Vorschlag der Grünen

Mit dem Bürgerbus zum Lidl

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In Groß-Zimmern hat man mit dem Bürgerbus bereits seit Jahren gute Erfahrungen gemacht.

Obertshausen - Mit einem „Bürgerbus“ wollen Obertshausens Grüne die innerstädtische Mobilität der Bürger verbessern. Ob die Idee realisierbar ist, soll nach dem Wunsch der Fraktion demnächst geprüft werden. Von Thomas Holzamer 

Ob Wocheneinkauf, Arzttermin oder kleine Besorgungen zwischendurch – wer im Stadtgebiet von A nach B will, der sollte mobil sein. Das trifft vor allem dann zu, wenn das Ziel am anderen Ende der Stadt und abseits der Hauptstraßen liegt. Denn viele Orte in Obertshausen sind mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht oder nur sehr schlecht zu erreichen.

Eine Idee, die gerade älteren Bürgern das Leben erleichtern könnte, möchten die Mitglieder der Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtparlament gerne auf ihre Machbarkeit für Obertshausen überprüfen – den „Bürgerbus“. Der funktioniert ähnlich dem Prinzip der Anruf-Sammel-Taxis (AST), die bereits in vielen Kommunen abseits der Stoßzeiten nachts und am Wochenende eingesetzt werden. Im Unterschied dazu fährt der Bürgerbus jedoch tagsüber und bindet auch jene Teile des Ortes an, die auf den regulären ÖPNV-Linien nicht erreichbar sind. Wie die Anruf-Sammel-Taxis, bei denen es sich in der Regel um Kleinbusse oder Vans handelt, muss auch der Bürgerbus vorher telefonisch bestellt werden.

Ein solches Konzept könne eine gute Alternative zur Einführung einer Stadtbuslinie sein, wie sie für Obertshausen bereits in den Neunzigern mal erwogen wurde, wie Grünen Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt erläutert. Die damals zu diesem Thema vorgenommene Prüfung habe ergeben, dass eine feste Stadtbuslinie zu teuer wäre und zu wenig genutzt würde, erinnert er sich. „Eine Stadtbuslinie wird nicht genutzt, da brauchen wir ja bloß nach Mühlheim schauen“, sagt er.

An dieser Stelle sei ein Bürgerbus, der keine festen Haltestellen anfahre, sondern die Fahrgäste direkt an ihr Ziel bringe, deutlich individueller und zugleich kostengünstiger. Dieser eigene sich beispielsweise für Menschen, die etwa nach einem Unfall nicht mit dem Auto fahren können und zum Arzt müssen ebenso, wie für die Obertshausener Seniorin, die zum Einkaufen zum Discounter nach Hausen wolle, erläutert Gerhardt.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Dass das System Bürgerbus funktionieren könne, zeige das Beispiel von Ober-Ramstadt, das die Grünen aufführen. Die Linie, die die Kommune dort seit 1988 anbiete, werde von den Bürgern sehr gut angenommen, heißt es in der Begründung der Grünen. Bei dem Ober-Ramstädter Konzept sorgen 15 ehrenamtliche Helfer dafür, dass die Bürger transportiert werden können. Die zahlen nach Information der Fraktion 1,50 Euro je Einzelfahrkarte, wobei auch RMV-Zeitkarten zur „Taxikarte“ werden und allenfalls ein Komfortzuschlag erhoben werde. Die Kosten für die Stadtkasse lagen nach Recherche von Obertshausens Bündnisgrünen im Jahr 2016 bei rund 8000 Euro, unter anderem für Versicherungen, Benzin und das Gewinnen von Ehrenamtlichen für die Aktion.

Nach Ansicht der Fraktion könnte ein solches Angebot auch in Obertshausen zahlreiche Nutzer finden. Neben der besseren Erreichbarkeit – etwa der Einkaufsmärkte an der Feldstraße – für jene Bürger, die weder Auto noch Fahrrad fahren können, sehen Obertshausens Grüne in der Idee auch eine Möglichkeit, den Individualverkehr zu bündeln und so gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Auch der Einsatz eines Elektrofahrzeugs sei dabei denkbar, heißt es in der Antragsbegründung.

Nach der Beratung in den Ausschüssen soll in der kommenden Stadtverordnetenversammlung über den Antrag entschieden werden.

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