Hilfe und Unterstützung

Förderverein will Angebote für Menschen mit Behinderung schaffen

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Beim Spieleabend ist die Stimmung unter den Hausbewohnern gut. Das freut auch Leiterin Almut Borowicz (rechts).

Obertshausen - Neun Jahre sind seit der Eröffnung der Wohnanlage für Menschen mit einer Behinderung an der Adenauerstraße vergangen. Nun haben Angehörige der Bewohner einen Förderverein gegründet. Von Thomas Holzamer

Um einen neuen Förderverein ist die Stadt Obertshausen reicher geworden. In diesem haben sich Angehörige der Bewohner des Wohnheims für behinderte Menschen an der Adenauerstraße zusammengefunden. Mit ihrem Engagement und einer Vielzahl von Ideen wollen die 22 Gründungsmitglieder des „Fördervereins Wohnverbund Obertshausen“ um Vorsitzende Gabriele Meister die Angebote für die geistig behinderten und körperlich teils schwer eingeschränkten Bewohner verbessern.

Diese Unterstützung wird dringend benötigt, wie die Vorsitzende des jungen Vereins erläutert. Denn trotz des Bundesteilhabegesetzes sind viele Dinge, die für Andere selbstverständlich sind, für die Bewohner in weiter Ferne. So ist etwa Schwimmen, das neben dem Ausgleich auch die körperliche Bewegung fördert, für die Bewohner nur in Begleitung möglich. Das erfordert das notwendige Personal und einen Fahrdienst, wie Meister erläutert. Ein Aufwand, den der Träger der Einrichtung weder personell, noch materiell leisten könne.

Insgesamt 36 Männer und Frauen betreut die Leiterin Almut Borowicz gemeinsam mit ihrem Team. Deren individuelle Bedürfnisse unterscheiden sich je nach Grad der Einschränkung stark, erläutert sie. Diese Bemühungen will der Förderverein mit verschiedenen Projekten unterstützen, die neben der Verbesserung der Ausstattung des Hauses vor allem Freizeitangebote für die Bewohner im Fokus haben. „Denn Behinderte finden nur schwer Einrichtungen oder Vereinsstrukturen, in denen sie sich regelmäßig sportlich betätigen können“, erläutert Vorstandsmitglied Dieter Hagen. Oft fehle es eben an der notwendigen Begleitung oder einer Fahrmöglichkeit.

Ein wöchentlich stattfindendes Schwimmangebot ist auch eines der ersten Projekte, die sich die Mitglieder des Vereins zum Ziel gesetzt haben. Dieses soll gemeinsam mit dem integrativen Schwimmverein Crazy Fish ermöglicht werden.

Ebenso angedacht seien regelmäßige Freizeitangebote wie etwas das gemeinsame Kochen am Wochenende, Seidenmalerei oder Tanzen, zählt die Stellvertretende Vorsitzende Stefanie Moritz-Hagen auf.

Ein weiteres Thema, das den Förderern am Herzen liegt, ist die Unterstützung von Urlaubsfreizeiten, die für die behinderten Menschen die einzige Möglichkeit darstellen, einmal aus dem gewohnten Umfeld raus zu kommen, wie Schatzmeister Volker Eckrich erläutert. Denn solche Angebote seien wegen der notwendigen 24-Stunden-Betreuung, die je nach Dauer der Reise mit 1000 bis 1500 Euro zu Buche schlägt, für den Großteil der Bewohner unerschwinglich. „An dieser Stelle könnten wir uns zum Beispiel Patenschaften jeweils für eine Freizeit vorstellen“, sagt Gabriele Meister. Über weitere Mitglieder und finanzielle Unterstützung freuen sich die Vorstandsmitglieder.

Weitere Infos zum Förderverein und den geplanten Projekten gibt es bei Stefanie Moritz-Hagen unter Tel.: 06102/34537 und per Mail an mo53@gmx.net.

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