Keine, die große Aufgaben scheuten

Hesse-Schule verabschiedet Weis und Trauppell in den Ruhestand

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Der Schritt in den Ruhestand: Michael Weis (links) und Klaus Trauppell bei ihrer Verabschiedung.

Obertshausen - Lesen, reisen und Touren auf dem Motorrad – dafür hat Michael Weis ab Mittwoch dieser Woche jede Menge Zeit. Pünktlich zum Unterrichtsschluss am Dienstag beginnt für den Schulleiter der Hermann-Hesse-Schule offiziell der Ruhestand. Von Thomas Holzamer 

Zeitgleich mit ihm geht Klaus Trauppell, lange Jahre Leiter des Realschulzweigs der Schule und dienstältestes Mitglied der Schulleitung, in Pension. 1990 und 1991 waren die beiden an Obertshausens kooperative Gesamtschule gekommen. Zur gemeinsamen Abschiedsfeier strömten neben vielen aktiven und ehemaligen Kollegen auch Schüler, die Familien der Pensionäre und Schulamtsdirektorin in Offenbach, Hildegunde Gier. In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Roger Winter lobte Michael Jentzsch von der Kinder- und Jugendförderung die Zusammenarbeit mit der Schule, die als „wichtiger Baustein in der Mitte der Stadt“ unter anderem seit 19 Jahren auch Ort für den Mitternachtssport der Kinder- und Jugendförderung ist.

Als ehemaliger Hesse-Schüler kennt Jentzsch die scheidenden Rektoren bereits aus den letzten zwei Jahren seiner Schulzeit. „Wer hätte vor 30 Jahren gedacht, dass ausgerechnet ich mal hier stehe und zwei meiner ehemaligen Pauker verabschiede“, gesteht er lachend. Das Engagement von Schulleiter Michael Weis, vor allem zum Wohle seiner Schüler, würdigt auch Gier. Dabei habe er vor großen Herausforderungen nicht zurückgeschreckt. Im Gegensatz zu anderen Schulleitern habe Weis beispielsweise bereitwillig schwierige Schüler aufgenommen, die von anderen Schulen geflogen waren und selbst im Umgang mit Schülern Fingerspitzengefühl bewiesen, die in ein salafistisches Umfeld abzudriften drohten. Besonderen Wert hat Weis stets auf die Vorbereitung der Schüler auf das spätere Berufsleben gelegt. Er führte die Berufsorientierungsphase ein.

„Für mich war das Lehrerdasein nie eine Arbeit, sondern eine Berufung“, beschreibt der Schulleiter seine Motivation. Und so hielt er es auch in der Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium. Den Kollegen gab er immer viel Freiraum, Aufgaben zu übernehmen und sich einzubringen. „Fordern und Fördern“ sei dabei stets das Credo gewesen, bescheinigt auch die Schulamtsleiterin bei der feierlichen Übergabe der Pensionsurkunde.

Nicht weniger positiv äußert sie sich über den langjährigen Weggefährten Klaus Trauppell, den Weis „quasi als letzte Amtshandlung“ seinerseits in den Ruhestand verabschieden darf. Die Informationstechnologie sei immer das Steckenpferd des studierten Mathematikers und hervorragenden Pianisten gewesen. Ein Umstand, der dazu führte, dass Trauppell als erster Kollege sein Notebook in die Notenkonferenz mitbrachte und so das Schreiben der Zeugnisse am PC an der Hermann-Hesse-Schule einführte. „Ich habe an ihm immer seinen Humor, seine Korrektheit und seine absolute Zuverlässigkeit geschätzt“, so Weis, „und es wird mir fehlen, nicht mehr tagtäglich mit ihm und den anderen Kollegen zu scherzen“.

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