Mildes Wetter

Hausen statt Afrika: Störche bleiben über Winter

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In den teilweise unter Wasser stehenden Wiesen der Rodauniederung sind die beiden Weißstörche auf der Suche nach Nahrung.

Obertshausen - Temperaturen über zehn Grad Celsius und Regen zu Silvester, auch rund um die Weihnachtsfeiertage war von Eis und Schnee keine Spur.

Und so sind auch die Wiesen in der Rodauniederung bei Hausen derzeit grün und stehen aufgrund der Niederschläge der vergangenen Wochen teilweise unter Wasser. Gute Bedingungnen für zwei gefiederte Gäste, die in der Umgebung ihr Winterquartier aufgeschlagen haben. Da dürfte sich so mancher Spaziergänger dieser Tage beim Anblick der großen Weißen Figuren erstaunt die Augen reiben. Denn bei den Gästen handelt es sich tatsächlich um zwei Weißstörche, die in den nassen Wiesen Nahrung suchen.

Frösche sind es eher nicht, aber Regenwürmer stehen jetzt ganz oben auf dem Speiseplan von Adebar, weiß Nabu-Vorsitzender Peter Erlemann, der die beiden Störche beobachtet hat. Und solange die gegenwärtigen Temperaturen nicht deutlich nach unten gehen, haben die Störche ein gutes Auskommen, ergänzt er.

Neu ist diese Beobachtung jedoch nicht. Infolge des Klimawandels haben schon seit vielen Jahren immer mehr Störche ihre Zugstrategie geändert, erläutert Erlemann. Sie zögen nicht bis Afrika, sondern nur noch nach Spanien, wo sie auf Mülldeponien reichlich Nahrung finden. Und zunehmend blieben hessische Störche sogar im Land und zögen gar nicht mehr nach Süden.

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So auch die beiden Störche bei Hausen, von denen einer beringt ist. Der Ringcode 9x810, den der Nabu-Vorsitzende ablesen konnte, weist den Vogel eindeutig als alten Bekannten aus. Dieser wurde bereits an Silvester 2015 nahe der Weiskirchener Kläranlage und im Februar 2016 auch in der Rodauniederung bei Hausen beobachtet. In der Vergangenheit hat das Tier erfolgreich im Wildpark Alte Fasanierie bei Klein-Auheim und im Sommer 2017 unweit der Kläranlage im Rodgauer Stadtteil Weiskirchen gebrütet und dort zwei Junge aufgezogen. „Somit ist der am 28. Mai 2011 als Nestling bei Biebesheim im Kreis Groß-Gerau beringte Weißstorch im Kreis Offenbach heimisch geworden“, freut sich Naturschützer und Vogelexperte Erlemann. (thh)

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