Ganz großes Fastnachts-Kino

Gelungene Prunksitzung der Elf Babbscher mit vielen Beiträgen im Internet

Als „Reddisch und Lauch“ treten Michael Schmitt und Lukas Kreher während der Online-Sitzung auf.
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Als „Reddisch und Lauch“ treten Michael Schmitt und Lukas Kreher während der Online-Sitzung auf.

„Sehr gute Leistung. Bravo an alle, die das ermöglicht haben.“ „Was ihr auf die Beine stellt, super. Vollen Respekt auch an die Technik!“ „1000 Dank, ihr seid so toll.“ Die Zuschauer überschlagen sich, Lob füllt jede Sprechblase, die das Programm der Prunksitzung begleitet. „Die Elf Babbscher“ (DEB) haben mit ihrer „Online Fastnacht in Oberts- und Hause’“ gezeigt, wie’s geht, und erhalten virtuell Beifall – sogar aus Georgia in den USA, England, dem Ruhrpott und Lämmerspiel.

Obertshausen – Mit „befreundeten Galaxien“, wie Moderator Sebastian Leinweber die Filmbeiträge von Gruppen aus anderen Vereinen ankündigt, gelingt „ganz, ganz großes Kino“, schreiben die Schippendales aus Dietesheim. Unter dem Motto „Es schlägt zurück die Narretei, im Weltraum sind die Narren frei“, präsentieren die Babbscher drei Stunden lang Talente zwischen Travestie und Technik – letztere mit Andi Hümmer.

Comtesse Katja I. und Lederbaron Simon I., höchste Würdenträger der Obertshausener Narren, kommentieren das Geschehen wortgewandt und live aus einem Zinnengemäuer, mitreißend-vergnügt, rhetorisch versiert, aber auch seriös. So erreichen sie ihr Ziel, „die Welt für einen Moment anzuhalten, Zeit und Raum für ein paar Stunden zu überwinden“. Und sie kündigen Anne und Liese an, den „Realitätsverlust auf zwei Beinen“. Oliver Murmann und Michael Möser sind 2017 beide „Babba“ geworden, Ben und Luisa für 2037 als Tollitäten vorgesehen. In mehreren Einspielern blickt das Kult-Duo zurück auf die Figuren, die es bereits darstellte, schwitzende Scheichs, Schwanensee-Ballerinas, Stewardessen und Scheinheilige, Osterhas’ und Nikolaus. Mit Ex-Baron Frank Jäger lernten sie sogar singen.

Das Protokoll ist Chefsache. Vorsitzender Andreas Murmann winkt ab, „wie in Hesse’, konnte man das letzte Jahr so grad vergesse’“. Er listet all die „planlosen“ Maßnahmen der Politik gegen die Pandemie auf, kommentiert aber auch Maut, Wirecard und AfD.

Das Lokale greift das „Marktgemüse“ auf, der „Verschwörungs-Rettich“ Michael Schmitt und „Lauch“ Lukas Kreher. Sie wünschen sich vom neuen Bürgermeister „mehr Mut“ bei der sonst lobenswerten Aktion „DJ to go“, Musik an unbekannten Orten der Stadt. Das „Bolzplatz-Desaster“ im Sportzentrum müsse „nochmal mit Bürger-Geld“ beseitigt werden. Beinahe wäre die Babbscher-Bud vom „Pickaa“ durch Berliner Verbote „ersoffe’“. Auf dem Firmengelände könnte „Deutschlands schönster Beamtentempel in Form eines Bembels“ entstehen, ein neues Rathaus.

Aus der „Nachbargalaxie“ Lederanien beeindrucken Lena-Sophie Hümmer mit einem Solo sowie Katharina und Victoria Huf von den Babbschern mit Tanz und Akrobatik im Duett. Robyn Streit und Ex-Baron Christopher Meyer wirbeln zum „Phantom der Oper“ übers Parkett. Sänger Wolf Christian Bäsecke schmettert Stimmungslieder und Evergreens.

Zu Hits aus dem Orbit formen die „Ladykracher“ aus Mosbach eine Choreografie. Lehrer Andreas grüßt per Text seine Schülerinnen in „Knallgudsjen“. Die Nodebabbscher spielen im Biergarten der TGS-Vereinsgaststätte Waldschänke „Sweet Caroline“, die Icebreaker der Stadtgarde Offenbach „völlig losgelöst“. Eine weitere Aufzeichnung kommt von den „Bewegten Männern“ aus Assenheim, dann präsentiert Conferencier Leini noch DEB-Garde-Auftritte. (Von Michael Prochnow)

Wer’s verpasst hat, kann noch schauen im Internet: die11babbscher.de.

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