Herausforderung gemeinsam stemmen

Grundschulen und Stadt kooperieren bei der Notbetreuung am Nachmittag

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Nach wochenlangem Warten war es gestern soweit: Der Startschuss für die Wiedereröffnung der hessischen Grundschulen ist gefallen. (Symbolbild)

Nach wochenlangem Warten war es gestern soweit: Der Startschuss für die Wiedereröffnung der hessischen Grundschulen ist gefallen.

Heusenstamm – Den Anfang machen zunächst die Viertklässler, die in kleineren Gruppen für jeweils 20 Stunden in der Woche wieder den Präsenzunterricht besuchen. Freilich noch unter strengen Abstands- und Hygieneregeln, die es zu beachten gilt.

Im zweiten Schritt ab Montag, 2. Juni, sollen dann alle Schüler von den ersten bis zu den vierten Klassen jeweils für sechs Wochenstunden an ihre Schreibtische in den Klassenzimmern zurückkehren.

Ein große Herausforderung auch für das Personal an den drei Grundschulen der Schlossstadt, insbesondere auch im Hinblick auf die Nachmittagsbetreuung. Die Notbetreuung hatten die Heusenstammer Schulen während der Wochen des Shutdowns mit eigenen Personalressourcen gestemmt. Doch das ist mit der schrittweisen Öffnung der Bildungseinrichtungen nicht mehr möglich, wie die Leitungen der drei Heusenstammer Grundschulen bestätigen. Denn neben dem Präsenzunterricht, der aufgrund der kleineren Gruppengrößen von maximal 15 Kindern mehr Personaleinsatz erfordert, bleibt auch die Online-Variante weiter bestehen. Zudem müssen die Oberflächen in den Klassenzimmern nach jedem Raumwechsel der Schülergruppen sorgfältig gereinigt werden. So stellt die Kombination aus der Erweiterung der Schülerzahlen unter verschärften Bedingungen zusammen mit dem Gebot, die Notbetreuung bis in den Nachmittag anzubieten – also in der Zeit, in der kein Präsenzunterricht stattfindet – die Lehrer vor eine große Aufgabe. „Dieser organisatorische und pädagogische Mehraufwand ist von unseren Schulen personell leider nicht leistbar“, sagt Christiane Knickel, Leiterin der Adalbert-Stifter-Schule, stellvertretend für ihre Kollegen.

Um die Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, trotzdem zu gewährleisten, bekommen die Grundschulen nun Unterstützung von der Stadt Heusenstamm. Diese habe nach gemeinsamen Konzeptgesprächen mit allen Beteiligten zugesagt, die Notbetreuung mit Erzieherinnen und Erziehern aus den städtischen Schulkindbetreuungen sicherzustellen und so die Schulen zu entlasten, heißt es aus dem Rathaus. „Der Betreuungsbedarf der Eltern steigt merklich, und auch die Liste der systemrelevanten Berufe wird ständig erweitert“, erläutert Bürgermeister Halil Öztas. Bei den Schulen freut man sich über die Verstärkung. „Die enge und zielorientierte Zusammenarbeit der hiesigen Schulen und der Kommune ist vorbildlich“, ergänzt Christiane Knickel. Das Notbetreuungskonzept soll vorerst bis zu den Sommerferien laufen. thh

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