So ist die Verkehrssituation in Obertshausen nach der Sperrung des Tunnels

Geduldsprobe für die Autofahrer in Obertshausen

Keine Durchkommen: Der Sonnenweg ist wegen der Sperrung des Omega-Tunnels nicht passierbar.
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Keine Durchkommen: Der Sonnenweg ist wegen der Sperrung des Omega-Tunnels nicht passierbar.

Die Straße wirkt still. Tatsächlich könnte man auf der Bahnhofstraße gerade auf der Fahrbahn spazieren gehen, nebeneinander Fahrrad fahren oder Partys mit ausreichend Abstand feiern. Nur für die Busse müsste man ab und zu kurz zur Seite rücken. Ansonsten herrscht zwischen Hasenwinkel und Leipziger Straße auf der Ost- und der Einkaufsmeile auf der Westseite ungewohnte Ruhe. Der Grund: Der Omega-Tunnel ist dicht (wir berichteten).

Obertshausen - Blieben vor einigen Tagen noch eine Ein- und eine Ausfahrt geöffnet, die Umleitung Richtung Heusenstamm über die Brühl- und Friedhofstraße eingerichtet, erlauben das die Bauarbeiten jetzt nicht mehr. Mit weitreichenden Folgen die nicht allein die Kleinstadt mit Herz betreffen. Am stärksten trifft es die Nutzer der Umgehungstraße, der L 3117: Im Stau stehen Autofahrer bereits in Hausen an der Gathofkreuzung, weil die Grünphase für die Linksabbieger auf der Umleitungsstrecke in Richtung Tannenmühle aus ihrer Sicht anscheinend nicht angepasst wurde.

Nächster Stop auf diesem Leidensweg ist die Ausfahrt von der verlängerten Badstraße gen Autobahnanschluss, Schlossstadt und Omega-West. Auch dort fällt den Autofahren auf, dass die Ampel nur wenige Fahrzeuge passieren lässt. Die größte Geduldsprobe steht den Kfz-Lenker aber noch bevor: Über die Landesstraße kriechen sie parallel zur A3 im Schneckentempo. Zu den Stoßzeiten verbrachten manche Obertshausener fast eine geschlagene Stunde auf dem Abschnitt, erzählt Walter Schirholz. Denn auch fürs Linksabbiegen vor der Autobahnauffahrt ist die Lichtzeichenanlage nicht auf die zusätzlichen Verkehrsströme vorbereitet. Schirholz ist die Strecke in dieser Woche bereits mehrmals gefahren und konnte sich daher einen persönlichen Eindruck verschaffen.

„Jetzt rächt sich, dass beim Bau des Omega-Tunnels keine weitere Querung der Bahnstrecke vorgesehen wurde“, erinnert der Senior. Und an ein weiteres Detail aus der Stadtgeschichte: „Alte Obertshausener wissen genau, dass rund um den Bahnhof das Grundwasser sehr hoch steht.“ Das führte zum Bau des ersten Freibads auf dem Gelände an der heutigen Otto-Wels-Straße.

Und dazu, dass für die Tiefgarage des Neubaus an der westlichen Rampe des Tunnels sehr lange Wasser aus der Grube gepumpt werden musste.

Einheimische glauben, dass durch den Bau nun Wasser in die Tunnelanlage drückt, was zu den Schäden auf den Fahrbahnen geführt habe. Sie fürchten, dass solche Probleme öfter auftauchen könnten und plädieren für einen Bahnübergang von der Badstraße in Höhe der Sporthalle und dem Areal der Firma Karl Mayer. Und als Verlängerung der Grenzstraße in Richtung Mühlheim.

Die Stadt wehrt mit Sperranlagen und Beschilderung die verbotene Abkürzung vom Sonnentauplatz übers Kreuzloch zum Sportzentrum ab. In der vergangenen Woche zeugten noch Reifenspuren im Gras davon , dass Bürger diese Verbindung genutzt haben. Vermutlich alle Autofahrer, die täglich die Bahnlinie kreuzen müssen, eint die Hoffnung, dass die Arbeiten in der Unterführung wie geplant zum kommenden Wochenende abgeschlossen werden. (Michael Prochnow)

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