Blacky bleibt beschäftigt

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Günther Schwartz verlässt das Veranstaltungs-Management des Kreises. Von Ruhestand kann beim rührigen Teutonen, Dienstleister und Förderer jetzt aber erst recht keine Rede sein.

Obertshausen - Macher, Mäzen, Mädchen für alles - es gibt viele Bezeichnungen, die auf den Mann zutreffen, den die ganze Stadt als Blacky kennt. Von Michael Prochnow

War irgendwo eine Festwoche zu organisieren, eine Politikerrunde oder ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt - er stand von der Planung bis zum Aufräumen an vorderster Front. In Obertshausen und in der Sportwelt gibt es kaum einen Verein, in dem er nicht bekannt ist wie der berühmte bunte Hund. Sein Bekanntheitsgrad konkurriert gar mit dem seiner Dienstherren. Jetzt mussten Landrat Oliver Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger ihren wohl populärsten Mitarbeiter abgeben: Günther Schwartz ist jetzt im Ruhestand.

So heißt das ganz offiziell. Doch schon das Grinsen der vielen Festgäste in den Räumen des Veranstaltungs-Managements des Kreises verriet, dieser Tausendsassa hört nicht wirklich auf, der verändert sich nur. Sein Catering-Team in den edlen, schwarzen Schürzen stand bereits Gewehr bei Fuß. Und so mancher Teutone aus den Reihen der Hausener Fußballer hofft, dass der Rentner jetzt ein bisschen mehr Zeit mit an die Schwarzbachstraße bringt.

Wer den Blacky ein wenig näher kennt, weiß, dass für ihn jetzt erstmal Familienleben angesagt ist. Zu oft und zu lange musste Ehefrau Monika, der er vor 44 Jahren das Ja-Wort gegeben hat, auf den Vereinsmenschen aus Leidenschaft warten. Das gilt auch für die drei Töchter, einen Sohn und zwei Enkelkinder. Günther Schwartz erblickte 1945 in Michelfeld in der Oberpfalz das Licht der Welt. Als er fünf Jahre alt war, wurde sein Vater, ein Finanzbeamter, nach Offenbach versetzt. Die Eltern zogen nach Hausen, Günther blieb noch und legte an der technischen Mittelschule in Donauwörth die mittlere Reife ab.

1952 begann seine Karriere bei der Teutonia. Er kickte in Jugendteams und zuletzt bei den Alten Herren, war Abteilungsleiter Fußball und 40 Jahre Pressesprecher. des Vereins. Die berufliche Laufbahn hatte 1962 bei der Offenbacher Firma Wagner gestartet, die ihn zum Elektroinstallateur ausgebildet hat. Er war kurz in Lämmerspiel tätig, dann 23 Jahre bei Elektro Hechler in Hainburg. 1972 bestand Schwartz die Meisterprüfung. 1991 fädelte er eine Wende in seiner Biographie ein und übernahm die Leitung des Kreis-Bauhofs. Als der vor acht Jahren aufgelöst wurde, bekleidete er ein Arbeitsfeld, das ihm auf den Leib geschneidert schien: Die Organisation von Veranstaltungen des Kreises.

22-mal führte er beim Europatag Regie, allein 18 Jahre am Bürgerhaus Hausen. Die landwirtschaftliche Ausstellung „Stadt und Land Hand in Hand“ hatte er sechsmal vorbereitet, bei drei Open-Air-Konzerten im Schloss Wolfsgarten in Langen und beim Hessentag 2000 in Dietzenbach mitgewirkt. Hinzu kamen diverse Schulfeste, Neujahrsempfänge sowie Spatenstiche. „Dabei zeigte er immer wieder eine große Bandbreite an Wissen und Ideenreichtum“, lobte Claudia Jäger bei der Verabschiedung. Auch in Zukunft wird sich Günther Schwartz der Goldbergschule in Heusenstamm widmen. Die Schüler mit Behinderungen liegen ihm am Herzen, sie versüßten seinen Abschied mit Chorgesang. Ihnen kommen auch die Geldgeschenke zugute, 400 Euro überreichte der Rentner dem Förderverein der Schule.

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