Ferien-Camp der Kinder- und Jugendförderung

Kühles Versteck im Grünen

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Mit der Bastelschere schneiden die Kinder Wände und Einrichtung für ihre Hütten im Waldstück am Sportzentrum zurecht. Auch das Dach für ihr Versteck im Grünen entsteht aus Zweigen und Farn.

Obertshausen - Ausflüge, Spiele und ganz viel Natur – im Ferien-Camp der Kinder- und Jugendförderung  gibt es für die Teilnehmer viel zu erleben. In dieser Woche bauten die Kinder Hütten im Wald. Von Michael Prochnow 

Von Vivian und Angelina schauen nur die Köpfe aus dem Dickicht. Mit ihren Freunden haben sich die Mädchen ein „Haus im Grünen“ gebaut, oder eher ein Versteck hinter dichten Zweigen. Allein die vorbeizischenden S-Bahn-Züge stören die Idylle. Das Farnkraut in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Gleisen, von denen das Gelände des Sportzentrums nur ein hoher Zaun trennt, hat die Fantasie der Kinder im Ferien-Camp der städtischen Kinder- und Jugendförderung angeregt.

„Diesmal fahren die Teilnehmer ganz auf Natur ab“, resümiert Leiter Kai Hennig. Den Soziapädagogen faszinieren die Leidenschaft und Ausdauer, mit der die Schüler ihr Versteck ausgestattet haben. Angelina glättet gar mit einer kleinen Papierschere die „Wände“ und schnippelt ein „Regal“, erklärt die Elfjährige. Einmal ducken und keiner entdeckt die „Bewohner“ in dem kleinen Waldstück südlich des Haupt-Sportplatzes. Jetzt soll noch ein Dach her – ebenfalls aus Farnzweigen, kündigt Architektin Vivian an.

Auch die Betreuer der Jugendförderung haben am Sportzentrum ihr Zelt aufgeschlagen – eine dunkle, kreisrunde Jurte, die sie sich von den Pfadfindern ausgeliehen haben. Und einen Bauwagen, aus dem heraus gerade Wassereis gereicht wird. Genau die richtige Maßnahme gegen die erbarmungslose Hitze und Schwüle. Da dürfen sich auch die Leiter mal eine Auszeit gönnen.

In den vergangenen Tagen haben sie mit den jungen Obertshausenern gebatikt, Freundschaftsbänder geflochten und einige der mitgebrachten Brettspiele gestartet. Auch Stelzen, Bälle und Fußball-Billard waren gefragt. Sogar einen Camp-Song haben sie getextet: „Wir treffen jeden Tag neue Leute und wir liegen auf dem Liegestuhl, chillen in der Hängematte, das ist cool!“ Und im Refrain schwärmen sie dann, „uns fällt jeden Tag was Neues ein, wir haben immer was zu lachen“. Das war zumindest bis zur Wochenmitte so, als die große Hitze hereinbrach. Dann konnte die Gruppe nur noch eine Wasserschlacht erfreuen, die ihre Leiter angezettelt haben, Oliver Spahn, die Studentinnen Christiane Kalla und Silvia Hoque sowie Caro Müller, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendförderung macht.

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Eigentlich wollten sie ja ein „richtiges Zeltlager“ mit Übernachtung anbieten, berichtet Kai Hennig. Dafür hätte das Team allerdings mehr Kräfte und Aufwand einsetzen müssen. Doch auch ohne Nacht-Programm hat sich die Idee mit dem Camp bewährt. Rund 30 Fünftklässler und ältere Kinder waren in der ersten Woche angemeldet, in dieser sind es nur 22. Der Theater-Workshop kam mit nur zwei Interessierten nicht zustande, informiert Silvia, das hat wohl auch etwas mit der extremen Wetterlage zu tun, so die Vermutung.

Stattdessen schaukeln einige Mädchen in den Hängematten, die zwischen den Bäumen über den Graben gespannt sind. Die Jungs bevorzugen Rennen mit den Riesen-Dreirädern, angeregt durch das Seifenkisten-Rennen in der Vorwoche. Zusammen mit den Jüngeren aus den drei Schul-Betreuungen unternahmen sie Ausflüge ins Besucher-Bergwerk Grube Fortuna in Solm und zur Saalburg. Auch ein Fußballturnier lief bereits.

Die zehnjährige Elena fand es „cool“, dass sie mit einem Zug durch den Stollen gefahren sind. Die Entspannungsübungen mit der „Traumreise“ haben ihr ebenso gefallen. Lisa (11) fand die Strings toll, da haben sie bunte Wolle oder Strickgarn um Nägel gelegt und so kunstvolle Figuren geformt. Und Max erzählt begeistert vom „Festungsbau“ und den Kämpfen, die sie unter den Bäumen ausgetragen haben.

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