Endgültiges Ja fehlt noch

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Zu klein und renovierungsbedürftig: das evangelische Gemeindezentrum an der Schönbornstraße.

Obertshausen - Dieses Jahr wird das nichts mehr: Erst 2015 kann die evangelische Kirchengemeinde mit der Sanierung und Erweiterung des Gemeindezentrums hinter der Waldkirche beginnen. Grund dafür ist eine noch nicht erteilte Baugenehmigung. Von Lena Marie Jörger 

Der Spätsommer ist vorbei und im evangelischen Gemeindezentrum sieht es aus wie immer. Eigentlich hätte die Gemeinde längst mit der Renovierung des Gebäudes beginnen wollen. „Das war zumindest unsere Hoffnung“, sagt Pfarrer Ralf Richter, „aber es hat nicht geklappt.“ Das liegt unter anderem an einer Baugenehmigung, die das Kreisbauamt in Dietzenbach bislang noch nicht erteilt hat. Ohne die Genehmigung gibt es auch keine Baufreigabe vom Synodalen Bauausschuss in Darmstadt. Eine Planungsfreigabe hatte er der Obertshausener Gemeinde schon erteilt. „Die Baufreigabe ist der nächste Schritt“, erläutert Peter Braun, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde.

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Baustart ohne Genehmigung

Das Problem: Der Synodale Bauausschuss, dem die Gemeinde die Baugenehmigung vorlegen muss, tagt nur alle zwei Monate – das nächste Mal schon morgen. „Das wird also wahrscheinlich nichts mehr“, prophezeit Braun. „Eigentlich wollen die Ausschussmitglieder die Unterlagen auch schon 14 Tage vorher.“ Also bleibt der Gemeinde nichts übrig, als bis zur nächsten Sitzung im Januar zu warten. „Bis dahin sollte die Baugenehmigung vom Kreis da sein“, hofft Braun und ergänzt lachend: „Wir sind immer guter Hoffnung!“

Ein anderer Grund für die Verzögerung waren die hohen Brandschutzauflagen für die Erweiterung des Foyers. „Die ergeben sich daraus, dass das Bauamt das als Sonderbau, als Versammlungsstätte, eingestuft hat“, erläutert Braun. So mussten unter anderem zusätzliche Fluchtwege eingeplant werden. Die Kosten für das Projekt seien dadurch etwas gestiegen. Genaue Zahlen könne Braun derzeit aber nicht nennen. „Noch ist nicht endgültig klar, ob wir auch genau diese Summe ausgeben. Das hängt von der Baugenehmigung ab.“ Ursprünglich rechnete die Gemeinde mit Gesamtkosten in Höhe von etwa 850.000 Euro, darunter etwa 350.000 Euro für den Anbau des Foyers.

65 Prozent der Kosten für die Sanierung des Gemeindezentrums übernimmt die Kirchenverwaltung in Darmstadt. Die restlichen 35 Prozent zahlt die Gemeinde, die Stadt schießt etwa 70.000 Euro verteilt auf zwei Jahre zu. Die Erweiterung des Foyers finanziert die Gemeinde zum einen aus Rücklagen, zum anderen durch Spenden. Insgesamt etwa 220.000 Euro braucht sie, etwa die Hälfte sei schon eingegangen, freut sich Braun. „Für die andere Hälfte haben wir schon Spendenzusagen.“ Die Finanzierung steht also.

Seit etwa 20 Jahren hegt die Gemeinde den Wunsch, mehr Platz zu schaffen. Dass es so lange dauerte, hing auch mit einem synodalen Beschluss zusammen, der Gemeinden verbiete, anzubauen. „Unter anderem, weil die Zahl der Kirchenmitglieder zurückgeht“, weiß Braun. Nur: In Obertshausen sei das nicht der Fall. „Im Vergleich zu anderen Gemeinden haben wir viele Gottesdienstbesucher und jede Menge Veranstaltungen und Angebote pro Woche. Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Braun. Schließlich gab’s für Obertshausen eine Ausnahmeregelung. Über die Nutzung des neuen Foyers scheint sich Braun schon einige Gedanken gemacht zu haben. Filmvorführungen, Kaffeenachmittage, Konzerte – alles denkbar, sagt er.

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