40-jährige Verschwisterung gefeiert

„Freunde sind wie Bäume“

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Bücher über die Partnerstadt erhielt Obertshausens Bürgermeister Bernd Roth von seinem Laakirchner Amtskollegen Anton Holzleithner während der Feier anlässlich der 40-jährigen Verschwisterung der beiden Kommunen. Roth wiederum überreichte eine von Ursula Zepter geschaffene Collage.

Laakirchen/Obertshausen - Der gemeine Tourist lässt die Papierstadt links liegen. Die Feuerwehrmänner aus Obertshausen taten’s 1972 auch und klopften zunächst im vornehmen Gmunden am Traunsee an. Von Michael Prochnow

„Die waren aber nicht interessiert an einer Städtepartnerschaft“, formulierte Moderator Siggi Passek.

Der damalige Laakirchener Bürgermeister Hubert Scherer saß in der Gaststätte am Nebentisch und lud die Obertshausener Floriansjünger in seinen Heimatort ein. So begann die Partnerschaft, deren 40-jähriges Bestehen Repräsentanten beider Städte am Wochenende in Oberösterreich feierten.

„Auf der Heimfahrt von Gmunden machten sie bei uns Halt, und die Laakirchener waren sofort Feuer und Flamme für die Idee“, fasste Passek die erste Begegnung mit den Gästen aus Obertshausen zusammen.

In Laakirchen wurden die Obertshausener von Kameraden der Betriebsfeuerwehr Steyrermühl und aus dem Ortsteil Oberweis mit offenen Armen empfangen. Am 13. Juni 1973 unterschrieben die Bürgermeister Scherer und Robert Flügel dann die Verschwisterungsurkunden.

Partnerschaft neue Impulse verleihen

„Wir haben die Vielfalt der Kulturen immer als Bereicherung verstanden“, betonte der aktuelle Rathauschef Anton Holzleithner bei der Feier in der alten Papierfabrik, die heute Alfa heißt und als Kulturzentrum genutzt wird. „Zwischen Österreich und Deutschland gibt es viel Gemeinsames“, stellte Holzleithner fest. Es gelte, „alles zu fördern, was geeignet ist, die Bürger zusammenzuführen“ und der Partnerschaft neue Impulse zu verleihen. Die Feier und die rund 70 Gäste aus Obertshausen machten deutlich, dass die Freundschaft „sehr lebendig“ sei. Regelmäßig besuchen Kleingärtner, Naturfreunde, Migranten-Vereine und die Feuerwehr Laakirchen, dessen Tourismusverband wirke beim Europafest des Kreises Offenbach mit. Eine Foto-Schau erinnerte auch an Neujahrsempfänge, Jubiläen und Politikerbesuche.

„Freunde sind wie Bäume“, verglich Holzleithner, „es kommt nicht darauf an, wie viele es sind, sondern wie tief die Wurzeln sind“.

Kollege Bernd Roth lobte die Kontakte auf offizieller Ebene und viele interessante Gespräche, „das eine oder andere haben wir beim Partner abgeguckt“. Parteipolitik spielte „meistens keine Rolle“. Aus den Dörfern seien Städte geworden, in denen sich die Probleme ähneln. Ausgaben, Freizeit und der Zuzug von Migranten müssen bewältigt werden, „Wir klagen uns gegenseitig unser Leid – allerdings auf hohem Niveau“, bewertete Roth.

Wichtig in der Beziehung seien die Vereine

Wichtig in der Beziehung seien die Vereine, die seit langen Jahren Kontakte pflegten. Dieses Engagement sei Dank und Ansporn für eine Intensivierung der Verbindungen. Roth rief auf, alle Vereinsvertreter anzusprechen, sich für die Pflege der Verschwisterung einzusetzen. Doch es sei immer schwieriger geworden, jüngere Leute zu gegenseitigen Besuchen zu bewegen.

Heute sei es leichter, weit entfernte Ziele zu erreichen. Für die Völkerverständigung aber gebe es „nichts besseres, als Jugendliche zusammen zu führen. „Städtepartnerschaften geben jungen Leuten viel, Spaß und Stoff zum Nachdenken, und sie bahnen Freundschaften fürs Leben an“, betonte Roth. „Wir werden uns auch in Zukunft für den Erhalt der Freundschaft einsetzen“. Der Bürgermeister versprach, dafür „alles in unserer Kraft Stehende“ zu tun.

Roth, der selbst zu den Männern der ersten Stunde zählt, erinnerte an die Aktivitäten beider Wehren, die gemeinsam Ausflüge, Zeltlager und gesellige Abende gestalten. Anfangs waren sie privat untergebracht, übernachteten zu fünft in einem Zimmer. Leith Aissa, Wehrführer der Obertshausener Brandschützer, ergänzte die Liste um Tauchen in der Traun, Wandern und Führungen durch Frankfurt und über den Flughafen. „Wir haben Freunde gefunden und jede Menge Spezialitäten kennen gelernt.“

Aissa und sein Kollege Christian Polzinger von der Betriebsfeuerwehr Streyrermühl tauschten Geschenke aus wie zuvor die Bürgermeister.

Der Obertshausener erhielt Bücher über die Partnerstadt, der Laakirchener eine Collage der Künstlerin Ursula Zepter von Omega-Tunnel und Bahnhof. Zuvor eröffneten die Vorsitzenden des Gestaltenden Ideenkreises (GIK), Willi Köstler, und des Künstlerkreises Obertshausen, Michael Becker, im Alfa eine Ausstellung mit Werken von Mitgliedern beider Vereine .

Anstelle eines Migranten-Vereins aus Obertshausen beteiligte sich die Obertshausener Wehr gemeinsam mit der Betriebsfeuerwehr Steyrermühl mit Crêpes am Stadtfest. Der Erlös fließt einem guten Zweck zu.

Bereits am kommenden Sonntag schenkt eine Gruppe aus Laakirchen auf dem Europafest am Bürgerhaus auch wieder den Krambambuli-Schnaps aus.

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