Hermann-Hesse-Schule

Glückstreffer gelandet

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Die Hesse-Schule möchte den Schüleraustausch mit der spanischen Schule IES Complutense in Alcalá de Henares etablieren.

Obertshausen - Wiederholungsgefahr besteht bei 29 spanisch lernenden Schülerinnen und Schülern der Obertshausener Hermann-Hesse-Schule. Grund ist erste Schüleraustausch der Schule, der mit einer spanischen Einrichtung organisiert wurde und der für alle ein großer Erfolg war. Von Peter Back 

Über ein Online-Portal in Madrid, das Schulen der iberischen Halbinsel mit Schulen aus der ganzen Welt in Verbindung bringt, hatte Spanisch-Lehrerin Nadine Richter die Hermann-Hesse-Schule präsentiert und mit der Partnerschule IES Complutense einen Glückstreffer gelandet, wie sie betont. Ähnlich groß wie die Gesamtschule im Hasenwinkel ist die Einrichtung, die in der rund 203.000 Einwohner zählenden Stadt Alcalá de Henares steht. Bekannt ist die rund 30 Kilometer östlich von Madrid gelegene Stadt vor allem als Geburtsort des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes, Autor des Romans Don Quijote.

„Das Schulgebäude ist viel älter als unseres, die Sporthalle außerdem sehr klein“, erinnerte sich Benjamin Ecker, einer der Austausschüler. Ganz im Gegensatz dazu stand das große öffentliche Angebot an Fußball- und Basketballplätzen, das eifrig von den Einheimischen genutzt wurde. Dass in manchen Gastfamilien nicht von Tellern, sondern direkt von Tischen gefrühstückt wurde, dass erst gegen 22 Uhr zu Abend gegessen wurde und dass sich das Alltagsleben in viel größerem Umfang auf der Straße abspielt als in Deutschland, fiel manchem der Schüler der neunten Gymnasial- und zehnten Realschulklasse auf, die Spanisch als zweite Fremdsprache lernen.

Dass Lehrer mit dem Vornamen angesprochen und geduzt werden und Umarmungen bei der Begrüßung der Schüler untereinander an der Tagesordnung sind, waren ebenfalls Erlebnisse, die den deutschen Schülern ungewohnt vorkamen. Den Empfang am Madrider Flughafen durch die Gastfamilien haben die meisten noch als überaus herzlich in Erinnerung. Umgangssprachliche Ausdrücke, die in keinem Lehrbuch zu finden sind, stehen auf der sprachlichen Habenseite der Austauschwoche. „Im Gegensatz zum Unterricht haben wir geplaudert, ohne groß über Grammatik und Satzbau nachzudenken“, findet Julia Götz den Lerneffekt des siebentägigen Austauschs enorm.

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Vor allem, dass die spanische Sprache allgegenwärtig war, seien es die Erläuterungen bei den Ausflügen, die Unterhaltungen in den Gastfamilien, das Bestellen in Cafés und das Einkaufen in Geschäften, wurde als sehr positiv für die Sprachentwicklung registriert. Dabei wird Spanisch von den Schülern als Weltsprache wahrgenommen, die auch beruflich mehr Vorteile bringt als französisch. Die einfachere Aussprache aber auch das Interesse an der spanischen Kultur waren Argumente, die Sprache neben dem Englischen zu lernen. Diese Argumente spiegeln sich auch in der Gewichtung des Spanischen als zweite Fremdsprache an der Hermann-Hesse-Schule wieder. In den neu startenden siebten Klassen haben 70 Kinder Spanisch als zweite Fremdsprache gewählt, während nur noch 17 Französisch lernen möchten.

Der seit vielen Jahren bewährte Schüleraustausch mit Frankreich ließ bei Spanisch-Schülern an der Hermann-Hesse-Schule den Wunsch aufkommen, einen Austausch mit der spanischen Schule zu organisieren. „Die spanischen Kollegen sind sehr motiviert und haben uns vieles gezeigt“, freute sich Nadine Richter. Zusammen mit Kollegin Irmgard Krüger hatte sie den Austausch organisiert, Fragebögen an ihre Schüler verteilt, in denen nach Hobbys und sonstigen Vorlieben fragte, um Jugendliche mit ähnlichen Interessen zusammen zu bringen. Eine 27-köpfige Gruppe aus Alcalá de Henares machte mir ihrem einwöchigen Besuch im Oktober den Anfang. „Die Vorbereitungen zum nächsten Austausch mit der Schule IES Complutense laufen bereits“, verriet Nadine Richter, die den Austausch langfristig etablieren will.

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