Gemeinsam gegen Müll

Mehr als 200 Menschen beteiligen sich am „World Cleanup Day“

Unterwegs am „World Cleanup Day“: Auch der Erdkunde-Kurs von Nadine Kleinhenz (Dritter von links) sammelt im Beisein von Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) fleißig Müll.
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Unterwegs am „World Cleanup Day“: Auch der Erdkunde-Kurs von Nadine Kleinhenz (Dritter von links) sammelt im Beisein von Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts) fleißig Müll.

Es ist ein eher ungewöhnlicher Anblick für so manchen Passanten am Samstag in Obertshausen: Immer wieder huschen kleine Gruppen mit Greifzangen und blauen Müllsäcken durch die Gegend. Anlass ist der World Cleanup Day, an dem sich insgesamt 202 Bürger der Kleinstadt beteiligen.

Obertshausen – Unter ihnen ist auch Nadine Kleinhenz, Lehrerin für Deutsch und Erdkunde an der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS). Sie nimmt mit einem ihrer Kurse aus der 12. Jahrgangsstufe teil. „Umweltschutz und -verschmutzung ist auch ein Thema im Unterricht“, erläutert die Pädagogin. „Daher passt es ganz gut, sich das alles vor Ort anzusehen.“

Insgesamt 23 Schüler ihres Kurses beteiligen sich an der Aktion und sammeln primär im Umkreis des Schulgeländes unter anderem Verpackungen und Zigarettenstummel auf. „Es ging uns auch darum, den Anwohnern zu zeigen, dass wir unsere Schüler dafür sensibilisieren“, sagt Kleinhenz.

Auch bei den Schülern kommt die Aktion gut an. Bibi Razya Ahmadi sagt: „Ich finde es gut, da es um die Schule wirklich etwas dreckig ist.“ Nicolas Stiepani hält es für sinnvoll, junge Menschen auf die Problematik aufmerksam zu machen. „Klar gibt es cooleres an einem Samstagmorgen – aber einmal verkraftet das jeder“, meint der Schüler.

Bürgermeister Manuel Friedrich ist ebenfalls an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet mit Greifhaken unterwegs. Er lobt vor allem das Engagement der Schüler, appelliert jedoch auch an sie: „Es ist vielleicht nicht so cool, darauf zu achten, aber vielleicht könnt ihr andere darauf aufmerksam machen“, schlägt der Rathauschef vor.

Doch nicht nur an der GKS wird Unrat gesammelt. Pfarrerin Kornelia Kachunga sucht rund um die Waldkirche mit einigen Helfern nach Müll: „Es ist uns als Christen wichtig, die Schöpfung zu bewahren“, fasst sie ihre Motivation zusammen. „Und vielleicht kann man andere zum Nachdenken bringen“, hofft die Geistliche.

Schon seit mehreren Jahren hilft auch Karl Eckl, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Rodgau, in Obertshausen beim Müllsammeln mit. „Früher hatten wir Probleme mit Flachmännern und Coffee-to-go-Bechern – heute sind es die Gesichtsmasken“, berichtet Eckl über seine Erfahrungen. Zudem sei er in diesem Jahr zum ersten Mal nicht von Autofahrern angehupt, sondern gelobt worden.

Insgesamt haben die Freiwilligen an einem Tag 25 Kubikmeter Müll gesammelt – das sind fünf weniger als noch im vergangenen Jahr. Jochen Roth vom Bauhof erklärt sich das jedoch vor allem mit der aktiven Hilfe der Aufräuminitiative „Einfach Bücken“, die zurzeit sehr aktiv in Obertshausen ist. „Die sind ja regelmäßig in der Stadt unterwegs und sammeln auch so schon viel Müll ein.“

Neben den 202 Helfern sind am Samstag auch 30 Mitarbeiter des Bauhofs im Einsatz und helfen, die Stadt zu säubern. (Von Jan Max Gepperth)

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