Mit Gutscheinen durch Corona

Webseiten aus dem Kreis Offenbach bieten Hilfe für lokale Geschäfte

Arbeit auf Abstand: Im Konferenzraum werfen Anthony Giordano (von links) Holger Bischoff, Steffen Bogdahn und Manuel Friedrich einen Blick auf die Seite.
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Arbeit auf Abstand: Im Konferenzraum werfen Anthony Giordano (von links) Holger Bischoff, Steffen Bogdahn und Manuel Friedrich einen Blick auf die Seite.

Viele Unternehmen kommen durch die Corona-Krise an ihre Grenzen. Engagierte Teams aus Heusenstamm und Obertshausen haben für ihre Städte im Kreis Offenbach Webseiten mit Hilfsangeboten auf die Beine gestellt. 

Heusenstamm/Obertshausen – Infos rund um die Corona- Pandemie, eine Übersicht über die eheramtlichen Hilfsangebote und Unterstützung für die Gewerbetreibenden im eigenen Ort: Das bieten zwei neue Internetseiten, die engagierte Teams aus Heusenstamm und Obertshausen für ihre jeweilige Stadt auf die Beine gestellt haben. 

Corona im Kreis Offenbach: Webseiten mit Hilfsangeboten für lokale Unternehmen

Auf diesen finden die Nutzer nicht nur Informationen zu Hilfsangeboten, sondern auch die Angebote der heimische Gastronomie und des Einzelhandels. So haben Interessierte auf beiden Portalen pünktlich zum Osterfest die Möglichkeit, Einkaufsgutscheine für zahlreiche Geschäfte zu bestellen. Diese können dann später eingelöst werden, wenn die Beschränkungen zum Schutz vor der Ansteckung mit dem Coronavirus wieder aufgehoben werden.

„Rette deinen Ort“, heißt die Aktion, die eine Initiative aus Obertshausenern ins Leben gerufen hat. Zu finden ist die neue Seite ab heute unter obertshausen.rettedeinenort.de. Seit Montag können sich Gewerbetreibende auf der Plattform kostenlos für den Service registrieren. Wer einen Gutschein kaufen möchte, wählt auf der Seite das Geschäft aus. Diesen können die Kunden speichern oder direkt zu Hause ausdrucken und später im jeweiligen Geschäft einlösen, erläutert Anthony Giordano, der gemeinsam mit seinem Team der in Hausen ansässigen „GWeb Solutions“ die Entwicklung der Website sowie den technischen Betrieb übernommen hat. 

„Rette deinen Ort“ als Vermittler zwischen Kunden und Geschäften in der Corona-Zeit

„Die Plattform tritt dabei rein als Vermittler zwischen Kunde und Geschäft auf“, sagt er. Bezahlt wird bequem per Sepa-Lastschrift oder Direktüberweisung, wofür die Initiative von der Sparkasse unterstützt wird. Gesponsert wird die Initiative, der neben Giordano auch Obertshausens künftiger Bürgermeister Manuel Friedrich sowie Steffen Bogdahn und Holger Bischoff angehören, zudem von der Maingau Energie. Auch die Stadt bewirbt die Aktion.

„Ich wurde von verschiedenen Seiten auf das Thema angesprochen“, berichtet Friedrich. Ebenso wie Bogdahn und Bischoff, mit denen er sich darüber austauschte. Bischoff hatte es bei einem Besuch seines angestammten Bäckers gepackt: „Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsinhaber wurde klar, er wird nicht lange überleben können, wenn wir nichts machen“, erzählt er. Und TGS- Vorsitzender Steffen Bogdahn ergänzt: „Kickers Obertshausen, Teutonia Hausen, TV Hausen, der TCAW oder wir von der TGS haben alle Vereinsheime und -gaststätten. Wir wünschen uns auch für die Zeit nach der Krise diese. Dafür müssen wir sie auch unterstützen.“ Zu dritt wandten sie sich an Giordano, der mit seinem Team nach einer eigenen Anfrage bereits an einer Lösung arbeitete. Die für die Nutzer kostenlose Plattform ist übrigens auch für andere Städte nutzbar, denen es an den finanziellen Mitteln für eine technische Realisierung fehlt. „Die Plattform skaliert quasi automatisch: Wenn sich jemand aus einer anderen Stadt anmeldet, wird von alleine die passende Domain generiert“, erläutert er.

Auch in Heusenstamm gibt es eine Webseite, die Unternehmen durch die Krise helfen soll 

Das Pendant für die Schlossstadt hat der Gewerbeverein Heusenstamm in die Hand genommen. Auf der Seite ist es Inhabern ebenfalls möglich, ihr Geschäft einzutragen und darüber Gutscheine anzubieten. Die Kunden geben ihren Wunschbetrag an und schicken die Anfrage ab, woraufhin das Unternehmen eine Nachricht bekommt und sich um die Abwicklung kümmert. Der Gewerbeverein ruft die Heusenstammer Geschäfte dazu auf, sich einzutragen, um die Liste schnell zu verlängern. Neben dem Einzelhandel führt die Seite heusenstamm.help außerdem zwei Initiativen zusammen, die auf Facebook ihren Anfang haben: „Heusenstamm hilft“ und „Heusenstamm bestellt“. Letzterer entspringt der Idee von Steffen Ball, eine „Online-Speisekarte“ zu erstellen. „Die Gruppe läuft gut: Die Menschen inspirieren sich mit ihren Essensbildern gegenseitig“, berichtet er.

Freiwillige Helfer suchen Materialspenden für Mundschutzmasken

Als Fremde in die Krise gegangen sind diejenigen, die bei „Heusenstamm hilft“ gemeinsam Mundschutzmasken nähen oder anderweitig Menschen aus der Risikogruppe helfen. Auf der neuen Internetseite ist unter „Heusenstamm hilft“ aufgelistet, was die fleißigen Näher derzeit benötigen. „Stoff haben wir derzeit genug, aber Gummibänder wären gut“, informiert Cornelia Löwenberg. Christine Löwe ist die „Materialbeschafferin“. Wer spenden möchte, kann unter christine.loewe@gmx.de Kontakt mit ihr aufnehmen. Bei Löwenberg kann sich unter cornelia.loewenberg@heusenstamm.de melden, wer gerne selbst zu Nadel und Faden greifen will.

VON THOMAS HOLZAMER UND LISA SCHMEDEMANN

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