Gedenkfeiern zum Volkstrauertag

Versöhnung statt Vergeltung

+
Bürgermeister Roger Winter und Stadtrat Hubert Gerhards während der Gedenkfeier.

Obertshausen - An den Ehrenmalen der beiden Friedhöfe wurde der Toten beiden Weltkriege gedacht.

„Der Volkstrauertag wurde 1919 in einer Epoche eingeführt, als die Bilder von Elend und Schmerz allgegenwärtig waren“, erinnerte Pfarrer Norbert Hofmann in seiner Ansprache in der Trauerhalle auf dem alten Friedhof am Rembrücker Weg. Mitleid werde erst erreicht, wenn das Schicksal anderer das Herz berühre, betonte Hofmann.

Der Volkstrauertag erinnere an das Leid der beiden Weltkriege und spanne den Bogen zu den Katastrophen der aktuellen Zeit. Er nannte die durch die Nachrichten allgegenwärtigen Konfliktregionen Irak, Syrien, Ukraine und Nigeria. Hofmann bezeichnete den Volkstrauertag als Tag der Hoffnung, der die Möglichkeiten friedlichen Handelns aufzeige.

Pfarrer Ralf Richter erinnerte während der Gedenkfeier auf dem Friedhof an der Schwarzbachstraße an den Luftangriff der Deutschen im November 1940 auf die mittelenglische Stadt Coventry, dem mehr als 500 Menschen zum Opfer gefallen waren und der neben der Zerstörung zahlreicher Industrieanlagen und mehr als 4000 Häuser die Vernichtung der St. Michaels Kathedrale zur Folge hatte. Mit einem verkohlten Holz habe der Pfarrer von Coventry bereits am folgenden Tag an die Reste einer zerstörten Mauer geschrieben: „Vater vergib!“.

Richter plädierte dafür, Versöhnung statt Vergeltung in den Mittelpunkt des Denkens zu stellen. Bürgermeister Roger Winter bedankte sich auf beiden Friedhöfen bei den Vertretern des Sozialverbands VdK, der Freiwilligen Feuerwehr, der Reservistengemeinschaft, allen Vereinsvertretern und nicht zuletzt allen teilnehmenden Bürgern für ihr Engagement. Gleichzeitig wies er auf die Verpflichtung hin, Flüchtlingen zu helfen. Der Volkschor Germania unter der Leitung von Musikdirektor Damian H. Siegmund hatte die Gedenkstunde am alten Rembrücker Weg musikalisch begleitet, während an der Schwarzbachstraße der Männerchor der Sängerlust Hausen mit Vizedirigent Josef Mayer unter anderem „Ruhe in Frieden“ vortrug.

So begann der Zweite Weltkrieg

So begann der Zweite Weltkrieg

peba

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare