Ein Wechsel in Obertshausen

„Haushalt wird die Nagelprobe“ – Walter Fontaine übernimmt SPD-Fraktionsvorsitz

Walter Fontaine übernimmt bis zur kommenden Wahl im März den SPD-Fraktionsvorsitz. Foto: thh
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Walter Fontaine übernimmt bis zur kommenden Wahl im März den SPD-Fraktionsvorsitz.

Einen Wechsel an der Spitze gibt es bei der SPD-Fraktion in der Obertshausener Stadtverordnetenversammlung.

Obertshausen – Nachdem Manuel Friedrich nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl sein Mandat als Stadtverordneter zurückgegeben hat, übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Walter Fontaine das Heft. Dass der „Neue“ im politischen Geschäft längst ein alter Hase ist, ist kein Geheimnis. Seit 31 Jahren sitzt Fontaine für die Sozialdemokraten im Stadtparlament, war mit kleinen Unterbrechungen 17 davon Fraktionsvorsitzender und leitet derzeit mit dem Haupt- Finanz- und Wirtschafts- auch den wichtigsten Ausschuss.

Ein bisschen Überzeugungsarbeit habe es in der Frage, ob er den Fraktionsvorsitz noch einmal übernehmen würde, dennoch gebraucht, erzählt Fontaine. „Im Hinblick auf die aktuell schwere Situation durch die Corona-Krise war uns klar, dass es Erfahrung braucht“, sagt der 68-Jährige. Einstimmig war die Wahl der Genossen dabei auf ihn gefallen. So habe er sich bereit erklärt, den Vorsitz in den verbleibenden neun Monaten bis zur Kommunalwahl im März zu übernehmen.

Bis dahin gebe es für die Stadtverordneten viel zu tun. Priorität haben dabei zunächst die finanziellen Auswirkungen der Krise, „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich Kassensturz machen“, betont Fontaine. So stehen unter anderem mit der Frage nach der Zukunft des Fröbelschulgeländes oder dem Bau eines neuen Rathauses viele wichtige Projekte an. Solange es jedoch keine verlässlichen Zahlen – etwa über die Einbrüche bei der Gewerbesteuer oder die Unterstützung von Bund und Land – gebe, sei es schwer, über künftige Projekte zu entscheiden. „Momentan sind wir nur im Blindflug unterwegs“, erläutert er. Es braucht daher so schnell wie möglich einen neuen Haushalt sowie einen Nachtrag zum aktuellen. „Das wird die Nagelprobe werden“, ist sich der Fraktionschef sicher.

Fest stehe jedoch schon jetzt, dass man vor diesem Hintergrund in den kommenden Monaten und Jahren Prioritäten werde setzen müssen. Eine davon ist nach Ansicht der Sozialdemokraten das Fröbelschulgelände auf dem es jetzt endlich vorangehen müsse. „Wir brauchen Wohnungen“, bekräftigt Fontaine. „Wir haben vor Corona fast zwei Jahre über bezahlbaren Wohnraum gesprochen“, erinnert er. Und auch für die Finanzierung des Projekts seien diese nötig, schließlich wolle auch der Kreis Offenbach den in der damaligen Einigung mit der Stadt vereinbarten Kaufpreis sehen. Für die kommende Stadtverordnetenversammlung haben sowohl SPD-Fraktion als auch der Magistrat einen Antrag zur Entwicklung des Areals vorgelegt.

Über ein mögliches neues Bündnis in der Stadtverordnetenversammlung mache man sich derzeit keine Gedanken, erläutert Walter Fontaine. Dort hatte es nach dem Ausstieg der SPD aus der Großen Koalition Ende vergangenen Jahres wechselnde Mehrheiten gegeben. „Ich denke, in der aktuellen Situation müssen wir alle zusammenarbeiten“, ist er überzeugt. Sicher seien die Sozialdemokraten derzeit gut aufgestellt, stellen aktuell den Vorsitzenden des wichtigesten Ausschusses und die Stadtverordnetenvorsteherin. Und auch Bürgermeister Manuel Friedrich, der als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegangen war, hat seine politischen Wurzeln bei den Sozialdemokraten. Davon erhoffe man sich natürlich auch ein wenig Aufschwung für die kommende Wahl, erläutert Fontaine. Derzeit sind die Sozialdemokraten dabei, ihr Wahlprogramm zu überarbeitet. (VON THOMAS HOLZAMER)

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