Doppelgarage neben dem Rathaus geplant

Fundbüro braucht mehr Platz

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Viel Platz hat Jan Scherg in der Garage nicht. Nicht selten stapeln sich die gefundenen Drahtesel und der Mitarbeiter des städtischen Fundbüros muss erst die halbe Garage ausräumen, um an eines der im hinteren Teil gelagerten Fahrräder zu kommen.  

Obertshausen - Mindestens sechs Monate müssen jene Gegenstände aufgehoben werden, die im städtischen Fundbüro im Rathaus Schubertstraße abgegeben werden. Weil darunter auch immer mehr Fahrräder sind, wird nun eine zusätzliche Doppelgarage gebraucht. Von Thomas Holzamer

Schlüssel, Mobiltelefone und so manche Kuriosität – es ist ein schönes Sammelsurium an unterschiedlichen Dingen, die Menschen tagtäglich irgendwo verlieren oder vergessen. Ein Teil davon wird von anderen gefunden und gelangt ins städtische Fundbüro, wo es fotografiert, mit einer Nummer versehen und eingelagert wird. Zusätzlich werden der Fundort und die Personalien des Finders aufgenommen.

Sechs Monate warten die Wertgegenstände dort auf ihre rechtmäßigen Besitzer. Meldet sich in dieser Zeit niemand, hat der jeweilige Finder Anspruch darauf. Wird dieses Recht von ihm nicht wahrgenommen – oder handelt es sich um in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln gefundene Gegenstände – fallen sie an die Stadt Obertshausen. Die versteigert sie schließlich. Zweimal im Jahr sei das der Fall, erläutert Fachbereichsleiter Oskar Mürell.

Neben den Klassikern wie Schlüsseln, Mobiltelefonen und Kleidungsstücken finden auch regelmäßig recht kuriose Gegenstände ihren Weg ins Fundbüro. Ein Erlebnis wird Oskar Mürell wohl nie vergessen: Eine ältere Dame hatte vor einigen Jahren ein Gebiss gefunden, dass sie der Mitarbeiterin im Fundbüro in die geöffnete Hand fallen ließ. „Sogar Spinatreste waren da noch dran“, erinnert sich der Fachbereichsleiter. Noch seltsamer sei es dann geworden, als die Finderin angab, das Gebiss bereits anprobiert zu haben. Es habe ihr jedoch nicht gepasst.

Auch die neueste Technik geht gerne mal verloren. „Mittlerweile werden bei uns auch Drohnen abgegeben“, berichtet Fundbüromitarbeiter Jan Scherg. Diese gehen den Besitzern verloren, wenn im Flug unerwartet der Akku leer sei oder die Drohne aus Versehen außerhalb der Reichweite der Fernsteuerung sei, vermutet er.

Für die Fülle an Fundstücken benötigt das städtische Fundbüro viel Platz. Während kleine Gegenstände direkt im Büro im Rathaus an der Schubertstraße ihren Platz finden, müssen größere außerhalb gelagert werden. Das wird mittlerweile sehr problematisch. „Gerade die Zahl an Fahrrädern hat unwahrscheinlich zugenommen“, erläutert Fachbereichsleiter Mürell. Für deren Lagerung greift man derzeit auf eine der Garagen neben dem Rathaus zurück. Doch dort ist der Platz beschränkt. Bei durchschnittlich rund 40 Drahteseln, die gleichzeitig gelagert werden müssen, ist die Garage so voll, dass Mitarbeiter Jan Scherg nicht selten sogar stapeln muss.

Schwierig wird es immer dann, wenn sich jemand meldet, der sein Fahrrad vermisst – und der vermeintlich richtige Drahtesel ganz hinten in der Garage steht. „Ich lege die Abholtermine mit den Besitzern mittlerweile schon so, dass ich mittags nach dem Publikumsverkehr im Rathaus erstmal die Zeit habe, die Garage auszuräumen und das richtige Fahrrad rauszuholen“, erläutert Jan Scherg. der für den Fachbereich Sicherheit und Ordnung neben der Arbeit für das Fundbüro Ordnungswidrigkeiten bearbeitet.

Um die Lagerung und den Zugriff auf die gefundenen Fahrräder künftig einfacher zu gestalten, hofft Fachbereichsleiter Mürell auf den Bau einer neuen Doppelgarage neben dem Rathaus. Für die ist im aktuellen Haushaltsplan, der kommende Woche von den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden soll, ein Betrag von 15 000 Euro vorgesehen. Die Garage soll mit einem speziellen System ausgestattet werden, bei dem die Fahrräder an Haken aufgehängt an einer Schiene verschoben werden können. So wären alle gut erreichbar.

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Die Lagerung an einem anderen Ort – ein Mitglied des Bauausschusses hatte einen Raum im Bürgerhauskeller ins Gespräch gebracht – sieht Mürell kritisch. Für den Transport der Räder müsse man jedes Mal auf ein Fahrzeug und einen Mitarbeiter des Bauhofs zurückgreifen. Alleine der Personalaufwand und die Fahrtkosten würden sich nicht rechnen, zumal das Fundbüro in dieser Zeit regelmäßig unbesetzt bliebe.

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