Stadt bleibt auf Kosten sitzen / Parlament wählt neuen Vorsteher

Grund für Sanierungsfiasko beim Hartplatz weiter ungeklärt

Dank einer nachträglichen Lochung ist der Hartplatz im Sportzentrum inzwischen wieder nutzbar.
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Dank einer nachträglichen Lochung ist der Hartplatz im Sportzentrum inzwischen wieder nutzbar.

Gesperrt, erneuert und gleich wieder gesperrt. Auf den Kosten für die missglückte Sanierung des Hartplatzes im Sportzentrum an der Badstraße im Jahr 2017 (wir berichteten) wird die Stadt wohl sitzen bleiben. Durch eine zu hohe Verdichtung der unter der Tennendecke liegenden dynamischen Schicht konnte Regenwasser nicht richtig versickern. Nach einer nachträglichen Lochung und weiteren Pflegearbeiten sei der Platz nun wieder nutzbar, teilt die Stadt auf Anfrage mit.

Obertshausen – Mit ihrem gemeinsamen Antrag, die vorliegenden Erkenntnisse des Akteneinsichtausschusses mit allen Unterlagen, Gutachten und Stellungnahmen des Magistrats noch einmal anwaltlich prüfen zu lassen, um eventuell mögliche Regressansprüche gegen den von der Stadt beauftragten Projektleiter zu prüfen, scheiterten die Fraktionen von FDP, Bürgern für Obertshausen (BfO) und Bündnis 90 / Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag an der Mehrheit von CDU und SPD. Sowohl Christ- als auch Sozialdemokraten sehen derweil keine Chance, den externen Projektleiter in die Haftung nehmen zu können und wollten der Stadtkasse die zusätzlichen Kosten für eine anwaltliche Prüfung ersparen.

Grund für den Wunsch der Antragsteller nach Letzterer sei, dass „uns bis heute unklar ist, warum vom ursprünglichen Plan abgewichen worden ist“, erläuterte FDP-Fraktionsmitglied Axel Kuhn. Die Sanierung habe die Stadt rund 160 000 Euro gekostet. Angesichts des im Raum stehenden Schadens sehe man die möglichen Kosten von 3000 bis 5000 Euro für eine anwaltliche Prüfung mehr als gerechtfertigt, betonte er. Viel Zeit wäre für die se nicht mehr geblieben: Etwaige Ansprüche verjähren am 31. März.

Wie hoch der Schaden für die Stadt genau ist, wurde bisher nicht beziffert. So seien etwa einzelne Komponenten wie Teile des Unterbaus oder die neuen Entwässerungsrinnen rund um den Platz sowohl bei einem kompletten Neubau als auch bei einer möglichen Umwandlung in einen Rasen- oder Kunstrasenplatz weiter nutzbar, heißt es auf Anfrage seitens der Verwaltung. Von einem nicht geringen fünfstelligen Betrag ist jedoch auszugehen.

Alle übrigen Anträge hatten die Stadtverordneten zu Beginn der Sitzung zur weiteren Beratung zurück in die Ausschüsse verwiesen, um die Sitzungsdauer wegen der aktuellen Corona-Situation möglichst kurz zu halten. Diese sollen voraussichtlich nun in der kommenden Runde abgestimmt werden. Kritik gab es dafür vonseiten der FDP. Zusammen mit der dann anstehenden Haushaltsdebatte befürchte ihre Fraktion, dass aufgrund der Fülle an Anträgen dann die Zeit knapp werde, erläuterte Fraktionsvorsitzende Elke Kunde.

Den Entwurf des neuen Haushalts für 2021 hat Bürgermeister Manuel Friedrich nun vorgelegt (Bericht folgt). Dieser soll laut Planung im Januar beraten und im Februar beschlossen werden.

Zum Abschluss galt es für die Parlamentarier an diesem Abend, einen Amtsnachfolger für die scheidende Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin (SPD) zu wählen, die zuvor mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt hatte. Nötig gemacht hatte dies der Wegzug aus Obertshausen. In diesem Fall verlangt die Hessische Gemeindeordnung (HGO) die Rückgabe des Mandats. Dank für die geleistete Arbeit gab es dafür von Rathauschef Manuel Friedrich und den Mitgliedern aller Fraktionen. Als Nachfolger wählten diese Anthony Giordano (CDU), der das Amt nun bis zur Kommunalwahl am 21. März übernimmt.

(Von Thomas Holzamer)

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