Wunsch nach „Lego-Kreisel“

Grüne wollen Testlauf für Kreisellösung an der Beethovenstraße in Obertshausen prüfen

Über den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Beethovenstraße wird im Stadtparlament seit Jahren regelmäßig diskutiert.
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Über den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Beethovenstraße wird im Stadtparlament seit Jahren regelmäßig diskutiert.

An der Kreuzung Rembrücker Weg sowie Heusenstammer und Beethovenstraße könnte es bald rund gehen – zumindest, wenn es nach dem Wunsch von Obertshausens Grünen geht. Deren Fraktion möchte an dem Knotenpunkt der stark frequentierten Ortsdurchfahrt eine testweise Kreisellösung prüfen und für deren Einrichtung auf Beispiele aus anderen Kreiskommunen wie Dietzenbach oder Seligenstadt setzen.

Obertshausen - „Der Magistrat prüft Machbarkeit und Kosten einer Kreisellösung als Provisorium und als Verkehrsversuch für die Einmündung Heusenstammer / Beethovenstraße, zum Beispiel in der Form des Dietzenbacher ,Lego-Kreisels’“, heißt es im Antragstext.

So hatten die Kreisstädter bei der provisorischen Einrichtung eines Kreisels auf rot-weiße Kunststoff-Fahrspurbegrenzungen gesetzt. Diese hatten dem betreffenden Kreisverkehr an der Offenbacher Straße zwischenzeitlich den Spitznamen „Lego-Kreisel“ eingebracht. Der ist inzwischen fertiggestellt, die wassergefüllten Elemente abgebaut. Die Hoffnung der Grünen: Sollte eine der Nachbarkommunen noch über die nicht mehr benötigten Elemente verfügen, könne die Stadt Obertshausen diese unter Umständen leihweise zur Verfügung gestellt bekommen um einen eigenen Verkehrsversuch zu starten, erläutert Grünen-Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt.

Ein solches Provisorium könnte die Stadt im Falle eines positiven Beschlusses durch die Stadtverordnetenversammlung zeitnah und in Eigenregie umsetzen, da es sich bei den betreffenden Straßen um städtische und nicht um Kreis- oder Landesstraßen handelt.

Ganz neu ist das Thema Kreisel an dieser Stelle derweil nicht. So hatte ein Team um den Verkehrsexperten Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt einen solchen bereits im Oktober 2013 vorgeschlagen, um sowohl den Verkehrsfluss als auch die Sicherheit an dem Knotenpunkt zu verbessern. Seitdem hatten die Stadtverordneten zwar mehrfach über eine Realisierung beraten und zwischenzeitlich sogar Mittel in den Haushalt eingestellt. Passiert ist jedoch bis heute nichts.

Dies würden die Grünen gerne ändern. Ihrer Ansicht nach biete ein Kreisverkehr an dieser Stelle zahlreiche Vorteile. Dieser würde nicht nur zum besseren Verkehrsfluss und einer Verringerung des Rückstaus auf Obertshausens stark frequentierter Ortsdurchfahrt sorgen – und damit einhergehend einer Verringerung von Abgasen und Lärm –, sondern auch die Sicherheit für Fußgänger und vor allem Radfahrer rund um den Kreuzungsbereich erhöhen. „Ursächlich hierfür ist vor allem die niedrige Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge, aber auch die bessere Übersichtlichkeit, wodurch Unfälle glimpflicher ablaufen können“, argumentiert die Fraktion. Schließlich liege die Kreuzung sowohl an den Wegen zur Sonnentau- und Josef-von-Eichendorff-Schule als auch zu den Kitas „Im Trinkborn“ und an der Vogelsbergstraße sowie dem neuen Familienzentrum. Bei geringeren Geschwindigkeiten werde das Queren an dieser Stelle deutlich sicherer.

Auch geringere Wartungskosten im Vergleich zu einer Ampelanlage führen die Bündnisgrünen als Argument für einen Kreisel an.

Seitens der übrigen Fraktionen scheint man von den Argumenten der Grünen noch nicht überzeugt. So bekam der Vorstoß von den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr am Montagabend keine Beschlussempfehlung. Die Entscheidung müssen nun die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 11. Februar treffen. (Von Thomas Holzamer)

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