Freibadangebot abgespeckt

Obertshausen - Zur Zukunft des Obertshausener Freibads ist eine Entscheidung gefallen. Das Stadtparlament beschloss in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Antrag der CDU/FDP-Koalition, wonach in Obertshausen ein - wenn auch gegenüber dem bisherigen Stand reduziertes - Freibadangebot erhalten bleiben soll. Von Karl-Heinz Otterbein

Für den Antrag votierte neben den Parlamentariern von CDU und FDP auch der Grünen-Stadtverordnete Josef Wingsheim, der in der Debatte seinen Standpunkt sehr sachlich klar gemacht hatte. Die Parlamentarier von SPD und Bürger für Obertshausen sowie die Grünen-Stadtverordnete Cornelia Wicht-Gerhardt stimmten gegen den Koalitionsantrag, die Grünen-Stadtverordneten Roger Winter und Felicitas Proschitzki enthielten sich der Stimme.

Mit dem Antrag wurde der Magistrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit der städtischen Schwimmbadgesellschaft ein Konzept auszuarbeiten, das auf mehreren Eckpfeilern beruht. So wird der Freibadbetrieb in das benachbarte Freizeitbad integriert, die Stadt hat ein Mitspracherecht bei der Festsetzung der Eintrittspreise für das Freibad und dessen Öffnungszeiten.

Ein Nichtschwimmerbecken wird an das Ausschwimmbecken des Freizeitbades angebaut und im Winter von diesem durch ein Schott getrennt.

Im Außenbereich des Freibads wird ein „Eventbereich“ mit Beachvolleyballfeld, Open-Air-Bar und Kinderspielbereich mit Wasserelementen errichtet.

Das Freibad wird an die Technik des Freizeitbades angeschlossen, größere neue Zweckräume werden im Außenbereich nicht errichtet.

Der Eingang zum Freibad erfolgt über das Freizeitbad, wer nur ins Freibad möchte, kann einen eigenen Eingang benutzen.

Schwimmteich als Ersatz für das 50-Meter-Becken

Für die Errichtung eines Schwimmteichs als Alternative zum bisherigen 50-Meter-Becken wird im Außenbereich für einen späteren Bauabschnitt ein Baufeld freigehalten. Für Obertshausener Bürgerinnen und Bürger wird ein „Freibad-Sommer-Tarif“ angeboten, geprüft wird auch ein Familientarif und eine Freibad-Saison-Karte.

Stadtverordnete von CDU und FDP machten deutlich, dass sich die Stadt ihrer Meinung nach kein Freibad mit den bisherigen Dimensionen leisten könne. Vor allem ein 50- Meter-Becken sei heutzutage völlig anachronistisch und bestenfalls in Wettkampf-Stützpunkten angebracht.

Das Freibad in seiner bisherigen Form zu erhalten ist nicht möglich“, sagte der CDU-Stadtverordnete Dr. Heinz Zimmermann, der den Antrag der Koalition begründete. „Mit ihrem lieblos zusammengeschusterten Antrag wirft die Koalition Nebelkerzen und will das Rest-Freibad zum Appendix von monte mare machen“, konterte SPD-Fraktionschef Walter Fontaine.

Ich trage Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger in Obertshausen“, erklärte der Grünen-Stadtverordnete Josef Wingsheim und begründete damit, warum er für das Begehren der Koalition stimmte.

„Bürger für Obertshausen“- Fraktionschef Rudolf Schulz forderte vergeblich, die Koalition möge ihren Antrag schieben, die FDP-Stadtverordnete Elke Kunde stellte sich auf die Seite ihres Koalitionspartners CDU und votierte in der anschließenden Abstimmung mit ihren Fraktionskollegen für den Antrag.

Keine Mehrheit fand das Begehren der SPD-Fraktion, zur Erstellung eines Konzeptes für den Erhalt des Freibades einen runden Tisch einzuberufen, an dem Vertreter der Stadt, der Fraktionen, der BI Freibad und der an der Nutzung des Bades interessierten Vereine vertreten sein sollten. Nach teils heftiger Debatte wurde der Antrag von der CDU/FDP-Koalition abgelehnt, alle übrigen Fraktionen votierten dafür.

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