Gräber für Muslime

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Auf dem Waldfriedhof in Mühlheim gibt es nach Angaben des Ersten Stadrats Heinz Hölzel bereits seit einigen Jahren ein muslimisches Gräberfeld. Bisher hätten dort aber nur wenige Bestattungen nach islamischen Regeln stattgefunden.

Obertshausen ‐ Verstorbene Obershausener Bürgerinnen und Bürger, die dem muslimischen Glauben angehören, können voraussichtlich noch in diesem Jahr auf dem neuen Obertshausener Friedhof Im Birkengrund nach islamischem Ritus bestattet werden. Von Karl-Heinz Otterbein

Wie Bürgermeister Bernd Roth bei einem Pressegespräch mitteilte, lässt der Magistrat im Laufe dieses Jahres auf dem Friedhof ein entsprechendes Gräberfeld anlegen, das die Anforderungen des Korans berücksichtigt.

„Das Anlegen eines solchen Gräberfelds kommt auf Anregung des Obertshausener Ausländerbeirats zustande, dem das ein Herzenswunsch war“, erläuterte der Rathauschef. „Wir haben nach Gesprächen mit dem ALB auf den Friedhöfen in unseren Nachbarstädten Mühlheim, Offenbach, Hanau und Dietzenbach muslimische Gräberfelder besichtigt und dann ein Areal auf dem Friedhof Im Birkengrund ausgewählt. Eingebunden war auch der Iman der Moschee in der Alexanderstraße.“

Roth zufolge müssen beim Anlegen eines muslimischen Gräberfelds einige Regeln beachtet werden: So werde die Anlage eingenordet, damit die Särge mit ihrer Frontseite in Richtung Osten bestattet werden können.

Nach Angaben des Bürgermeisters werden die Bestimmungen in die städtische Friedhofsordnung eingearbeitet, die derzeit auf den neuesten Stand gebracht werde. In diesem Zusammenhang würden auch die Friedhofsgebühren überprüft.

Obertshausen hat mit etwa 16 Prozent den dritthöchsten Ausländeranteil im Kreis

„Die Anregung, ein muslimisches Gräberfeld anzulegen, ist ein konkretes Beispiel für die Arbeit des Ausländerbeirates, der derzeit seine Wahlen vorbereitet, die wohl am 7. November stattfindet“, erläuterte Hauptamtsleiter Sebastian Zimmer. „Bis dahin wird es noch eine Reihe von Veranstaltungen geben, in denen der Beirat über seine Arbeit informiert und versucht, Kandidaten für die kommenden Wahlperiode zu finden. In Obertshausen sind sieben Personen in das Gremium zu wählen.“

Der Obertshausener Ausländerbeirat habe inzwischen die ortsansässigen ausländischen Vereine angeschrieben und für Samstag, 27. März, 16 Uhr, zu einer ersten Informationsveranstaltung in den großen Sitzungssaal des Rathauses an der Schubertstraße eingeladen. Auch beim Europatag des Kreises, der am Sonntag, 13. Juni, im und am Hausener Bürgerhaus stattfinde, werde der Beirat über seine Arbeit informieren. Zudem werde derzeit eine Info-Broschüre überarbeitet.

Zimmer zufolge sind die mindestens 18 Jahre alten unter den etwa 4350 in Obertshausen lebenden Ausländern aus 94 Staaten angesprochen. Auch Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft und EU-Bürger seien für die Ausländerbeiratswahl wahlberechtigt. Nach Angaben des Ersten Stadtrats Hubert Gerhards hat Obertshausen mit etwa 16 Prozent den dritthöchsten Ausländeranteil im Kreis.

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