Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen

„Immenser Vorbildcharakter“

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Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner (2. von rechts) überreichte während der Feierstunde die entsprechende Urkunde an den Geschäftsführer der Bernhard Rudolph Garten- und Landschaftsbau GmbH, Bernhard Rudolph, (rechts), dessen Tochter Nina und Mitabeiter Jan Körner.

Obertshausen - Eine besondere Auszeichnung ist der Firma Bernhard Rudolph Garten- und Landschaftsbau GmbH zuteil geworden. Von Karl-Heinz Otterbein

Das im Stadtteil Hausen ansässige Unternehmen erhielt zusammen mit den Firmen K + S Kali GmbH, Werk Werra in Philippsthal und B. Braun Melsungen AG in Melsungen den diesjährigen „Hessischen Landespreis für die beispielhafte Beschäftigung und Integration schwerbehinderter Menschen“. Sozialminister Stefan Grüttner überreichte den mit jeweils 3000 Euro dotierten Preis gestern während einer kleinen Feierstunde in der Handwerkskammer in Wiesbaden an Vertreter der drei Unternehmen. Für den Obertshausener Betrieb nahmen Geschäftsführer Bernhard Rudolph, dessen Tochter Nina und Mitarbeiter Jan Körner die Urkunde entgegen.

In seiner Laudatio würdigte Minister Grüttner „die soziale Kompetenz und Innovation“ der hessischen Unternehmen und dankte diesen für ihr Engagement. Grüttner zufolge tragen alle Bewerber in in verschiedener Art und Weise dazu bei, den Arbeitsmarkt für behinderte Menschen zu öffnen und ihnen ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben zu ermöglichen, wie es auch die UN-Behindertenrechtskonvention fordere und sich das Land Hessen mit seinem Aktionsplan zu einer der großen Aufgaben in der Sozialpolitik gemacht habe.

Firma Rudolph ausgezeichnet

Die Firma Rudolph sei ausgezeichnet worden, weil der Dienstleister in Sachen Planung, Ausführung und Pflege von Privatgärten, gewerblichen und öffentlichen Außenanlagen sowie Gewässerpflege und Wasserbau bei einem Mitarbeiterstamm von 40 Personen einen doppeltbeinamputierten und einen gehörlosen Mitarbeiter beschäftige.

Die schweren Arbeiten im Außenbereich gestalteten den Einsatz von Schwerbehinderten schwierig, dennoch gelinge es dem Betrieb, auch durch Einsatz eigener Mittel und Umgestaltung der Arbeitsumgebung, die beiden schwerbehinderten Mitarbeiter in die Arbeitsabläufe zu integrieren. Insbesondere vor dem Hintergrund der geringen Betriebsgröße hätten die Eingliederungsbemühungen der Bernhard Rudolph Garten- und Landschaftsbau GmbH immensen Vorbildcharakter. „Besonders beeindruckend bei den Preisträgern ist der Ansatz, wie Menschen mit Behinderungen in Erwerbsarbeit gebracht oder gehalten werden“, so Grüttner. „Das reicht von übergewöhnlich hohem Engagement auch im privaten Umfeld der Betroffenen bis hin zum Resourcing von sogenannten Nischenarbeitsplätzen oder speziellen Ausbildungsprogrammen“.

Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer alleine gelassen

Der Minister betonte, dass weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer alleine gelassen würden. Vielmehr stelle das Land Hessen nicht nur finanzielle Mittel für die Integration und Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben bereit, sondern trage auch mit seinen zahlreichen Projekten, wie zum Beispiel der Initiative Inklusion, zu diesem Prozess gerne bei.

Zudem teilte Grüttner mit, dass ein neues Programm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen Schwerbehinderter aktuell zusammen mit dem Landeswohlfahrtsverband konzipiert wird.

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