Sternsinger feiern 40-jähriges Bestehen

Segen für Hilfsprojekte weltweit

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Mit einem Festgottesdienst feierten die Hausener Sternsinger ihren 40. Geburtstag.

Obertshausen – „Einmal Sternsinger – immer Sternsinger“. Der Wahlspruch von Leiterin Dagmar Silber erklärt, warum sich auch viele Jugendliche und Kinder einstiger Teilnehmer für die Dreikönigsaktion engagieren. In Hausen feierten sie jetzt ihr 40. Jahr. Von Michael Prochnow

Anno 1979 besetzten Messdiener und Theaterspieler der Gruppe „singen, spielen, darstellen“ die Rollen der „Heiligen Drei Könige“ und ihres Gefolges, erinnert sich Silber, die damals als Drittklässlerin mitzog. „Wir sind durch Schnee gestampft und durch strömenden Regen marschiert“, blickt sie zurück. Die Sternsinger haben eine Krippe auf einer Pferdekutsche und die „Weisen“ des spanischen Elternvereins quer durch die Stadt bis zur Bescherung im Waldbad-Restaurant begleitet. „Dazu haben wir natürlich spanische Weihnachtslieder gelernt, die wir bis heute singen“, berichtet die Ärztin.

Später kamen kroatische und bosnische Flüchtlinge, deren Kinder mitzogen. Und natürlich stimmen die Gruppen an den Türen der Christen aus Slawonien Strophen in deren Muttersprache an. In den ersten Jahren besuchten die Hausener „Weisen“ sämtliche Kindergärten und Altenwohnheime der Stadt. Und zwar stets mit selbst erarbeiteten Spielszenen, in die auch Akrobatik und Spezialeffekte einflossen. „Wir haben den Politikern im Rathaus erklärt, wer der Chef ist“, formuliert Dagmar Silber im Feier-Gottesdienst, und „dass ohne den Segen Jesu Christi nichts funktioniert“.

Diesen Segen schreiben die Sternsinger auf den Türstock, C+M+B, Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus. Ein Segen sind die Akteure der weltweit größten Organisation von Kindern für Kinder aber auch für rund 2500 Projekte rund um den Globus. In Kooperation mit Partnern vor Ort werden Bildung, medizinische Versorgung und Nothilfe gewährt.

300.000 Kinder und Jugendliche sind bundesweit und in einigen Nachbarländern unterwegs, das Kindermissionswerk konnte seit 1959 mehr als eine Milliarde Euro in Hilfe investieren. Daran sind auch mehrere hundert Hausener beteiligt, wenngleich der Inhalt in den Sammeldosen nicht die Hauptrolle spiele, betonen die Leiter. Mit Medien vom Missionswerk, Spielen, Filmen und Fotos sollen die Teilnehmer ein Gespür für das Leben von Gleichaltrigen in anderen Teilen der Welt entwickeln. Und die Gelegenheit bekommen, Verantwortung zu übernehmen.

Gallus-Sternsinger ziehen durch Urberach: Bilder

„Ganz toll ist immer die Gastfreundschaft der Leute, die wir besuchen“, ergänzt Dagmar Silber. Doch zum ersten Mal in 40 Jahren hat ihnen diesmal jemand ein vor der Tür abgestelltes Weihrauchfass geklaut.

Gemeindereferentin Carina Caterina zeigt auf die Krippe: „Wir gehören zusammen“, und erst mit den Besuchern aus der Ferne, die der Legende nach Weihrauch, Gold und Myrrhe zum Kind brachten, sei die „bunte Vielfalt“ im Stall komplett.

Die Figuren repräsentieren die ganze Menschheit, denn „Jesus schließt niemanden aus“. Im Beispielland Peru helfen die Sternsinger auch Kindern mit Behinderungen, und selbst hierzulande sei es noch nicht selbstverständlich, dass auch sie dazu gehören. Die emsigen Schüler „setzen Zeichen, verbreiten eine wunderbare, wichtige Botschaft“, betont die Theologin.

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