997 Fitte beim Hausener Volkslauf

So groß wie die Startnummer

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Rennen würden sie wohl sowieso, die energiegeladenen Bambini. Aber nicht so gezielt.

Obertshausen - Drei Läufer fehlen, um die Tausendermarke zu knacken. So sind also 997 Sportler beim 42. Hausener Volkslauf am Start. Von Lisa Schmedemann

Der 82-jährige Hans Wilhelm Müller hält sich mit Sport fit, während der jüngste Teilnehmer Flynn mit zwei Jahren noch ganz am Anfang seiner Karriere steht. Seine Startnummer 962 ist fast so groß wie er selbst.
Der große Bruder Charlie ist schon bei der TGS Hausen aktiv und läuft mit der 963 dem Nesthäkchen davon. Mutter Yvonne Butt sagt: „Der Volkslauf ist einfach schön, Charlie läuft zum dritten Mal mit.“ Flynn beobachtet das rege Treiben auf dem Sportplatz noch etwas skeptisch, folgt seinem Vater Jonathan aber bereitwillig an der Hand zum Bambinilauf.

Bei der hohen Teilnehmerzahl hat das Orga-Team alle Hände voll zu tun. Laufshirts verraten, dass die Teilnehmer nicht nur aus dem Kreis Offenbach anreisen. „In den letzten Jahren hat der Waldlauf an Prestige gewonnen“, findet ein Dietzenbacher Läufer.

Die Abteilungen der TSG haben die Aufgaben untereinander aufgeteilt. Werner Bogdahn ist mit den Radsportlern für Streckensicherung und Verpflegung zuständig. „Wir haben verschieden lange Strecken und die Routen überschneiden sich“, erklärt er, „ich fahre mit dem Fahrrad voraus und halte die Bahn frei.“ Zur Stärkung gibt’s Wasser, Schwämme, Bananen. Zu den üblichen vier Ständen ist wegen der Hitze einer hinzugekommen.

Nach dem Lauf können sich die Sportler mit einer „Stadtwurst“ stärken. Der Vorsitzende Wolfgang Weiser sagt: „Wir haben etwa 100 ehrenamtliche Helfer und sind ebenso froh um unsere Sponsoren.“ Der Volkslauf bedürfe viel Vorbereitung. Doch einmal im Jahr macht man das gerne. Die Kuchentheke lebt ebenso von den Spenden aus der Mitgliedschaft. Die 35 Kuchen sind bereits um halb zwölf komplett weg – der Volkslauf ist längst ein Publikumsmagnet geworden.

Auf den Tischen unter der Pergola des Vereinshauses liegen Flyer für andere Läufe in der Region. Seit über zehn Jahren ist der Volkswaldlauf Bestandteil des Frankfurter Main-Lauf-Cups. Dieser bietet über das Jahr verteilt zehn Vergleiche, von denen man fünf absolvieren muss, um in die Gesamtwertung aufgenommen zu werden.

Franziska Baist aus Bad Homburg, Siegerin des Zehn-Kilometer-Laufs, hat sich gezielt Obertshausen als ihren dritten Wettkampf ausgesucht. „Der Wald ist ein riesiger Vorteil bei dem Wetter, da macht das Laufen Spaß“, findet sie. Michael Lang aus dem bayerischen Amberg ist fast 300 Kilometer mit dem Auto gefahren, um die Halbmarathonstrecke von 21,1 Kilometern in Hausen zu laufen. „Ich wollte nach einer längeren Pause wieder trainieren und habe nach Läufen geschaut“, erzählt er. Wegen der schönen Landschaft habe er sich schließlich für die hessische Variante entschieden. Zur Unterstützung ist Ehefrau Stefanie mit dabei. „Immerhin sind wir schon gestern angereist“, sagt sie. Dass ihr Mann nach einer Stunde und zwölf Minuten auf dem Treppchen ganz oben stehen würde, hat auch sie nicht erwartet.

Archivbilder

Bilder vom Volkslauf in Hausen

Die Moderation des Sportspektakels sowie die Siegerehrungen übernimmt der Vorsitzende Steffen Bogdahn. Er bittet die Sieger der Klassen auf das Podest und überreicht die Urkunden, die direkt vor Ort von der Firma RTS („Run Sports Timing“) nach elektronischer Zeitmessung erstellt werden. Die Mutter Waltraud Bogdahn erinnert sich: „Früher mussten wir das alles noch mit Stoppuhr und Schreibmaschine erstellen.“

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