Ein bisschen politische Harmonie

Grünen-Anträge für Ökostrom und Photovoltaik abgenickt

Obertshausen - In vorweihnachtlicher Harmonie haben die Fraktionen bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung fast immer einmütig für die eingebrachten Anträge gestimmt. Es ging um die verstärkte Nutzung ökologischer Energiequellen und um Räume für den Sozialverband VdK.

Photovoltaik-Anlagen sollen nach dem Willen der Bündnisgrünen die Dächer städtischer Liegenschaften krönen. Mit Blick auf den Klima-Gipfel in Paris, Erderwärmung und Anstieg der Meere, begründete Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, solle überprüft werden, wo Statik und Neigungswinkel des Dachs solche Installationen möglich machen. Auf der Joseph-von-Eichendorff-Schule nutze der Kreis diese Technik bereits.

Heinz-Jürgen Grab beschrieb die CDU als „offen für erneuerbare Energien, aber der Kostenrahmen muss vertretbar sein“. Standort und Statik müssen bei den 72 Liegenschaften kontrolliert werden: Wie viele Zellen könnten wie viel Strom erzeugen? Auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sei vonnöten. Die Stadtverwaltung dürfe damit nicht überfordert werden, das sei „nicht per Mausklick zu erledigen“, externe Fachleute seien gefragt. Dennoch stimmten auch die Christdemokraten zu, der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Grünen-Kopf Gerhardt appellierte auch für den Wechsel zu Ökostrom für die genannten Gebäude. Bislang werden sie mit Energie aus fossilen Quellen und mit Atomstrom versorgt, „das ist weder zeitgemäß noch gut“, plädierte er für einen besseren Energie-Mix. „Im Vergleich mit den Nachbarkommunen hinken wir hinterher.“ Schon vor drei Jahren habe seine Partei einen entsprechenden Antrag gestellt, der aber von der Verwaltung nicht abgearbeitet worden sei. „Geben wir ein gutes Beispiel für Private“, forderte Gerhardt auf, der Kreis tue das bereits seit 2008. „Ökostrom muss nicht teurer sein.“

„Verstand hat keine Farbe“

Jürgen Weber (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass die Verwaltung unter den 810 Ökostrom-Anbietern auf dem Markt den passenden finden wird. „Verstand hat keine Farbe“, signalisierte er die Zustimmung seiner Partei. Elke Kunde (FDP) monierte, dass eine Prüfung fehle, „das gehört zur politischen Hygiene“. Der Antrag wurde von allen bis auf die Freidemokratin befürwortet.

Ökostrom-Förderung wird umgestellt: Mehr Wettbewerb

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Julia Koerlin beantragte, dass kurzfristig Räumlichkeiten für den Sozialverband VdK gesucht und die Mietkosten in den Haushalt eingestellt werden sollen. Die Beratungsgespräche des Sozialverbands bedürfen der Vertraulichkeit, die sei im Bürgerhaus-Flügel kaum herzustellen. Die SPD stelle darum schon ihr Fraktionszimmer zur Verfügung. In den Augen von Jutta Kegelmann (CDU) wäre die große Lösung für das geplante Mehrzweckgebäude auch für den VdK optimal gewesen. Elke Kunde (FDP) wollte die Nutzung des SPD-Raums manifestieren, für diesen Änderungsantrag stimmte nur sie selbst, alle anderen unterstützten das Begehren der SPD.  (M)

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare