Gegenseitige Bewerbung

Tag der Ausbildung: Auf der Suche nach Nachwuchs zeigen sich Herzing & Schroth und Karl Mayer als „laute, robuste“ und eben

Obertshausen - Premiere beiderseits der Ringstraße. „Auf die Plätze, fertig, los - aber wohin?“ lautete der Slogan der erstmals von den Firmen Karl Mayer sowie Herzing & Schroth gemeinsam aufgestellten Aktion „Tag der Ausbildung“. Von Peter Back

„Ich verspreche einen aufregenden Tag“, eröffnete Knut Zimmer, Geschäftsführer des seit Anfang 2012 zur internationalen Feintool-Gruppe gehörenden Technologieunternehmens Herzing & Schroth, seinen Rundgang. Und schon mit dem ohrenbetäubenden Lärm einer kontrollierten Verpuffung löste er seine Zusage ein. „Bei uns geht es robust, laut und dreckig zu, denn hier wird produziert“, umriss Zimmer den Arbeitsalltag des seit 180 Jahren in Obertshausen agierenden Unternehmens. Es genießt mit rund 370 Mitarbeitern als Zulieferer beispielsweise von Getriebe- und Motorenteilen für die Automobilindustrie einen guten Ruf.

„Wir wollen jungen Menschen die Möglichkeit geben, in die bei uns angebotenen Berufe hineinzuschauen, wollen sie dafür zu begeistern, um sie für uns gewinnen zu können.“ Das war das Ziel des Aktionstages, bei dem acht Berufe vom Werkzeugmechaniker über den Technischen Produktdesigner bis zum Industriekaufmann vorgestellt wurden. Während bisher vorwiegend über Präsentation auf Ausbildungsmessen qualifizierte Bewerber auf die Ausbildungsplätze aufmerksam gemacht worden waren, müssten zukünftig die Anstrengungen des Unternehmens intensiviert werden. Denn nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern könne der Standort erhalten bleiben, formulierte Zimmer.

Da permanent in die Produktion investiert werde, hätten die Beschäftigten die Perspektive, hier eine langfristige Arbeit zu finden. „Wir werden auch in den nächsten Jahren in Obertshausen mit dem Schwerpunkt in technischen Berufen ausbilden.“

Während bei Herzing & Schroth seit vielen Jahren konstant 25 junge Menschen ausgebildet werden, sind es bei der Textilmaschinenfabrik Karl Mayer rund 46 Auszubildende und 36 Studenten in 13 Berufen. Die Verbindung aus technischen Tätigkeiten und dem internationalen Agieren des Unternehmens biete dem Mitarbeitern eine außerordentliche Perspektive, hob Arno Gärtner, Geschäftsführer des vor 76 Jahren gegründeten und heute rund 2500 Menschen zählenden Weltmarkführers im Bereich der Wirkmaschinen hervor. Denn 80 Prozent der Maschinen würden in Asien verkauft; nur fünf Prozent der Produktion blieben in Europa. Um die Marktposition zu erhalten und auszubauen, seien gut ausgebildete, hoch motivierte und engagierte Mitarbeiter unerlässlich, weswegen neben der Ausbildung die permanente Weiterbildung einen hohen Stellenwert genieße, sagte Gärtner.

„Immer öfter werden Jugendliche durch unsere Präsenz auf Facebook und Youtube auf unser Ausbildungsngebot aufmerksam“, informierte Axel Steinbeiß, Ausbildungsleiter bei Mayer. Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Bewerbung gab es obendrein. Neben einer formal korrekten Bewerbung, egal ob auf Papier oder per Mail, sei es besonders wichtig, dass der Ausbildungswillige in seiner Anfrage klar mache, warum er den Beruf erlernen will und warum er sich gerade bei Mayer um eine Stelle bemüht, erläuterte Angela Weber, Past-Präsidentin der Offenbacher Wirtschaftsjunioren. Sie hatte im Foyer des Karl-Mayer-Gesellschaftshauses ihren Stand aufgebaut.

„Welche drei Stärken zeichnen Sie aus?“, „Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?“ und „Wieso sollten wir gerade Ihnen die Stelle geben?“ seien Fragen, mit den sich die Bewerber im vielen Vorstellungsgesprächen konfrontiert sähen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare