Einblicke ins Berufsleben

Freiwillige und Praktikanten unterstützen Kultur- und Jugendarbeit

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Insgesamt 17 Freiwillige und Jahrespraktikanten sind derzeit bei der Stadt Obertshausen beschäftigt. Einen Teil von ihnen begrüßten Bürgermeister Roger Winter und Erster Stadtrat Michael Möser (von rechts) für ein Foto auf der Treppe des Rathauses.

Obertshausen - Ein Soziales Jahr ermöglicht jungen Menschen einen Einblick in den Berufsalltag. Auch die Stadt Obertshausen bietet Plätze in der Kultur- und Jugendarbeit an. Von Thomas Holzamer 

Ob Kita, Jugendzentrum oder der Fachbereich Kultur – die Stadt Obertshausen bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Jahrespraktikum in einem der Fachbereiche zu absolvieren. Sechs FSJ-Stellen bietet die Stadt aktuell, fünf davon in den Kindertagesstätten und der Kinder- und Jugendförderung sowie eine im Fachbereich Kultur. Besetzt sind im aktuellen Turnus, der im vergangenen September begonnen hat, diesmal jedoch nur fünf davon. „Im Jugendzentrum haben wir derzeit leider niemanden“, sagt Michael Jentzsch, Leiter des Fachbereichs Soziales. Dort wird mit Kindern ab acht Jahren gekocht, gespielt und gelernt. Aber auch kleine Veranstaltungen und Bildungsangebote stehen auf dem Programm. Ein Einstieg sei für Bewerber allerdings auch noch zum Halbjahr möglich, sodass sich Interessierte jederzeit melden können, wirbt Jentzsch. Die Bewerbungen für die Kitas und die Kinder- und Jugendförderung läuft über den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der die Trägerschaft übernimmt.

Dass sich ein solches FSJ, das 18- bis 26-Jährigen, die bereits mit der Schule fertig sind, einen Einblick in den Berufsalltag ermöglichen soll, durchaus lohnt, kann Angelina Popovic bestätigen. Die junge Offenbacherin ist in der Kita an Robert-Stolz-Straße eingesetzt und mit ihrer Entscheidung für Obertshausen glücklich. „Ich habe davor schon in einer Einrichtung in Offenbach hospitiert, aber dort hat es mir nicht so gut gefallen“, erzählt sie. An ihrem Obertshausener Arbeitsplatz gefalle ihr vor allem dessen Größe und die Tatsache, dass die Kinder dort viel mehr zur Selbstständigkeit erzogen werden.

Auch Laura Gronau bereut die Entscheidung für ihr Freiwilliges Soziales Jahr nicht. Im Fachbereich Sport, Kultur und Bildung darf sie in das Kulturprogramm der Stadt hineinschauen und sammelt dabei viele Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement „Ich darf mich um Verträge für das Bürgerhaus kümmern und bin auch bei den Veranstaltungen selbst dabei“, berichtet sie. „Ich bin gerne unterwegs, auch abends, das macht mir Spaß“, sagt sie. Dazu gehöre natürlich auch mal ein Dienst an der Garderobe. Aber auch den Veranstaltungstechnikern kann die FSJlerin über die Schulter schauen. „Mit ihrem Einsatz tragen die Freiwilligen somit auch zum Erfolg der Veranstaltungen bei“, lobt Bürgermeister Roger Winter.

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Die jungen Erwachsenen, die ihr FSJ oder Jahrespraktikum in den Kindertagesstätten machen, sind zwischen 18 und 24 Jahre alt – jeder mit unterschiedlichen Beweggründen. Manche wollen dabei den Berufsbereich austesten, bevor sie sich nach der Schule direkt in ein Studium oder eine Ausbildung stürzen. Einige arbeiten lediglich gern mit Kindern zusammen und wollen herausfinden, ob der Erzieher-Beruf etwas für sie ist – und kehren vielleicht später sogar an ihre Wirkungsstätte zurück.

Denn neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr leisten derzeit auch sieben angehende Erzieher ihr Anerkennungsjahr in einer der städtischen Einrichtungen, zudem sind vier Stellen für Sozialassistenten besetzt. Noch vergleichsweise jung ist dabei das duale Ausbildungsmodell, das die Stadt anbietet. Dabei besuchen die angehenden Erzieher an drei Tagen je Woche die Schule und arbeiten die übrigen zwei in der Kita. Ein großer Vorteil, gerade wenn man nicht mehr bei den Eltern wohnt und auf ein Gehalt angewiesen ist, sagt Carina Backs. Noch drei Arbeitstage trennen Obertshausens erste Absolventin dieses Ausbildungsmodells von ihrem Abschluss. „Für mich war vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis interessant“, fasst sie zusammen. So sorgt die praktische Arbeit parallel zur Schule dafür, dass das klassische Anerkennungsjahr zum Ende der Ausbildung wegfalle. Zwei solcher Stellen bietet die Stadt in jeder ihrer Kindertagesstätten.

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