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Bürger sammeln für Menschen aus der Ukraine 

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Von: Lukas Reus

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Alle Hände voll zu tun: Bundestagsabgeordneter Björn Simon (Mitte links) und Bürgermeister Manuel Friedrich packen mit an.
Alle Hände voll zu tun: Bundestagsabgeordneter Björn Simon (Mitte links) und Bürgermeister Manuel Friedrich packen mit an. © Prochnow

Die Welt war in Schockstarre. Der Angriff von Russlands Präsident Putin auf seinen Nachbar Ukraine löste überall Bestürzung aus. In Obertshausen organisieren Stadt, Kirchen und Bürgerinnen und Bürger in ganz unterschiedlicher Weise Hilfe für Menschen, die aus dem Kriegsgebiet flüchten mussten.

Obertshausen – Die Stadt bereitete sich bereits mit Hochdruck auf die ankommenden Menschen vor. Eigentlich wollten sie zwei PKW mit Hilfsgütern nach Hanau bringen: Mehrere Mütter von Kindern in der städtischen Kita Rodaustraße riefen auf, Flüchtenden aus der Ukraine zu helfen. Die Resonanz war bereits am Rosenmontag enorm, sodass ein größeres Fahrzeug benötigt wurde. Bürgermeister Manuel Friedrich gewann die Euro-Paletten-Firma Elmas an der Jakob-Wolf-Straße, am Dienstag einen 25-Tonner bereitzustellen, um alle Spenden zur Sammelstelle an der Christuskirche in der Nachbarstadt transportieren zu können. Auch am zweiten Tag der spontanen Aktion lieferten nonstop Bürgerinnen und Bürger Gaben ab. Fahrer Erden Senbostan packte auf dem Parkplatz an der Hausener Sporthalle mit vielen Helfern, darunter dem Bundestagsabgeordneten Björn Simon, rund 40 Kubikmeter Kartons und Säcke mit Winterkleidung, Schuhen, Decken, Isomatten, Windeln, Hygieneartikeln und Spielzeug. Auf der Hülle war stets der Inhalt aufgeführt, auch in kyrillischen Schriftzeichen. Die Gemeinde in der Brüder-Grimm-Stadt organisiert einen Transport an die ukrainische Grenze.

Aktuell sollen zunächst keine Sachspendenaktionen mehr ins Leben gerufen werden, teilt der Rathauschef derweil mit. Finanzielle Spenden für beispielsweise Hilfsorganisationen seien nun sinnvoller.

Die Stadt selbst bereitet sich aktuell intensiv auf die bevorstehende Ankunft von Flüchtlingen vor. Konkret soll ein Formular veröffentlicht werden, auf dem sich alle Menschen, die eine Unterbringungsmöglichkeit haben oder als Paten oder Übersetzer sich engagieren wollen, auflisten lassen können. Das Formular soll im Laufe des heutigen Tages verfügbar sein, so der Plan der Verantwortlichen. Auch Menschen, die größere Kapazitäten zur Verfügung stellen können, sollen sich melden.

Eine Familie aus der Ukraine sei bereits bei Verwandten untergekommen, sonst sei aktuell noch von keinen anderen Geflüchteten etwas bekannt. Wie viele Flüchtlinge man erwarte, könne man gerade noch nicht sagen. „Es sind auch noch viele rechtliche Fragen ungeklärt“, sagt Bürgermeister Manuel Friedrich. Vonseiten der Stadt stehe man in engem Austausch mit anderen Behörden. Man müsse erwarten, dass sich die Situation täglich ändere. Letztendlich hänge dies auch von der Entwicklung in der Ukraine selbst ab, wie viele Menschen in Obertshausen eintreffen. Vermutlich werden die Geflüchteten aber wieder zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen registriert und anschließend auf die Kommunen verteilt.

„Wir werden vorbereitet sein“, sagt der verantwortliche Fachbereichsleiter der Stadt, Daniel Kettler, „Wir können auch auf die Erfahrung aus den vergangenen Jahren aufbauen, die Kontakte und Strukturen zu den ehrenamtlichen Stellen sind ebenfalls weiterhin da.“

Daneben soll nun regelmäßig eine Mahnwache vor dem Bürgerhaus Hausen (Tempelhofer Straße 10) um 19.30 Uhr vonseiten der Stadt und den Religionsgemeinschaften veranstaltet werden. Bereits am Freitag war es zu einer spontanen Mahnwache gekommen (wir berichteten), bei denen Dutzende Menschen anwesend waren.

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