Jeder hofft auf den größten Fisch

Freundschaftsangeln des ASV: Warten auf den dicken Karpfen

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In netter Gesellschaft macht das Angeln gleich noch mehr Spaß. Beim Freundschaftsangeln des ASV können sich Bekannte der Vereinsmitglieder selbst ein Bild vom Umgang mit Rute und Rolle machen.

Obertshausen -  Einen Einblick in den Angelsport gab es am Wochenende für die Besucher des Freundschaftsangelns beim ASV. Dabei einte die Vereinsmitglieder und ihre Gäste die Hoffnung auf den dicksten Fang. Von Michael Prochnow 

Sonnenbarsche nennen sich die bunt schillernden Erfolgserlebnisse der jungen Angler. Die kleinen Fische gehören ins Aquarium, nicht ins Rabenhaus, den See, in den der Angelsportverein (ASV) Obertshausen seine Köder hält. Zum Freundschaftsangeln stehen jedoch vor allem Schüler mit den geliehenen Ruten am Ufer, und die standortfremden Tiere schnappen gierig nach den Würmern an den Haken.

Die Sonnenbarsche sind im Vereinsgewässer des ASV eigentlich nicht heimisch, weiß Peter Köhl. Die standortfremde Art hat wohl irgendwann jemand aus einem Aquarium in die Freiheit entlassen.

„Sie verstecken im seichten Wasser auch ihr Gelege“, lehrt Peter Köhl, erfahrener Hobbyfischer im ASV. Dorthin dringen die Strahlen der kräftigen Frühlingssonne durch, was die Art genießt. Allerdings verteidigen die kampffreudigen Fische resolut ihr kleines Revier, zeigt Köhl auf die Stelle vor ihm. Drei Exemplare schießen hastig aufeinander los, es dauert, bis einer den Köder entdeckt – und mit ihm aus dem Wasser gezogen wird.

„Irgendjemand hat hier wohl mal einen Sonnenbarsch ausgesetzt“, vermutet der Experte, „und diese Art vermehrt sich stark“. In das Gewässer hinter dem Neuen Friedhof und dem Gewerbegebiet Herbäcker passen sie nicht. Dort sind eher Weißfische zu Hause, Welse, Dorsche, Rotaugen und Karpfen sowie Forellen und Zander, erfuhren die jungen Gast-Angler. Einige Arten vermehren sich selbst, andere müssen immer wieder eingesetzt werden. 580 Kilogramm Fisch hat der Verein im vergangenen Jahr in den See gelassen.

Und die fühlen sich im Obertshausener Südwesten offenbar wohl. „Das Gewässer hat alles, was Fische brauchen“, lobt Cain Kunkel, Fachverkäufer für Anglerbedarf und Team-Angler: Schilf, flache und tiefe Stellen, Seerosen und Sandbänke. Da können sich die Tiere von Muscheln, Unter-Wasser-Insekten und Kaulquappen ernähren.

Piranhas brauchen im Aquarium viel Ruhe

ASV-Sportwart Wolfgang Scheid weist darauf hin, dass die Kameraden gewöhnlich früh morgens oder in der Abenddämmerung am Wasser Platz nehmen, wenn sich viele Fischarten nahe der Wasseroberfläche tummeln. „Dann genießen wir die Ruhe und entspannen“, fügt der Aktive hinzu. Für eine erste Begegnung mit neuen Interessierten entschloss sich der Vorstand für einen Nachmittagstermin. „Früher haben wir mit Kartoffeln und Mais geködert“, unterrichtet er den Nachwuchs.

Heute gibt’s Boilies, die mit einem halb offenen, gebogenen Rohr auf die Fläche geschleudert werden, wo man die Beute erwartet. Je nachdem, ob kleine oder große Karpfen im Visier stehen, richtet sich die Größe der Kügelchen. Sie vereinen verschiedene Fischmehle, Proteine und flüssige Geschmacksstoffe, erläutert Scheid. Die schmecken nach Thunfisch, Ananas oder Vanille, zählt er einige Beispiele auf. Den Karpfen scheint’s zu munden, die Angler haben die Erfindung aus England längst als erfolgreiche Hilfe übernommen.

Bei Peter Köhl piept’s derweil. Er hatte seine Angelschnur durch einen Bissmelder gezogen, der bei Bewegung ertönt und blinkt. Dank Funkempfänger kann er sich dadurch sogar auf die Terrasse des ASV-Vereinsheims setzen, um beim Alarm an die Rute zu flitzen. Am Haken hängt allerdings wieder nur einer der Sonnenbarsche. Die Jungs aus den Reihen des Vereins und deren Freunde haben allerdings heute genug vom Fisch und lassen sich stattdessen eine goldbraune Bratwurst vom Grill schmecken.

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