Im Bürgerhaus gab es etwas auf die Ohren

Schlager-Tag im Bürgerhaus

Auch die Gastgeberinnen sangen mit beim Canto-Felice-Gesangsnachmittag mit Kaffee und Kuchen im Bürgerhaus. - Foto: Michael

Obertshausen - Schlager waren angesagt beim Frauenchor der Sängervereinigung Hausen, Canto Felice, „aber bitte mit Sahne“. Den Schlagobers gab’s im Bürgerhaus-Gang auf selbst gebackene Kuchen, im Kleinkunstaal ‘was auf die Ohren.

Von der Decke baumelten alte Langspielplatten aus Vinyl, Hüllen, die Erinnerungen weckten: „Johann Strauß“, „Pop Party in Petersburg“ oder „Träum was Schönes“ von James Last – Jugend der 1970er Jahre traf sich im „Café musicale“. Die Gastgeberinnen hielten es mit Udo Jürgens, Siw Malmkvist, Abba und den Beach Boys. Der einzige „Boy“, den die temperamentvolle Chorleiterin Pavlina Georgiev und ihre Damen in der Mode der 50er Jahre erlaubte, war Peter Wilhelm an den Tasten. „Olympia Taktvoll“ aus Hanau-Steinheim brachte „aus jedem musikalischen Feld“ einen Hit mit.

Popiges erfüllte jetzt den Saal. Und was auf dem Steinheimer Weihnachtsmarkt ankommt, begeistert auch in der Geselligkeit von Canto Felice! Selbst Rock aus Österreich beherrschten die Gäste in vornehmem Schwarz, türkisfarbenen Krawatten oder Schals am Hals, „Life is live“ von Opus. Zu „Mama-Loo“ von den Les Humphries Singers konnte das interessierte Publikum wieder mitklatschen und -singen. Der Frauenchor der Sängervereinigung wurde vor 13 Jahren aus der Taufe gehoben. Es waren Frauen der erfahrenen und erfolgreichen Sänger des Männerchors, aber auch Musikfreundinnen, die als „Ast aus dem starken Stamm Männerchor wuchsen“, wie Moderatorin Birgit Schnell formulierte. Die Herren verbreiteten „Frühlingsboten“ mit dem Solisten Helmut Schwemler. Bei „Down By The River Side“ bewährten sich Luis Galvez und Hans Roth, mit einem sehnsuchtsvollen Volkslied aus Südtirol verabschiedete sich der Chor, dessen Leistung „Stoff für Gespräche“ gebe, meinte die Sprecherin.

Die neunköpfige, gemischte Formation Da Core gehört zur Eintracht Hainhausen und steht unter Leitung von Alexandra Franz. Sie hatte „In vino veritas“, die „Wahrheit“, die „im Weine“ liege, ausgewählt, dann ein Stück von Hubert von Goisern, der geschickt Volkstümliches mit modernem Pop mischt. Die Rodgauer interpretierten auch einen wahren Evergreen der 1920er und 30er Jahre, das „Huhn“, das „nicht viel zu tun“ habe, obendrein „dämlich, aber froh“ sei, ganz nach Art der Comedian Harmonists. Der „Hahn“ fehlte mit Kehlkopfentzündung, hieß es, trotzdem zollten die fachkundigen Zuhörer dem kleinen Team viel Anerkennung. Viel Lob gab’s für den „schönen, gelungenen Nachmittag“, wie eine Sängerin formulierte. Tatsächlich genossen nicht nur Sangesfreunde die angenehme Plauder-Atmosphäre, auch wenn immer wieder ein mahnendes „Pssscht!“ für Ruhe für die hochklassigen Vorträge sorgen musste.

Singen am „Beemsche“

„Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“, glaubten die „Females“, und das mit dem „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strandbikini“. „Er gehört zu mir“, bekräftigen sie im Stil der Schlager-Königin Marianne Rosenberg. Eine besondere Version von Glora Gaynors „I Will Survive“ setzte dem „Females“-Auftritt mit Stefanie Sattler eine Krone auf: „Mach disch vom Agger“, rieten die Zärtlichen mit dem Charme der Basaltköpp’, „hau’ einfach ab!“ Das funktionierte freilich nicht, weil die Dietesheimerinnen erst einmal den Forderungen nach Zugabe nachkommen musste: „Drück die 1“ lautete die Ansage nach Annett Louisan. Der nächste musikalische Höhepunkt der Hausener Sangesfreunde ist nicht fern. Am Sonntag, 24. April, treten die Männer mit anderen Ensembles unter Leitung von Musikdirektor Hans Schlaud als Konzertchor im Kurhaus Wiesbaden auf. (M.)

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