Gemeinsam für den Skate-Park

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„Skateboard fahren ist kein Verbrechen, sondern unsere Leidenschaft“, betonten die Jugendlichen mit diesem Plakat.

Obertshausen ‐ Die Nachbargemeinde Heusenstamm hat einen, die österreichische Partnerstadt Laakirchen sowieso. Jetzt will auch Obertshausen nachziehen. Die Rede ist von einem Skate-Park, wo Jugendliche sich mit ihren rollenden Brettern austoben können. Von Jörn Polzin

Bislang mussten die jungen Skater - etwa 15 zählen zum harten Kern in Obertshausen - dafür in die Nachbargemeinden ausweichen oder mit der spartanisch ausgestatteten Bahn an der Turnhalle Rodaustraße Vorlieb nehmen.

Aus dem Rathaus gibt es positive Signale für den Bau einer modernen Anlage. „Der Wunsch nach einem Skate-Park besteht von allen Seiten“, bestätigt Kai Hennig von der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Über das Wo und Wann ist allerdings noch nicht entschieden. Derzeit befinde man sich in der Planungsphase. Sowohl Bürgermeister Bernd Roth als auch die Jusos Obertshausen und die Interessengemeinschaft der passionierten Skater kündigten an, sich um dieses Projekt kümmern zu wollen.

In den nächsten Wochen Modellversion

Mitte Februar gab es ein Treffen zwischen dem Rathauschef und den Skatern, bei dem es vornehmlich über das Skateboarden an sich und das Design eines möglichen Parks ging. Auf Seiten der Rollbrett-Freunde suchten vor allem der zwölfjährige Julian Dobios und der elfjährige Lauritz Rasbach das Gespräch mit den Entscheidungsträgern. Sie waren es auch, die sich bei einer von den Jusos eingeleiteten Umfrage unter Jugendlichen besonders für eine Anlage stark gemacht hatten. „Es gibt eine große Gruppierung von Kindern und Jugendlichen in Obertshausen, die dieses Hobby haben. Es ist einfach ,in‘“, stellen die Kids fest.

Die Jusos Obertshausen trafen sich derweil mit Bill Hoffert, dem Errichter des im Mai eröffneten Skate-Zentrums am Martinsee in Heusenstamm. Der eigentlich auf Messebau spezialisierte Schreiner machte deutlich, was für eine Holzbaukonstruktion oder eine Betonvariante der einzelnen Anlagen spricht. „Bill wird uns in den nächsten Wochen eine Modellversion für Obertshausen schicken. Wir sind gespannt darauf“, sagte der Juso-Vorsitzende Manuel Friedrich.

Zudem sammelten die Nachwuchspolitiker Informationen von der österreichischen Partnerstadt Laakirchen, die seit zehn Jahren einen so genannten Fun-Park unterhält, in dem sich die Skater austoben können.

Jährlich professioneller Skate-Wettbewerb

Einmal im Jahr findet dort ein professioneller Skate-Wettbewerb statt - in diesem Mai womöglich mit Beteiligung aus der deutschen Partnerstadt. „Es gibt derzeit Gespräche über eine Exkursion nach Laakirchen. Wir würden den Jugendlichen gerne die Möglichkeit bieten, an dem Wettbewerb teilzunehmen“, sagt Hennig. Ganz zur Freude der jungen Skater: „Das wäre eine tolle Sache, wenn uns hier die Jugendförderung unterstützt. Mal schauen, ob wir einen Kleinbus vollkriegen“, blickt Lauritz Rasbach optimistisch voraus. Hilfreich könnte dabei der enge Kontakt zum ehemaligen Bürgermeister aus Laakirchen, Klaus Silbermayr, sein, der weiterhin die Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten fördert. Um für den Wettbewerb in Österreich - sofern die Fahrt zustande kommt - gewappnet zu sein, dürfen die Jugendlichen fleißig im Heusenstammer Skate-Park üben.

Die beiden Verwaltungschefs, Bernd Roth und Peter Jakoby, einigten sich schnell auf eine gemeinsame Nutzung. So kann die Obertshausener Skater-Gemeinde die Zeit bis zur Umsetzung einer eigenen Anlage überbrücken und noch etwas für das Nachbarschaftsverhältnis tun.

Mitte April ist dann ein gemeinsamer Rundgang durch die Gemarkung geplant, bei dem über die zukünftige Platzierung des Skateparks gesprochen werden soll. Skater Lauritz Rasbach: „Wenn es in Laakirchen einen Skate-Park in der Obertshausener Straße gibt, liegt es nahe, dass bald ein Skate-Park in Obertshausen in der Laakirchner Straße entsteht.“

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