Stadtverordnete beschäftigen sich mit diversen Verkehrsthemen

Fluglärm, Hopper und Radwege

Ausnahme: Zur Vereidigung des neu gewählten Magistrats durfte sogar kurz die Maske abgenommen werden.
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Ausnahme: Zur Vereidigung des neu gewählten Magistrats durfte sogar kurz die Maske abgenommen werden.

Obertshausen – Bürgermeister Manuel Friedrich hat in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch im Hinblick auf die scheidenden ehrenamtlichen Stadträte verkündet: „Aber auch hier waren Sie ein wichtiger Faktor und haben beispielsweise dafür gesorgt, dass wir in dieser Zeit handlungsfähig bleiben.“ Nach einer quarantänebedingten Verschiebung (wir berichteten) der Sitzung konnte nun der neue Magistrat vereidigt werden.

Abgesehen davon beschäftigten sich die Stadtverordneten primär mit Verkehrsthemen.

. Fluglärm : Seit 1. März befindet sich das Anflugverfahren „Segmented Approach“ im Probebetrieb. Dieses soll den Fluglärm bei Betriebsrichtung West in Offenbach und Hanau verringern, sorgt jedoch für eine Steigerung der Lärmbelastung in einigen Städten südlich der Standard-Anflugrouten. Daher haben sich insgesamt 14 Kommunen aus den Kreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg zusammengetan, um gegen die endgültige Einführung dieses Verfahrens vorzugehen. Daher brachte auch der Magistrat eine entsprechende Vorlage ein. Es solle alles Mögliche getan werden, um „Segmented Approach“ zu verhindern. Dazu zählen auch das Aufstellen von Lärmmessstationen und das Überprüfen möglicher juristischer Schritte.

Die Parlamentarier votierten einstimmig für den Antrag, forderten jedoch, dass man weitergehen müsse. „Wir brauchen eine wirkliche Reduzierung des Fluglärms“, forderte Tobias Koch, Fraktionsvorsitzender der Grünen, da bei der Lärmumverteilung sich „jede Kommune selbst die nächste sei“. Peter Wichtel (CDU) etwa nahm die Fluggesellschaften in die Pflicht und forderte, dass die Maschinen leiser werden müssten.

. Hopper : Bereits im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss wurde über den Hopper, also den On-Demand-Shuttle der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach, informiert und beraten (wir berichteten). Zwar sprachen sich auch da die Parlamentarier einstimmig für den Hopper aus, doch es gab auch kritische Anmerkungen.

So stellte Walter Fontaine, Fraktionschef der SPD, klar, dass es sich bei dem Beschluss nicht um die direkte Einführung handele, sondern lediglich um Absichtsbekundungen. Vor allem die langfristige Finanzierung des Hoppers sei ein Thema, „über das wir uns noch sehr oft unterhalten werden“, sagte Fontaine.

. Pop-Up-Radweg : Wegen der Sperrung des Omega-Tunnels setzten die Grünen kurzfristig einen Antrag zur Einrichtung eines temporären Radweges in der Bahnhofsstraße während der Sperrung auf die Tagesordnung. Dabei stießen die Grünen jedoch auf starken Gegenwind.

Sascha Roth (CDU) kritisierte, dass die Bahnhofsstraße für Radfahrer nicht der richtige Ort sei und es zudem genug Alternativen gebe. Elke Kunde, Fraktionsvorsitzende der FDP, stimmte dem zu und verwies darauf, dass die Bahnhofsstraße nicht die verkehrlichen Voraussetzungen mit sich bringe. „Abseits der Bahnhofsstraße ist man viel flüssiger und sicherer unterwegs“, argumentierte Kunde.

Rudolf Schulz (Bürger für Obertshausen) meinte, dass man im Parlament gegenüber dem Radverkehr aufgeschlossen sei, aber es die Straßenbreite nicht hergebe. Stattdessen müsse man nach der Sommerpause über eine Lösung nachdenken, „die größer ist“, sagte Schulz, bevor der Antrag mehrheitlich abgelehnt wurde.

Von Jan Max Gepperth

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