Holzpreise stagnieren

Auch Bäume haben Sonnenbrand

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Aus der Vogelperspektive ist Obertshausen umgeben von Grün. Doch nicht alles davon ist auch Teil der städtischen Gemarkung.

Obertshausen - Mit 292 Hektar ist der Obertshausener Wald der zweitkleinste Stadtforst im Kreis. Fast ebenso klein sind die Erlöse, die seine Bewirtschaftung für die Stadt abwirft. Von Thomas Holzamer 

Kiefern, Buchen und dazu noch ein paar Eichen – verglichen mit den meisten anderen Kommunen im Kreis Offenbach ist die Stadt Obertshausen waldwirtschaftlich betrachtet eher klein. „Ein kleiner aber feiner Waldbesitzer“, drückt es Michael Löber, Bereichsleiter Produktion bei Hessen Forst aus. Und mit seinen 292 Hektar ist Obertshausens Wald kreisweit in der Tat der zweitkleinste in städtischem Besitz. Entsprechend gering fallen auch die Erlöse aus, die die Stadt aus seiner Bewirtschaftung durch Hessen Forst einnimmt. Etwa 1000 Euro werden es dieses Jahr unterm Strich, nennt Löber. Dabei stehen geplanten Ausgaben von 27.000 Euro Einnahmen von 28.000 Euro gegenüber. Zumindest solange nicht noch ungeplante Arbeiten zur Verkehrssicherung nötig würden. Die könnten durch die anhaltende Trockenheit in diesem Jahr noch nötig werden.

Denn infolge des Wassermangels werfen viele Bäume einen Großteil ihres Laubes oder gar ganze Äste ab, um ihren Wasserverbrauch zu senken, erläutert der Forstwirt. Zudem bekommen auch die Bäume, vor allem im Randbereich des Waldes, bei zu starker Sonneneinstrahlung einen „Sonnenbrand“. Dabei bilden sich Risse in der Rinde, was in einigen Fällen gar zum Absterben des Baumes führen könne. Im Moment seien die Schäden durch die Trockenheit noch nicht so hoch, allerdings wirke sich der Wassermangel auch auf das langfristige Wachstum der Bäume aus.

Aus diesem Grund kontrollieren die Mitarbeiter von Hessen Forst die Wälder turnusmäßig und schlagen abgestorbenes Holz. Außer direkt neben größeren Straßen wie etwa entlang des A3, dort liege die Zuständigkeit für die Kontrollen bei Hessen Mobil, erläutert Löber. Werden Schäden entdeckt, sind jedoch wieder die Forstmitarbeiter am Zug. „Dann fällt der Baum innerhalb von drei Tagen“, informiert er.

Das geschlagene Holz – rund 1000 Festmeter sind für dieses Jahr geplant – wird verkauft. Doch sind die Preise auf dem Holzmarkt zuletzt stark gefallen. Das sei dank laufender Abnahmeverträge für das Ergebnis in diesem Jahr noch kein Problem, erläutert Michael Löber. Für das kommende Jahr könne man das nicht verlässlich sagen.

Grund für den Preisverfall ist vor allem die große Menge, die aktuell auf dem Markt verfügbar ist. „Der Absatz ist ohnehin schon schwach und es kommen noch Mengen hinzu“, sagt er. So seien allein durch den Sturm Friederike Anfang des Jahres hessenweit rund 1,2 Millionen Festmeter Fichten gefallen, beziffert der Forstwirt. Dazu komme der Umstand, dass sich durch die warmen Temperaturen auch der Borkenkäfer sehr wohl fühle, was weitere Holzeinschläge nötig mache. Die Folge: Die Ergebnisse beim Holzabsatz fallen. Ein Vorteil bei der Vermarktung des Holzes, so hoffen die Experten, könnte Obertshausens Baumbestand bieten, der überwiegend aus Kiefern und Buchen bestehe. Bei diesen Holzsorten hoffe man auf eine bessere Nachfrage, erläutert Löber.

Unabhängig seien die Preise derweil von der Tatsache, ob es sich bei dem Holz um solches mit FSC-Zertifizierung, handele, oder nicht. „Es gab eigentlich noch nie mehr Geld für FSC-Holz“, erläutert Löber und will damit mit einem verbreiteten Irrtum aufräumen. Dennoch sei es kein Problem, falls von der Stadt gewünscht, eine solche Zertifizierung zu beantragen. So erfülle Hessen Forst bei der Bewirtschaftung des Obertshausener Waldes auch ohne Zertifizierung bereits die dafür notwendigen Kriterien in Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Vorteile bringe das Zertifikat, das eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft bescheinigt, lediglich dann, wenn die Bewirtschaftung in Frage gestellt werde.

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