Oberthausens Sportstätten nahezu komplett ausgelastet 

Hallenplätze sind Mangelware

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Kein einziger freier Platz unter der Woche. Die städtische Dreifeld-Halle am Sportzentrum an der Badstraße ist zu 100 Prozent ausgelastet.

Obertshausen - Freie Kapazitäten sind in den Sporthallen der Stadt Mangelware. Das Problem könnte sich künftig noch weiter verschärfen. Von Thomas Holzamer

Ob Hallen, Sportplätze oder Übungsräume – wann immer Vereine ihren Mitgliedern etwas Neues anbieten wollen, brauchen sie dafür den nötigen Platz. Und der ist meist alles andere als einfach zu finden. Vor allem, wenn es um freie Zeitfenster bei der Belegung der Sporthallen in der Stadt geht, wird es derzeit in Obertshausen schwer, etwas zu bekommen. Denn, so berichtete Jürgen Hoffmann, Leiter des Fachbereichs Sport und Kultur bei der Stadt, den Mitgliedern des gleichnamigen Ausschusses im Stadtparlament, die vorhandenen Kapazitäten seien aktuell mit einer Belegung von 98 Prozent so gut wie ausgelastet. Und wenn sich doch mal ein freies Plätzchen im Belegungsplan einer der Hallen finde, handele es sich dabei in der Regel nur um Zeitfenster von 30 bis 45 Minuten und die auch nur zu für Vereine wenig attraktiven Zeiten ab 21.30 Uhr.

Insgesamt sieben Hallen stehen der Stadt zur Verfügung. Vier davon, die Sporthalle der Hermann-Hesse-Schule sowie die der drei Grundschulen, sind jedoch Eigentum des Kreises Offenbach. Für sie besitzt die Stadt lediglich ein Nutzungsrecht außerhalb der Zeit des täglichen Schulbetriebs. Und das sei vertraglich genau geregelt, erläutert Hoffmann. So dürfe man die Schulhallen aufgrund des Vertrags beispielsweise nur zwischen 18 und 22 Uhr belegen und müsse gleichzeitig auch den Schließdienst durch einen Mitarbeiter der Stadt sicherstellen. „Alle Zeiten, zu denen Vereine vor 18 Uhr in die Hallen können, sind abhängig von den Schulplänen und müssen jeweils einzeln mit den Schulen vereinbart werden“, erläutert er. So könnte sich der fortschreitende Ausbau zu Ganztagsschulen mittelfristig auch auf die zur Verfügung stehenden Hallenkapazitäten auswirken.

Dass die schon jetzt knapp werden, zeigt sich vor allem am Beispiel des stadteigenen Sportzentrums an der Badstraße. Dessen Halle ist unter der Woche komplett belegt, teils sogar mehrfach. Möglich macht das die Teilung der Halle in bis zu drei Felder. Dabei ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt, wie Jürgen Hoffmann weiß. „Nicht alle Sportarten gehen zusammen in einer Halle“, erläutert er. So könne beispielsweise kein Yoga stattfinden, wenn im übrigen Teil der Halle gerade eine Fußballmannschaft trainiere. Der Lärm, der durch die Trennvorhänge dringt, würde jegliche Entspannung zunichtemachen. „Besonders die Abendbelegung ist eine Katastrophe“, berichtet der Fachdienstleiter. Denn natürlich ist die Zeit nach Feierabend genau jene, die alle Vereine für ihre Trainingsangebote brauchen.

So hält Sport im Wasser richtig fit

Zusätzlich verschärft wird die Platznot noch durch den drohenden Wegfall der in die Jahre gekommenen Gymnastikhalle an der ehemaligen Fröbelschule. Die weißt inzwischen so viele Mängel auf, dass ein Trainingsbetrieb dort nur noch eingeschränkt möglich ist. Bereits seit vier Jahren sei die Stadt daher dabei, jenen Vereinen, die dort Trainingszeiten haben, frei werdende Kapazitäten in den übrigen Sportstätten anzubieten, um für Ersatz zu sorgen, informiert der Fachbereichsleiter. Jene Gruppen, die seither dennoch in die Halle wollten, seien darüber informiert worden, dass ihnen die Stadt bei einer künftigen Schließung des Gebäudes keine Ausweichmöglichkeiten bieten könne. Daher appelliere der Fachbereich regelmäßig an die Vereine, nicht benötigte Hallenzeiten „zurückzugeben“. Dies komme jedoch so gut wie nie vor, sagt Jürgen Hoffmann.

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