Umweltbewusster Sport

Herrmann-Hesse-Schüler in Obertshausen entdecken „Plogging“ für sich

Startklar für „Plogging“: Herrmann-Hesse-Schüler machen sich mit Handschuhen und Mülleimern ausgerüstet auf, den etwas anderen Sport aus Schweden auszuüben.
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Startklar für „Plogging“: Herrmann-Hesse-Schüler machen sich mit Handschuhen und Mülleimern ausgerüstet auf, den etwas anderen Sport aus Schweden auszuüben.

Obertshausen – Wer „Plogging“ mit Sport in Verbindung bringt, liegt genau richtig. Denn dahinter verbirgt sich eine umweltbewusste Sportart, die Herrmann-Hesse-Schüler neuerdings praktizieren. „Ich hätte nie gedacht, dass so viel Müll in die Umgebung geworfen wird, den meisten sieht man nämlich erst bei genauerem Hinsehen“, meint Benjamin aus der Sportklasse 7bG der Hermann-Hesse-Schule. Zusammen mit 25 engagierten Mitschülern nutzt er eine Wanderung während des Sporttheorieunterrichts um zu „ploggen“.

Und wer hat’s erfunden? Die Schweden. Das schwedische Wort „plocka“ bedeutet nämlich „aufheben“ und wurde von Sportlern mit dem Wort „Jogging“ verbunden. Ein „Plogger“ sammelt also während des Laufens mit seinen Handschuhen und einem Abfallbehälter Müll in der Natur auf.

Die Sportklasse 7bG von Klassenlehrer Sebastian Hix wählte allerdings zum „Warmwerden“ eine langsamere Variante und sammelte den Müll während einer Wanderung durch Obertshausen ein. Neben der Bewegung im Freien sollten die Schüler dadurch für die Vermüllung in der Umwelt sensibilisiert und dazu animiert werden, diese aktiv zu bekämpfen. „Die Wanderungen zum Waldpark war zwar nicht lang, aber durch das Müllsammeln haben wir für die Strecke länger gebraucht als gedacht“, berichtet Siebtklässler Moleen. Anh-Phong fügt hinzu: „Ich war überrascht, wie schnell unser Eimer voll war, aber es hat sich gut angefühlt, den ganzen Müll aufzusammeln.“

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die Schüler der Sportklassen an der Hesse-Schule zurzeit auf den sonst üblichen Praxisunterricht verzichten und haben stattdessen eine Doppelstunde Theorie. Da die Bewegung darunter natürlich leidet, hat sich Sportkoordinator Hix mit seinen Kollegen zusammengesetzt, um trotzdem einen Weg zur Bewegungsförderung anbieten zu können. Das Wanderprojekt „Rund um Obertshausen“ in Verbindung mit dem Plogging gehörte zu den ersten Ideen. „Dabei lernen die Schüler nicht nur Obertshausen besser kennen und bewegen sich im Freien, sondern merken nach eineinhalb Stunden auch, dass Wandern anstrengend ist“, erläutert Hix.

Nach dem Ausleeren der vollen Mülleimer an der Schule waren die Siebtklässler sichtlich zufrieden mit ihrem Ergebnis, da sie durch das Plogging etwas Gutes für die Umwelt und die Gemeinschaft getan hatten, sagt Hix. „Eigentlich müssen wir nächste Woche wieder los, denn es ist noch genügend Müll zum Sammeln da“, findet Benjamin und regt damit in der Klasse die Organisation der nächsten Tour an.  ron

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