Viele Feiern abgesagt

Corona-Weihnachten: Gastwirte in Obertshausen befürchten ein Fiasko

Umsatzeinbruch von etwa 30 Prozent: Die Inhaberin des Kaffee K, Kornelia Kokoric, erlebt pandemiebedingt erneut schwierige Zeiten.
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Umsatzeinbruch von etwa 30 Prozent: Die Inhaberin des Kaffee K, Kornelia Kokoric, erlebt pandemiebedingt erneut schwierige Zeiten.

In Obertshausen (Kreis Offenbach) gelten strengere Corona-Regeln. Gastronomen sind besonders stark betroffen. Bei ihnen wachsen die Sorgen.

Obertshausen – Ab Donnerstag (25.11.2021) gilt auch für Gastronomen in Obertshausen die neue Corona-Verordnung. In Restaurants haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, in Clubs und Bars ist ein zusätzlicher Schnelltest vonnöten (2Gplus). Die neuen Vorschriften beeinflussen allerdings nicht nur das Tagesgeschäft, einige Wirte blicken sorgenvoll auf die Weihnachtszeit.

Ruslan Kurylenko ist skeptisch, ob die neuen Regeln ihren Zweck wirklich erfüllen. Der stellvertretende Geschäftsführer des Seeblicks am Goldberg musste sein Restaurant Anfang November schließen, nachdem ein Mitarbeiter und er danach selbst positiv auf Corona getestet wurden: „Dabei galt in unserem Restaurant schon damals eine 2G-Regel“, berichtet er. Und dennoch sei sein Geschäft nicht verschont geblieben. „Ich glaube daher nicht, dass die neuen Regeln wirklich sinnvoll sind“, meint Kurylenko.

Corona in Obertshausen: Angst vor Infektionen steigt

Sorgen bereitet ihm auch der Blick in seine Auftragsbücher, denn die für die Gastronomie wichtige Weihnachtszeit droht zum Fiasko zu werden. Derzeit trudelten Absagen um Absagen in sein elektronisches Postfach: „In den letzten Tagen haben wir zehn Veranstaltungen stornieren müssen.“ Allesamt Weihnachtsfeiern – teilweise von großen Unternehmen. Ein Grund: Viele Menschen haben Angst, in ein Restaurant zu gehen, weiß Kurylenko. Der Geschäftsführer bekomme täglich Mails, in denen sich seine Gäste für die Absagen entschuldigten, „aber bei den steigenden Zahlen wollen sie einfach kein Risiko eingehen“.

Die Sorge der Gäste vor einer Corona-Infektion erlebt auch Kornelia Kokoric, Inhaberin des Kaffee K an der Kapellenstraße: „Ich spüre die Angst der Menschen vor den steigenden Corona-Zahlen“, sagt sie. „Bei mir ist der Umsatz um etwa 30 Prozent eingebrochen.“ Vor allem kleine Feiern oder Frühstücke seien abgesagt worden – gebuchte Weihnachtsfeiern bislang allerdings nicht. Zwei Reservierungen habe sie bisher, sagt Kokoric und hofft, dass diese auch bestehen bleiben. Das Kaffee K setzte nämlich längst auf die 2G-Regel. „Für uns und unsere Gäste ändert sich also nicht viel“, betont die Inhaberin.

Corona in Obertshausen: Nur noch kleine Veranstaltungen bleiben

Die Gäste des El Cuervo an der Richard-Wagner-Straße müssen sich dagegen umstellen. Galt in dem Restaurant zuvor die 3G-Regel, haben seit heute nur noch Geimpfte und Genesene zutritt. Für Geschäftsführer Ivan Mioc ein weiterer Einschnitt. „Zu unseren Gästen zählen vor allem junge Menschen, die wegen der neuen Regelungen, wahrscheinlich nicht mehr kommen werden“, vermutet er. Schon als für die Gastronomie 3Gplus – geimpft, genesen oder mit negativem PCR-Nachweis – eingeführt wurde, habe Mioc Umsatzeinbußen von rund 50 Prozent hinnehmen müssen.

„Jeder Betrieb, der solche Umsatzeinbrüche hat, befindet sich in einer prekären Lage.“ Veranstaltungen seien ebenfalls nicht mehr so gefragt. Zwar reservierten nach wie vor Menschen für Weihnachtsfeiern oder Geburtstage. Es blieben jedoch meist kleine Veranstaltungen, betont der Geschäftsführer.

Corona-Weihnachten in Obertshausen: „Nachfrage nicht sehr groß“

In der Vereinsgaststätte der Teutonia in Hausen werden in diesem Jahr ebenfalls keine großen Feiern steigen. „Wir haben ein paar Gänseessen, aber insgesamt ist die Nachfrage nicht sehr groß“, informiert der Inhaber Dalibor Spoljar. Der Gastwirt geht in diesem Jahr von einer regelrechten Flaute zur Weihnachtszeit aus. Bange sei ihm vor den kommenden Wochen jedoch nicht. Denn trotz aller Risiken: Seine Stammgäste kommen nach wie vor zum Essen in sein Lokal, sagt er. (Joshua Bär)

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