Vor 25 Jahren wurde die Herz-Jesu-Kirche aufwendig renoviert

Gotteshaus in neuem Glanz

Die Renovierung trieben voran: Pfarrer Norbert Hofmann (von links), der damalige Verwaltungsrat Walter Kretschmer und seine Frau Renate als Kirchenrechnerin sowie die heutigen Mitglieder des Rats, Markus Jäger und Joachim Ricker.
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Die Renovierung trieben voran: Pfarrer Norbert Hofmann (von links), der damalige Verwaltungsrat Walter Kretschmer und seine Frau Renate als Kirchenrechnerin sowie die heutigen Mitglieder des Rats, Markus Jäger und Joachim Ricker.

Gerade haben sie in der Gemeinde den 110. Geburtstag der Kirche gefeiert, da blicken sie schon zurück auf die Verjüngung der großen, altehrwürdigen Dame im Herzen Obertshausens vor einem Vierteljahrhundert: In der Osternacht 1997 präsentierte sich die rundum sanierte Herz-Jesu-Kirche den Gläubigen in neuem Glanz. Zeugt die Basilika-Architektur vom Neo-Barock, erinnern Elemente im Inneren des Gotteshauses an die Epoche des Jugendstils.

Obertshausen – Das katholische Gotteshaus steht auf dem Fundament der Nikolaus-Kirche, die im Jahre 1716 errichtet und 1756 von Weihbischof Christoph Nebel geweiht wurde. Wie zur damaligen Zeit üblich, umgab sie ein Friedhof. Bis 1845 kämpften die Obertshausener darum, eine eigene Pfarrei zu erhalten. Zwar waren sie seit 1725 von Lämmerspiel getrennt, dann aber von Heusenstamm abhängig. Nur alle drei Wochen hielt der Pfarrer von dort eine Messe in St. Nikolaus. Der Türrahmen sowie ein Teil des Turms wurden erhalten, als 1911 ein prächtiger Neubau errichtet wurde, in dem auch der alte Taufstein seinen Platz fand. Den Namen „zum Heiligsten Herzen Jesu“ erhielt die Kirche auf Wunsch ihres Mäzens Peter Bruder. Schutzheiliger der Kirche blieb Nikolaus. Erzbischof Georg Kirstein weihte sie im Juni 1912, fertig war sie aber noch lange nicht.

Ein Zeitsprung: Im Februar 1990 deckte Sturm Vivian das halbe Dach ab, „es musste schnell gehandelt werden“, berichtet Pfarrer Norbert Hofmann. Das Auftragen neuer Ziegel bildete zugleich den Beginn der Außenrenovierung. Die Turmfenster wurden doppelt verglast, die Heizung konnte laut Bistum ebenfalls schon ausgetauscht werden, „dann blieb kein Stein auf dem anderen“.

Der Hochaltar erschien bis dahin im Einheitsgrau, ohne Aufbau und Seitenaltäre. Jetzt erstrahlt die Auferstehungsszene inmitten goldener Rahmen. Der Chorraum wurde 1994 nach vorne erweitert, „so können Kinder sonntags um den Altar stehen“, argumentiert der Seelsorger. Die Bänke wurden abgeschliffen und mit Knie- und Sitzpolstern ausgestattet, Elektrik und Beleuchtung grunderneuert, Hängelampen und Verstärkeranlage komplett ausgetauscht. Es waren Frauen aus dem Atelier Damaris Wurmdobler in Rheinhessen, die Motive an der hohen Kirchendecke neu malten. Von der Künstlerin stammen auch die Entwürfe für die Hoch- und Seitenaltäre, die eine Pfarrversammlung diskutierte. Sie zeigen eine moderne Darstellung des „Herz Jesu“, eine des „ungläubigen Thomas“ in einem „Strudel aus Angst und Seelenqual“. Verwirklichen ließ die Pfarrei schließlich unter anderem auch die Vorschläge des Obertshausener Bildhauers Christoph Schindler für Zelebrationsaltar und Ambo. Die Gemeinde bat auch um eine Reliquie des heiligen Adolph Kolping, die Bischof Karl Lehmann am 8. Dezember 1996 bei der Altarweihe beisetzte. Heute führt Pfarrer Hofmann regelmäßig Gruppen durch die neobarocke Basilika. (Von Michael Prochnow)

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