Stadtverordnete entscheiden über die Teilnahme an „Zukunft Innenstadt“

Fördergeld für viele Projekte

Mit Fördermitteln des Programms „Zukunft Innenstadt“ will Obertshausen den Einzelhandel stärken.
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Mit Fördermitteln des Programms „Zukunft Innenstadt“ will Obertshausen den Einzelhandel stärken.

Das Fördergeld ist zugesagt, nun braucht’s noch eine Bestätigung der Stadtverordnetenversammlung. Die steht bei der Sitzung morgen auf der Agenda. Dann wird entschieden, ob Obertshausen die zugesagten bis zu 110 000 Euro durch das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ abruft. Stadt und Stadtmarketing-Verein hatten sich mit einem Ideen- und Maßnahmen-Paket beworben, um Einzelhandel, Betriebe und Stadtgesellschaft zu stärken. Und als eine von 110 Kommunen in Hessen hat Obertshausen dann eine Zusage vom Wirtschaftsministerium bekommen.

Obertshausen – Man habe sich bei der Bewerbung auf vier Kernpunkte konzentriert, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich. Dazu zählen Maßnahmen zur Belebung des stationären Einzelhandels, Vorhaben zur Digitalisierung, Strategieentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit sowie Machbarkeitsstudien. Die zeitlich begrenzten Fördermittel – das Geld muss bis Ende 2023 verwendet werden, ansonsten entfällt die Unterstützung – sollen zum einen für bereits geplante Maßnahmen zur Innenstadt- beziehungsweise Ortskern- und Wirtschaftsförderung verwendet werden und zum anderen in Projekte fließen, die bislang wegen fehlender eigener Finanzmittel zurückgestellt werden mussten. Der Rathauschef betont aber, dass die eingereichten Ideen lediglich als Impuls dienen und Bürger, Geschäftsleute, Fachverbände und Politiker in die Projektausarbeitung mit eingebunden werden sollen, etwa bei Infoveranstaltungen.

„Obertshausen hat viele kleine Zentren, aber keine klassische Innenstadt“, sagt Bürgermeister Friedrich. Daher sollen sich die Maßnahmen zur Belebung des Einzelhandels etwa auf Aktionen wie das Heimat-Shoppen, die Einführung eines nachhaltigen Lieferdienstes oder die bereits geplante O-Card konzentrieren, mit der Kunden lokal Bonuspunkte sammeln und bei teilnehmenden Händlern in Form von Rabatten einlösen können. „Die O-Card ist gesetzt“, betont Friedrich im Hinblick auf das Fördergeld. Aktuell sei man mit dem Stadtmarketing-Verein dabei, „möglichst viele Geschäfte in das Projekt einzubinden, um ein attraktives Angebot mit der O-Card zu schaffen.“ Auch Online-Auftritte der lokalen Händler sollen mit dem Fördergeld unterstützt werden. Friedrich kann sich etwa vorstellen, Fachleute zur Social-Media-Schulung für Einzelhändler einzuladen und die Lehrplattformen zum Online-Handel aus- beziehungsweise aufzubauen. Ebenso soll mit der Finanzspritze das „positive Bild der Stadt nach außen hin weiterentwickelt werden“. Mittels Machbarkeitsstudien, so ein weiterer Hauptpunkt der Bewerbung, könnte ein Zukunftskonzept für Gewerbe und Handel mitentwickelt werden. Ebenso könnten Umfragen Rückschlüsse auf Bedürfnisse in lokalen Unternehmen geben, sagt Friedrich.

Mit der Bewerbung habe man einen guten Schachzug gemacht. Man habe zum Teil die vom Parlament bewilligten zusätzlichen 20 000 Euro für die Wirtschaftsförderung für die Bewerbung eingesetzt und nun daraus 110 000 Euro gemacht, rechnet der Rathauschef vor. Doch wie üblich gibt’s das Zubrot vom Land nicht ohne Eigenanteil. Der liegt bei 15 Prozent, also etwa 20 000 Euro. Das summiert sich mit den Landeszuschüssen auf ein Gesamtbudget für „Zukunft Innenstadt“ von etwa 130 000 Euro.

Da das Bewerbungsfenster von vier Wochen recht sportlich bemessen war, habe man die Ideen zunächst nur mit dem Magistrat abgestimmt, erläutert Friedrich. Die Stadtverordneten haben nun bei ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag im großen Saal des Bürgerhauses (Tempelhofer Straße 10, Beginn 19 Uhr) allerdings das letzte Wort. (Ronny Paul)

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