Mit 32 schon erfahren

Hausens neuer Wehrführer Andy Glaw

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Seit Januar ist Andy Glaw neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hausen. Er arbeitet bei der Berufswehr in Offenbach.

Obertshausen - Seit kurzem hat die Freiwillige Feuerwehr Hausen einen neuen Wehrführer. Andy Glaw sprang in eine Lücke, aber nicht ins kalte Wasser: Der Berufsfeuerwehrmann bringt bereits viel Erfahrung aus Offenbach mit. Von Michael Prochnow 

Er hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht! Mit 13 knüpfte er bei einem Schnuppertag Kontakt zur Jugendwehr, mit 14 wurde er dort aufgenommen. Weil seine Familie nach Bieber zog, schloss er sich dort der Einsatzabteilung in der Freiwilligen Wehr an. Er blieb aber auch der Nachwuchsorganisation treu, war erst stellvertretender und bis 2010 Stadt-Jugendwart. Seine Ausbildung zum Kfz-Elektriker hat er in der Mercedes-Benz-Niederlassung Frankfurt-Offenbach absolviert. Nach der Lehre arbeitete er zwei Jahre in einer Werkstatt in Hattersheim, verlor dabei nie sein großes Ziel aus den Augen. Denn, „jedes Feuerwehrauto hat ein Blaulicht, das man reparieren können muss!“, lächelt der 32-Jährige.

2007 erhielt er eine Stelle bei der Werkfeuerwehr Heraeus und begann die zweijährige Ausbildung zum professionellen Brandschützer, die er 2009 bei der Berufsfeuerwehr Offenbach fortsetzte. Zur umfangreichen Ausbildung für diesen Job gehört auch eine Qualifikation im Rettungsdienst, klärt der Floriansjünger auf. Damit war Glaw praktisch am Ziel seiner Wünsche, die vielleicht in seinem Urgroßvater begründet sind. Der war nämlich auch schon bei der Berufsfeuerwehr.

Es sei ein „super Beruf“, schwärmt er, abwechslungsreich und spannend. Klar, Gefahren gibt’s, bestätigt er, aber die Mannschaft sei sehr gut ausgebildet und ausgerüstet. In der Lederstadt schieben sie stets 24-Stunden-Schichten, dann haben sie 48 Stunden frei. Die Frauen und Männer warten aber nicht einfach bis zum nächsten Alarm.

Es gibt immer etwas einzubauen, zu reparieren, zu verwalten und zu prüfen. Zum Arbeitsalltag zählen zudem Übungen, theoretischer Unterricht und ein Sportraum, der wie ein Fitnesscenter mit Laufbändern, Spinning-Rädern und Kraftsport-Geräten ausgestattet ist. „Wir müssen fit sein, atemschutztauglich“, wie das im Fachjargon heißt. „Jeder kann alles“, was die Einsätze anbelangt, dennoch ist jeder auch spezialisiert und deckt ein Sachgebiet ab - wenn’s nicht brennt. Glaw ist Experte der Kommunikationstechnik, also für den Funk zuständig.

Archivbilder

Brand im Wohnheim

All die Fähigkeiten sind freilich ebenso bei den freiwilligen Wehren erwünscht, „die Gefahren sind die gleichen“. Durch die freien Tage kann der neue Wehrführer gut Kontakt zu den Mitarbeitern in Feuerwehrhäusern und in der Verwaltung halten.

Erst vor vier Jahren ist er in die Hausener Wehr eingetreten, nachdem er 2008 mit seiner Frau und dem heute dreijährigen Sohn in der Windthorststraße eine passende Wohnung gefunden hat. Im Januar wurde er in sein Amt gewählt, im Februar als Ehrenbeamter vereidigt, das ist mit einer kleinen Aufwandsentschädigung verbunden. Erst im vergangenen Jahr hat er seinen Lehrgang als Zugführer absolviert, Voraussetzung für den Leistungsposten. „Das Amt war nicht geplant“, sagt er.

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