Digitale Tafeln und Schul-Cloud

Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen sieht sich gut gerüstet für den Heimunterricht

Laptops für Schüler: Sven Köhler, der Medienbeauftragte der Hermann-Hesse-Schule Obertshausen verteilt die Geräte, die der Kreis zur Verfügung gesellt hat.
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Laptops für Schüler: Sven Köhler, der Medienbeauftragte der Hermann-Hesse-Schule Obertshausen verteilt die Geräte, die der Kreis zur Verfügung gesellt hat.

Die Infektionszahlen explodieren, die Corona-Pandemie und die entsprechenden Einschränkungen bestimmen weiter unseren Alltag, doch noch sind Schulen und Kitas offen. Sollte die Zahl der Infizierten weiter so rasant steigen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis an den Schulen – zumindest teilweise – wieder auf Heimunterricht gesetzt wird.

Obertshausen –Die Hermann-Hesse-Schule sieht sich für diesen Ernstfall gut gerüstet. „Wir haben uns trotz der widrigen Umstände gut vorbereitet“, erzählt Sven Köhler, der Medienbeauftragte der Schulleitung. Bereits vor den Herbstferien habe man in einer Umfrage unter den Schülern ermittelt, wer zu Hause für den digitalen Unterricht ausgestattet ist und wo noch Bedarf herrscht. Das Ergebnis: 92 Kinder und Jugendliche verfügten daheim nicht über einen Computer, WLAN war jedoch in allen Haushalten verfügbar.

Vergangene Woche ist auch das Rechnerproblem gelöst worden: Der Kreis Offenbach hat der Hermann-Hesse-Schule aus seinem Sofortausstattungsprogramm zur Digitalisierung der Schulen 121 Laptops zur Verfügung gestellt, die den Schülern vorerst bis zum Ende des Schuljahres für den Heimunterricht zur Verfügung stehen. Bereits seit dem vergangenen Herbst sei die Kooperative Gesamtschule in Obertshausen flächendeckend mit WLAN ausgestattet, berichtet Köhler.

In einem Modellversuch habe man den Ernstfall schon geprüft: „Wir haben Lerngruppen halbiert, ein Teil ist im Präsenzunterricht, der andere Teil nimmt per Video teil.“ So könnten größere Abstände im Klassenzimmer eingehalten werden und im Infektionsfall müsste nur eine kleine Gruppe unter Quarantäne gestellt werden. Bereits jetzt nehmen Schüler, die unter Quarantäne stehen, per Videostream am Unterricht teil.

Und was in vielen anderen Schulen vermutlich noch zum Alltag gehört, ist an der Hermann-Hesse-Schule bereits Vergangenheit: Tafeln, die noch mit Kreide beschrieben werden. „Wir haben in jedem Raum digitale Tafeln, die Inhalte werden per Rechner auf das Tafelbild projiziert und können dann abgespeichert und verschickt werden“, erzählt Köhler. Außerdem habe man aus dem Lockdown im Frühjahr gelernt: Damals sei die Situation chaotisch gewesen, man habe per Mail oder per WhatsApp kommuniziert, was zur Folge hatte, dass manche Schüler nicht immer erreichbar waren. Nun gebe es eine Schul-Cloud, deren Nutzung für Lehrkräfte und Jugendliche verpflichtend sei, und über die die Kommunikation nun laufe. (Von Niels Britsch)

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