte pflegen. Alle Kommunen entsenden im Sommer Jugendliche in einen der Orte – diesmal nach Caravaca. Die Polen waren allerdings nicht dabei, Gemona, Partner von Laakirchen, fehlte ebenfalls.

Dennoch ist die Idee, die der damalige österreichische Bürgermeister Klaus Silbermayr ins Leben rief, ein Erfolgsmodell. Zwei Jungs aus Obertshausen sind bereits zum sechsten Mal dabei. An der gemeinsamen Unterkunft in einem leer geräumten Klassensaal der Berufsschule Gines Perez Chirinos kann das nicht liegen, auch nicht an den Mahlzeiten in der Mensa der nahen bilingualen Grundschule Cervantes oder an der übermächtigen Hitze Spaniens.

„Das Meer war am schönsten“, schwärmt die 15-jährige Kerstin. Auch die Kennenlernspiele und der Tanzabend zu spanischen Hits haben dem Teenager aus Obertshausen gefallen. „Man lernt eine Menge Leute kennen.“ Das bestätigt die gleichaltrige Sarah: „Es macht Spaß, auch wenn man nicht jedes Wort versteht“, schildert sie ihre Erfahrung. Dafür könne man sein Englisch aufbessern. Die Mädchen staunen übers Essen, zu Mittag gibt es Chips.

Die Mondfinsternis am Wochenende beobachteten die 92 Jugendlichen, Betreuer und Vertreter der teilnehmenden Kommunen vor der Kulisse der Altstadt Caravacas mit ihrer imposanten Burgkirche.

Beide sind zum zweiten Mal beim EYM, und während es in der Tschechischen Republik im vergangenen Jahr fast einen ganzen Tag geregnet hat, herrscht in Spanien eitel Sonnenschein. Der lädt vor der Abschluss-Gala zum Besuch des städtischen Schwimmbads ein. Auch ihre Begleiter, Beate Hopf und Andy Reif, sind voll des Lobes für die Organisation. „Das Programm ist sehr abwechslungsreich.“ Besonders das Museum zur Geschichte der Musik in Caravacas Stadtteil Barranda hat die Gruppen schwer beeindruckt.

Es ist die Mischung, die begeistert: Die Gäste haben per Film die Traditionen ihrer Gastgeber mit den einwöchigen Fiestas ums Heilige Kreuz und die Weinpferde kennengelernt, sind entlang der Fuentes, der Quellen, spaziert, haben die Großstädte Cartagena und Murcia besucht. Immer bleibt den jungen Leuten genügend Zeit zur eigenen Gestaltung, zum Eisessen, Bummeln oder einfach zum Plaudern. Viel Freizeit sieht auch der Plan für die offiziellen Vertreter der beteiligten Städte vor. Während die Schüler shoppen, staunen die Gesandten der Stadtregierungen in den Produktionshallen der Firma Reina, einer der größten Hersteller von Joghurts und Puddings mit Filialen in Portugal, Marokko und den USA. Das Weinmuseum im nahen Bullas besticht durch seine moderne, eindrucksvolle Darstellung der Geschichte des Weinanbaus in der Region.

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Juan Aznar vom Jugendzentrum, Chef eines siebenköpfigen Teams, hat zur Planung die Teilnehmer aus Caravaca, regelmäßig Besucher des Jugendzentrums, einbezogen. In mehreren Treffen hat sich die Runde auf die Angebote geeinigt, aber auch auf viel Zeit, damit die Mädchen und Jungen auf eigene Faust Freundschaften knüpfen und pflegen können.

Obertshausens Erster Stadtrat Michael Möser hat spontan entschlossen, wieder zu kommen und die Heilige Stadt näher kennen zu lernen, verspricht er am Gala-Abend in den Salones Castillo. Hilde Knorr, seine Kollegin aus dem Magistrat, war schon öfter da, Stadtrat Luis Galvez wurde in Caravaca geboren und hat vor Jahren den Kontakt hergestellt. Seitdem eint ein Freundschaftsvertrag seine alte mit der neuen Heimat. Für das kommende Jahr lädt Laakirchens Vize-Bürgermeisterin Maria Ohler nach Oberösterreich ein. Dort soll ein Wunsch der Teilnehmer erfüllt werden – das Treffen läuft zwei Tage länger.

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