Festlich-fröhliche Note im Advent

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Auch das Blasorchester der TGS Hausen spielte am Sonntag in der evangelischen Waldkirche auf.

Obertshausen - Das gibt es allein in der „liebenswerten Kleinstadt mir Herz“: Einen vorweihnachtlichen Markt mit einem festlichen Konzertprogramm in der lauschigen Atmosphäre einer kleinen Kirche, und das zwei Tage lang. Von Michael Prochnow

Dabei trat nicht irgendjemand vor dem Altar auf - renommierte Chöre und erfahrene Musiker aus mehreren Vereinen sowie von der Musikschule luden bei freiem Eintritt zum Zuhören, Entspannen und Einstimmen aufs Fest ein.

Peter Krausch trat mit dem Kinderchor der Waldschule (im Bild) und mit dem Jugendchor 2000 auf.

Die Gruppen bereicherten den geselligen Treffpunkt im Freien um anspruchsvolle sowie eigene musikalische Literatur. Oft war das Gotteshaus bis in die letzte Reihe besetzt, regelmäßig verließen Besucher mit einem Lächeln auf den Lippen den Raum. Mancher kam zunächst nur aus Neugier in die Kirche oder um sich aufzuwärmen. Nicht allein Senioren nutzten die Gelegenheit, um sich auf den Bänken auszuruhen, was bei den früheren Weihnachtsmärkten vor der Bühne unter freiem Himmel nicht möglich war.

Luis Galvez, Vorsitzender des Vereinsrings, der die Veranstaltung seit einigen Jahren trägt, erinnerte an die bewegte Historie der traditionellen Geselligkeit. Ihre Wiege steht in den 80er Jahren, als der Bummel unter der Regie des „Kreises Freundlicher Fachgeschäfte“ an der Volksbank Obertshausen stattfand.

Buden abwechselnd in den jeweiligen Herzen der beiden Stadtteile

Die Stadt baute die Buden abwechselnd in den jeweiligen Herzen der beiden Stadtteile auf. Die Standorte auf dem Parkplatz des Bürgerhauses oder auf dem Meininger Platz stießen bei der Bevölkerung auf wenig Resonanz. Der Umzug in die „wahre Mitte“ der Stadt und die Reduzierung auf einen, dafür zweitägigen Markt sei nicht allein einem Sparzwang geschuldet, betonte Galvez.

Kinderstimmen, adventliche Chorsätze und selbst geschriebene Texte, die in der hektischsten Zeit zum Nachdenken anregten, berührten am Wochenende Gäste aller Generationen. Durch das Angebot auf dem Kirchplatz kamen nicht allein Eltern und Angehörige der Aktiven zu den Vorträgen. Auch Bürger, die nicht zum Stammpublikum örtlicher Konzertveranstaltungen zählen, lernten so die kulturelle Vielfalt und das hohe musikalische Niveau der Gruppierungen schätzen.

Weihnachtsmarkt in Obertshausen

Weihnachtsmarkt mit neuem Gesicht

Auch wertvolle Kontakte bahnten sich an: Wäre es vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen, dass ein Katholischer Kirchenchor in der evangelischen Gemeinde auftritt, existierte jetzt keine Hemmschwelle mehr. Sänger aus den Reihen der Gastgeber hatten den Reigen eröffnet, die Trommelgruppe der Musikschule brachte dann südamerikanische Rhythmen ins Haus. Es folgten der Chor’84 der Sängerlust Hausen und das TGS-Jugendorchester mit altbekannten und modernen Melodien zum Fest.

Bereits am Sonntagmittag schmetterte der Kinderchor der Musikschule vergnügte Weisen ins Kirchenschiff, der Jugendchor ergänzte sein Repertoire mit neuen Noten sowie passenden Gesten. Auch der Männerchor der Sängervereinigung, die 30 Jahre junge Liedermacher-Band Laetitia und das TGS-Blasorchester unterhielten auf hohem Niveau. Bläser, Streicher sowie der Waldschul-Chor und Solisten gestalteten den prächtigen Abschluss des Marktes.

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