Doppelter Grund zum Feiern

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Während einer Feierstunde im Werkstatt-Museum wurden Gründungsmitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins geehrt.

Obertshausen - Der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen kann regelmäßig gleich zwei Jubiläen feiern. Diesmal ist es der 25. Geburtstag des Vereins und der 20. des Werkstattmuseums „Karl-Mayer-Haus“, die ebendort gefeiert wurden. Von Michael Prochnow

Am 11. August 1987 kamen interessierte Bürger im Rathaus Beethovenstraße zusammen und gründeten den Verein. Der Initiator und zum Vorsitzenden gewählte Otto Lechens gewann am selben Abend 39 Mitstreiter – 21 dieser Mitglieder sind bis heute dabei. Die Einweihung des Museums erlebte Lechens jedoch nicht mehr, er verstarb nur wenige Monate nach der Verwirklichung seiner Herzensangelegenheit, der Vereinsgründung.

„Die Führung des jungen Gebildes übernahm mit großem Engagement und viel Kompetenz Inge Klohoker“, würdigte deren Nachfolger Professor Dr. Klaus Werner die Anwesende. Sie erarbeitete auch das Konzept für das „Karl-Mayer-Haus“. Es wurde am „Tag der Deutschen Einheit“, am 3. Oktober 1990, vorgestellt und exakt zwei Jahre später mit der Eröffnung des Museums verwirklicht. Der Fabrikant und Ehrenbürger Karl Mayer nahm seinerzeit an der Feier in seinem umgebauten Elternhaus teil.

Aufarbeitung der lokalen Geschichte

Die frühere Lederproduktion und die Spitzen-Tradition bilden das Herz des Hauses, ihnen sind Dauerausstellungen gewidmet.

Ein wesentlicher Auftrag an die Hobby-Historiker sei die Aufarbeitung der lokalen Geschichte. So brachte der Verein 2007 zusammen mit dem Mühlheimer Geschichtsverein das Familienbuch Lämmerspiel-Hausen heraus, jetzt soll ein Band für Oberts-hausen folgen.

Regelmäßige Publikationen sind geplant, weitere Sammlungen liegen bereits vor, beispielsweise über die Mühlen in Hausen. „Hoffentlich macht das Geld uns keinen Strich durch die Rechnung“, fürchtet der Vorsitzende Einschränkungen.

Bürgermeister Bernd Roth lobte das Werk Lechens und Inge Klohoker, sie habe damals „auf die richtige Spur gesetzt“. Roth erinnerte sich an das heutige Haus, als in der Nachbarschaft noch die Kerb gefeiert wurde. Das Heimatmuseum sollte die alte Schule in der Waldstraße 1 werden. Bei „etwas unsachgemäßen Arbeiten“ am Fundament sei die Front weg gestürzt und damit erstmal der Traum vom Museum geplatzt. Karl Mayer habe daraufhin sein Eltern- und Geburtshaus der Stadt geschenkt. Doch damals lebte noch eine Wohngemeinschaft in dem Gebäude.

„Zeichen dafür, dass Bewegung drin ist“

Roth interpretierte das „Konzept Werkstattmuseum“ als „Zeichen dafür, dass hier Bewegung drin ist“. Und, „was wäre der Verein, was die Stadt ohne das Museum“, lobte der Rathauschef. „Ausstellungen bewegen immer wieder Menschen, hierher zu kommen“, beobachtete er. Selbst alteingesessene Bürger staunten, weil sie vorher nie im Mayer-Haus gewesen seien

Eduard Schneider, der Zweite Vorsitzende des HGV und Vorstandsmitglied Melitta Matthes ehrten die 21 verbliebenen Gründungsmitglieder des Vereins. Ausgezeichnet wurden die Ehrenbürgerin und ehemalige Stadtverordneten-Vorsteherin Hildegard Bühl, Helma Geist, Bärbel Kischlat-Schwalm, Inge Klohoker, Margarethe Volk, Franka Wilz, Volker Henning, Winfried Kennerknecht, Harald Mark, Gerhard Müller, Bürgermeister Bernd Roth, seine Vorgänger Josef Seib und Robert Roth, Peter Roth-Weikl, Harald Tenschert, Roland Wenz, Martin Wilhelm, Klaus E. Winter, Ludwig Zelinger und die „Seele des Vereins“, der Vereinsvorsitzende Dr. Klaus Werner.

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