Gruß aus der Küche der Talente

Kerschensteiner-Schüler sahnen im Azubi-Landeswettbewerb ab

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Emily Gaul (links) und Kristin Heinze besuchen beide die Georg-Kerscheinsteiner-Schule und gehören zu Hessens besten Azubis.

Obertshausen -  Bei einem Wettbewerb des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) haben sich Hessens beste Azubis dem Kampf um den Landesmeistertitel gestellt. In vier Kategorien sprangen für die Georg-Kerschensteiner-Schule gleich zwei Meistertitel sowie eine weitere gute Platzierung heraus. Von Patrick Eickhoff 

„Wir sind wirklich stolz“, sagt Studiendirektorin Susanne Hausmann von der Georg-Kerschensteiner-Schule. „Es freut mich, dass sich die Schüler für ihr Engagement belohnt haben.“ Bei der Landesjugendmeisterschaft der Azubis wurden jeweils zwölf Restaurant- und Hotelfachleute sowie Fachleute für Systemgastronomie und Köche in verschiedenen Kategorien geprüft. „Dabei muss man es erst einmal schaffen, zu den Auserwählten zu zählen.“

Über einen erfolgreichen Vorentscheid qualifizierten sich Kristin Heinze, Emily Gaul und Amadeus Kraus für die Hessenmeisterschaft des Dehoga. Alle drei sind beziehungsweise waren Azubis im Kempinski Hotel in Gravenbruch. Kraus ist bereits fertig mit der Ausbildung. „Der Wettbewerb war eine wirklich schöne Erfahrung“, sagt Gaul. „Und außerdem noch eine wirklich gute Klausurvorbereitung.“ Die 20-Jährige war unter den zwölf besten Köchen, die sich am mehrtägigen Wettbewerb im Frankfurter Palmengarten miteinander gemessen haben. „Und das obwohl sie erst in der elften Klasse und somit im zweiten Ausbildungsjahr ist“, lobt Mitschülerin Heinze.

Gauls Leidenschaft ist die Küche. Dazu gehört mehr als nur Brutzeln und Braten. „Wir mussten ein Menü schreiben und wurden auch mathematisch geprüft.“ Dabei geht es dann um Warenerkennung, das Verfassen eines Warenkorbs und die Preiskalkulation. „Gerade wenn man für mehrere Personen kocht, muss man das auf jeden Fall gut planen.“

Die Zutaten waren beim Kochen vorgegeben. „Was man daraus macht, war uns selbst überlassen“, erzählt die 20-Jährige von den Erfahrungen vor Ort. „Ich habe vorher noch nie ganz alleine für so viele Leute gekocht – das war schon aufregend.“ Und neben der Theorie und der fachmännischen Beobachtung durch die Jury mussten sich alle Teilnehmer auch selbstständig ums Material kümmern. „Da hat uns Gott sei Dank das Hotel geholfen, das wäre ja sonst etwas teuer geworden“, bedanken sich beiden Schülerinnen beinahe synchron beim Hotel in Gravenbruch.

Dass es für die talentierte Köchin am Ende nicht für einen Platz unter den besten drei gereicht hat, ist „kein Weltuntergang“. Mit Ehrgeiz und gehörigem Selbstbewusstsein will sie es im kommenden Jahr erneut probieren. „Mein größtes Manko war, dass ich einfach noch nicht so geübt darin bin, viele Dinge parallel zu machen – das kommt mit der Erfahrung“, erläutert sie. Zustimmung gibt’s von Kristin Heinze. „Beim nächsten Mal wird sie bestimmt noch besser.“

Die 21-jährige Heinze steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung und kann diese nach dem Dehoga-Wettbewerb vermutlich etwas entspannter angehen. Unter den Hotelfachleuten belegte sie den ersten Platz und qualifizierte sich für die deutschen Meisterschaften im Herbst diesen Jahres in Berlin. „Das ist eine große Ehre, aber erst einmal steht die Abschlussprüfung an.“ Der Wettbewerb im Palmengarten habe allerdings die gleichen Übungen abgefragt, wie der kommende Schultest. Nicht nur deshalb nehmen viele Schüler dort freiwillig teil. Die 21-Jährige wurde ebenfalls in mehreren Gebieten getestet. Die Theorieaufgaben waren vielfältig. „Von Marketing bis zu einer Beschwerde, die wir bearbeiten mussten, wurde vieles abgefragt“, sagt die Schülerin.

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Das Menü, das die angehende Hotelfachfrau künstlerisch angehen sollte, stand unter dem Thema „unsere Region im Fokus“. Die 21-Jährige kümmerte sich um die passende Gestaltung – samt Blumengesteck und anderen kreativen Ideen. „Ich habe mich auf das Thema Apfelwein konzentriert und die Tische mit Bembeln und Äpfeln passend dekoriert.“ Dass sie gewinnt, war zwar ihr nicht klar, dafür aber ihrer Mitschülerin Emily. „Ich wusste, dass sie weit vorne landet, sie hat’s einfach drauf!“

Nach dem erfolgreichen Wettbewerb steht für beide wieder der Schulalltag auf dem Programm. „Ich hab ja noch ein Jahr im Vergleich zu ihr“, meint Emily Gaul und lacht. Große Pläne für die Zukunft schmieden beide noch nicht. „Ein eigenes Restaurant ist zwar irgendwie der Kindheitstraum von jedem Koch – aber ich sehe ja, was für eine unglaubliche Verantwortung dahinter steckt.“ Der Blick der 20-Jährigen richtet sich deshalb auf die Ausbildung und die Schule. Für Kristin Heinze wird es dagegen ernst. „Ich mache mir noch nicht so große Gedanken – erst kommen die Abschlussprüfung und das Ende der Ausbildung“, sagt sie. Und dann steht ja auch noch die deutsche Meisterschaft in Berlin an. „Darauf freue ich mich natürlich.“

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