Hermann-Hesse-Schule: Nichts für Sportmuffel

Obertshausen - Während manche Schüler schon bei der bloßen Erwähnung von Worten wie Volleyball, Leichtathletik oder Geräteturnen zusammenzucken, können sich andere nichts Schöneres vorstellen. Für all diese richtet die Hermann-Hesse-Schule nun ein neues Angebot ein. Von Lena Marie Jörger 

Ab dem Schuljahr 2015/ 2016 soll es eine Sportklasse geben. Kinder, die aufgenommen werden möchten, müssen natürlich vor allem Interesse am Sport mitbringen. Eines der Auswahlkriterien: Die Schüler sollten mindestens eine Sportart im Verein ausüben und regelmäßig an Training und Wettkämpfen teilnehmen. Außerdem müssen sie schwimmen können und mindestens gute Leistungen im Fach Sport und im Sozialverhalten vorweisen. „Es ist wichtig, dass die Kinder mit anderen klarkommen und mit Siegen oder auch mal Niederlagen umgehen können“, erläutert Michael Weis, Leiter der kooperativen Gesamtschule.

Er erhoffe sich, dass die Einrichtung durch das neue Angebot attraktiver werde. „Die Sportklasse ist ein Alleinstellungsmerkmal“, betont er. Die Schülerzahlen gingen insgesamt zurück, gerade im Gymnasialzweig kämpfe die Einrichtung um Anmeldungen. „Viele Eltern sind der Meinung, ein ,richtiges‘ Gymnasium sei das Richtige für ihr Kind“, sagt Weis. „Wir sind qualitativ aber auf keinen Fall schlechter!“ Ein Nachfrage-Problem habe es auch bei der Bläserklasse gegeben. Mittlerweile bietet die Schule deshalb nur noch Bläsergruppen in den Jahrgangsstufen fünf und sechs an.

Die Idee zur Sportklasse hatte Gymnasialzweigleiter Anthony Hayes, erinnert sich Weis. Die Sportlehrer erarbeiteten dann ein Konzept. Dieses sieht vor, dass die Schüler pro Woche eine Stunde mehr Sportunterricht haben als ihre Altersgenossen. Außerdem stehen Disziplinen auf dem Lehrplan, die sonst eher selten den Weg dorthin finden: Frisbee, Badminton, Fitness.

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Ein besonderes Schmankerl: Für Wettkämpfe und Trainingslager gibt es schulfrei. Und weil die meisten Turniere am Wochenende stattfinden, werden montags in der Regel keine Klassenarbeiten geschrieben. Die Sportklasse führt bis zur Jahrgangsstufe sieben. In der sechsten steht eine Klassenfahrt an – wahrscheinlich geht es zum Skifahren in die Berge. Die Schulleitung wolle nun abwarten, wie das Angebot ankomme. „Wenn wir Pech haben, melden sich zehn Kinder an, wenn wir Glück haben 30“, sagt Weis.

Diesen Samstag können sich Eltern und Kinder beim Tag der offenen Tür auch über die Sportklasse informieren. Der Vormittag teilt sich in zwei Blöcke: Von 9.30 bis 11.15 Uhr und von 11.15 bis 13 Uhr können Besucher der Bläsergruppe lauschen, Unterricht und Projekte erleben und sich mit Schulleitung, Lehrern, Elternbeirat und Schülern unterhalten.

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