Feintäschner-Handwerk im Museum

„Wir zeigen alle Arbeitsgänge“

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Herbert Döbert, Karl Aulbach und Günter Hopf (von links) von der Arbeitsgemeinschaft Leder des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen lassen sich am Sonntag im Werkstatt-Museum „Karl-Mayer-Haus“ über die Schulter schauen und zeigen vom Anfang bis zur Fertigstellung wie eine Handtasche aus Leder entsteht.

Obertshausen - Wer wissen möchte, wie aus diversen Einzelteilen aus Leder, Stoff, Metall und anderen Materialien eine modische Damenhandtasche entsteht, sollte am Sonntag, 25. August, das Werkstatt-Museum „Karl-Mayer-Haus“ besuchen. Von Karl-Heinz Otterbein

Dort nämlich erarbeiten Günter Hopf, Herbert Döbert und Karl Aulbach von der Arbeitsgruppe Leder des Heimat- und Geschichtsvereins Obertshausen ein aktuelles Modell der Modekollektion Picard von Anfang bis zur Fertigstellung. Die pensionierten Portefeuiller-Meister Hopf und Döbert und der ebenfalls pensionierte Geselle Aulbach, ein Spezialist für Kleinlederwaren, sind von 14 bis 17 Uhr im Erdgeschoss des Museums an der Karl-Mayer-Straße zugange.

„Wir zeigen und erklären alle Arbeitsgänge“, erläuterte Günter Hof, der Vorsitzende der AG Leder, gestern bei einem Ortstermin. „Das Handwerk der Feintäschnerei wird so anschaulich gemacht. Gleichzeitig besteht auch die Gelegenheit, die noch bis zum 8. September laufende Sonderausstellung „Lederwaren im Wandel der Zeit ab 1920 und 85 Jahre Picard zu besuchen“. Hopf zufolge stellt die Hausener Lederwaren-Firma Picard die entsprechenden Zuschnitte für die Vorführung zur Verfügung.

Traditionsreiches Handwerk

„Die Arbeitsgruppe Leder arbeitet schon lange mit der Firma Picard zusammen“, berichtete Hopf. „So haben wir in den vergangenen Jahren schon in vielen Städten wie Berlin, Wiesbaden, Bonn, Heidelberg und Mannheim Vorführungen im Auftrag des Unternehmens gemacht. Meist in Kaufhäusern wie Karstadt und Kaufhof, die Boutiquen haben, in denen Erzeugnisse von Picard verkauft werden. Wir waren aber auch schon in Picards eigenem Geschäft in Berlin zugange“

Die Arbeitsgruppe freue sich, nach längerer Pause wieder einmal in ihrer Heimatstadt eine Vorführung zu machen und eine lange Tradition wieder aufleben zu lassen, sagte Herbert Döbert. Möglicherweise werde am Sonntag neben der Anfertigung der Handtasche auch gezeigt, wie Kleinlederwaren hergestellt werden. Das stehe aber noch nicht endgültig fest. Die Vorführung am kommenden Sonntag soll indes keine Eintagsfliege bleiben.

„Wir wollen insbesondere Kindern und Jugendlichen das traditionsreiche Handwerk der Feintäschnerei nahe bringen“, erläuterte Günter Hopf. „Daher bieten wir etwa Schulklassen und Kindergartengruppen Führungen durchs Werkstatt-Museum und auf Wunsch auch Vorführungen durch Mitglieder unserer Arbeitsgruppe an. Aber auch interessierte Erwachsene sind eingeladen, sich über unser Handwerk zu informieren.“

Führungen für Schulklassen und Kindergartengruppen organisiert Thomas Zeiger vom Heimat- und Geschichtsverein, der unter s  06104/41359 zu erreichen ist. Durch die aktuelle Sonderausstellung „Lederwaren im Wandel der Zeit“ führt Günter Hopf nach Vereinbarung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten des Werkstatt-Museums. Der Vorsitzende der AG Leder ist unter 06104/73566 zu erreichen.

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