Sozialdemokraten wollen Naturgebiete schützen

Finger weg vom letzten Grün

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Das Gebiet am Kreuzloch ist eines der wenigen noch verbliebenen Biotope auf Obertshausener Gemarkung. Die wollen die Sozialdemokraten als Flächen für Natur und Landschaft ausweisen, um sie auch dauerhaft vor einer möglichen Bebauung zu schützen.

Obertshausen - Der Bau von Wohnraum und der Schutz von Grünflächen sind in der Regel nur schwer zu vereinen. Obertshausens SPD will jedoch den Spagat schaffen. Von Thomas Holzamer 

Die Mieten steigen stetig und gerade in Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet wird die Suche nach den eigenen vier Wänden zu einem realistischen Preis zum verzweifelten Unterfangen. „Bauen, bauen, bauen“ lautet eine Forderung, die angesichts des akuten Wohnraumbedarfs allerorten zum Credo wird. Doch wird das Problem dadurch wirklich gelöst, fragen sich nun Obertshausens SPD. Denn den Sozialdemokraten ist es nach eigenem Bekunden wichtig, dass beides in verträglichem Maße realisiert werde. So dürften sich die innerstädtische Verdichtung und Schaffung von Wohnraum zu sozial verträglichen Preisen und der gleichzeitige Schutz der letzten Naturressourcen im Stadtgebiet nicht ausschließen, teilt der Ortsverband mit.

Aus diesem Grund sei auch die von verschiedenen Stimmen immer wieder geforderte Freigabe der letzten Naturgebiete Obertshausens, wie das Areal am Kreuzloch oder das Seewiesenwäldchen für eine Wohnbebauung mit der SPD nicht zu machen. „Vor allem jene, die dort Grundstücke besitzen, die sie vor langer Zeit einmal günstig erworben haben, spekulieren auf eine satte Rendite“, ist sich SPD-Vorstandsmitglied Dr. Manuela Baumgart sicher. „Die SPD Obertshausen will dies in keiner Weise unterstützen, sondern setzt sich für den Schutz dieser bedrohten Naturressourcen ein“, erklärt sie. So seien die Flächen wichtige Kalt- und Frischluftgebiete, ohne die es in Obertshausen im Sommer heißer und stickiger wäre, so die Begründung. Zum anderen dienten sie der Naherholung für Jung und Alt und seien als Reste des „Hengsters“, des ersten und ehemals bedeutenden Naturschutzgebietes Deutschlands, besonders schützenswert für nachfolgende Generationen, weiß Baumgart, die langjähriges aktives Mitglied im Heimat- und Geschichtsvereins ist.

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Zudem sei, nach Ansicht der SPD, zu befürchten, dass eine Bebauung dort, nur dem Renditeaspekt diene, denn die vielfach erwähnten Banker aus dem nahen Frankfurt könnten bekanntlich Mieten in jeglicher Höhe zahlen, gibt Baumgart zu bedenken. „Allerdings ging gerade durch die Presse, dass im Zuge des Brexits deutlich weniger Banker nach Frankfurt kommen werden als bislang angenommen“, sagt sie. „Und damit es unserer Stadt nicht so ergeht wie Nachbarkommunen, wo über 600 Wohnungen leerstehen, wird sich die SPD Obertshausen dafür einsetzen, dass bei uns Politik mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand gemacht wird“, versichert sie.

Daher sei es das Anliegen des SPD-Ortsvereins, im Zuge der anstehenden Neufassung des Regionalen Flächennutzungsplans dass die als geplante Wohnbauflächen vorgesehenen Bereiche „Kreuzloch“ und „Seewiesenwäldchen“ als Flächen für Natur und Landschaft ausgewiesen werden, sodass dort eine Wohnbebauung nicht mehr möglich sei, fasst Martin Stark, stellvertretender Vorsitzender der Obertshausener Sozialdemokraten, zusammen. Ebenso sei es aus Sicht der Sozialdemokraten sinnvoll, bei der Regionalversammlung Südhessen darauf hinzuwirken, dass der erst im Sommer 2016 sanierte Beethovenpark nicht wie bislang als geplante Wohnbaufläche, sondern als Grünfläche ausgewiesen werde.

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