Flüchtlinge in Obertshausen

Paten erleichtern erste Schritte

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Obertshausen - Wenn am kommenden Dienstag die ersten acht von etwa 90 Flüchtlingen eintreffen, die die Stadt in diesem Jahr unterzubringen hat, werden sie von Angehörigen der Pfarrei St. Josef/St. Pius und der evangelischen Kirchengemeinde Obertshausen erwartet. Von Karl-Heinz Otterbein 

Die wollen den Flüchtlingen die ersten Schritte in ihrer neuen Umgebung erleichtern und sie im Alltag begleiten wollen. Diese Begleitpatenschaften sind Teil der Unterstützung, die die Mitglieder des Netzwerks „Flüchtlingshilfe“ zugesagt haben, das nach einem von der Stadtverwaltung initiierten ersten Treffen seine Arbeit aufgenommen hat. „Das Treffen war sehr gut besucht“, erklärte Erster Stadtrat Hubert Gerhards gestern bei einem Pressesgespräch. „Vertreter aus insgesamt 15 Vereinen. Organisationen und Kirchengemeinden nahmen daran teil und signalisierten großes Interesse, bei dem Netzwerk mitzumachen.“

Zugesagt worden seien neben den Begleitpatenschaften auch gebrauchte Möbel und Kleider sowie Sprachkurse. In dem Netzwerk sollten zum einen Kontakte unter den Vereinen geknüpft und zum anderen Sozialkontakte für die Asylbewerber hergestellt werden. „Gemeinsames Kochen, Nähen oder Fußballspielen führt zu einer besseren Integration als alle behördlichen Integrationskurse“, sagte Bürgermeister Bernd Roth. „Da die Flüchtlinge, die jetzt untergebracht werden, nicht nur vorübergehend in Obertshausen bleiben sondern vermutlich einen längerfristigen Aufenthalt beabsichtigen, sind eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen und eine gute Integration wichtig.“

Bei den am Dienstag kommenden Asylbewerbern handelt es sich nach Angaben von Daniel Kettler vom Fachbereich Soziales, der die Arbeit des Netzwerks koordiniert, um vier Familien aus Eritrea, die derzeit in einer Gruppenunterkunft in Heusenstamm leben. In Obertshausen werden die drei allein erziehenden Frauen mit Kindern im Alter zwischen neun Monaten und acht Jahren und ein kinderloses Ehepaar in zwei städtischen Wohnungen untergebracht.

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„Die nächsten Asylbewerber mit ungeklärtem Status werden im Mai in Obertshausen erwartet“, erläuterte Bürgermeister Roth. „Für deren Unterbringung sind wir auch auf private Wohnungen angewiesen.“ Wer eine Wohnung zu vermieten hat, für die Flüchtlinge etwas spenden oder sonstige Hilfeleistungen anbieten oder sich näher informieren möchte, kann per E-Mail an die eigens eingerichtete Adresse fluechtlingshilfe@obertshausen.de Kontakt zu den entsprechenden Mitarbeitern der Stadtverwaltung aufnehmen. Telefonische Auskunft gibt es bei Christa Kress unter 06104/7036200.

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