Turnier der Tagesstätten in Obertshausen

Höhepunkt für ein Jahr Training

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Auch Bürgermeister Roger Winter (Zweiter von rechts) verfolgte den Turnierauftakt und feuerte das Gastgeber-Team von der Stiftung Lebensräume kräftig an.

Obertshausen - Seit vielen Jahren findet das alljährliche „Hessische Tagesstätten-Turnier“ regelmäßig statt. Auch in diesem Jahr sind dazu rund 80 Spieler mit ihren Teams nach Obertshausen gekommen. Von Thomas Holzamer 

Steil schraubt sich das runde Leder in den sonnigen Himmel über dem Rasenplatz des Sportzentrums an der Badstraße, beschreibt einen perfekten Bogen und landet schließlich in der linken oberen Ecke des Tornetzes. Nichts zu machen für den Torwart der Gäste aus dem Lahn-Dill-Kreis und Jubel beim Team der Stiftung Lebensräume. Für die Gastgeber ist das nach einem etwas holprigen Start in dieses erste Spiel des „Hessischen Tagesstätten-Turniers“ der Ausgleich zum 1:1.

Das freut Spieler, Fans und auch Johanna Sennert, Leiterin der Obertshausener Tagesstätte der Stiftung und Mitorganisatorin des diesjährigen Turniers. „Dafür trainieren wir das gesamte Jahr lang“, erläutert sie. Wir, das bedeutet in diesem Fall die gemeinsame Fußball-AG der vier Lebensräume-Einrichtungen aus Obertshausen, Offenbach, Langen und Seligenstadt. Jeden Montag treffen sie sich mittags zum Training auf dem Gelände der Asklepiosklinik in Langen, üben Pässe, Flanken und den sicheren Schuss aufs Tor.

Mitmachen darf dabei jeder, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sportlicher Fitness, betont Simone Blumör, Leiterin der Einrichtung in Seligenstadt. Die 2010 gegründete Stiftung Lebensräume kümmert sich mit ihren Einrichtungen um psychisch kranke Menschen und bietet unter anderem betreutes Wohnen an, unterstützt bei der beruflichen Integration sowie der Gesundheitsversorgung. „Wir sind kein Sportverein, bei dem es um Leistung und den sportlichen Erfolg geht“, beschreibt sie.

Nichtsdestotrotz ist das Training, das im Winter oder an schlechten Tagen in der Halle stattfindet stets gut besucht. Mit dabei ist auch Joachim. Vor rund acht Jahren war er zur Behandlung in der Klinik und lernte dort das Angebot kennen. Auch wenn sein Aufenthalt in der Klinik nur wenige Wochen dauerte, ist er „seiner“ Mannschaft treu geblieben. Seit acht Jahren kommt der begeisterte Hobbyfußballer regelmäßig zum Training. „Ich habe schon in meiner Jugend gerne gekickt und kann so regelmäßig spielen, ohne mich gleich an einen Verein binden zu müssen“, sagt er.

Inzwischen haben sich die Obertshausener gefangen und werden von Minute zu Minute stärker. So steht es jetzt nachdem dreiviertel der zwölfminütigen Spielzeit rum sind bereits 3:1 für das Team der Lebensräume.

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Das Turnier gegen die Mannschaften anderer Tagesstätten und Träger aus ganz Hessen ist bereits gute Tradition. Rund 80 Spieler und viele Fans sind dazu angereist. In diesem Jahr hat die Stadt Obertshausen den Organisatoren dafür den großen Rasenplatz im Sportzentrum an der Badstraße zur Verfügung gestellt. „Das ist so ein toller Platz“, freut sich Johanna Sennert über die Unterstützung. Beim vergangenen Mal als Veranstalter mussten sich die Obertshausener noch einen Platz im benachbarten Heusenstamm mieten – viel Geld für die Aktiven der gemeinnützigen Stiftung. Neben den von der EVO gesponserten Mannschaftstrikots gab’s für die Spieler auch einen Satz T-Shirts mit dem Wappen der Stadt. Die überbrachte Bürgermeister Roger Winter, der gemeinsam mit Seligenstadts Erster Stadträtin Claudia Bischerl persönlich zur Eröffnung des Turniers gekommen war.

Die Gastgeber sind derweil nicht mehr zu halten, wieder und wieder ist der Sturm auf den Kasten des Lahn-Dill-Teams erfolgreich. So endet das Eröffnungsspiel 6:1 für die Mannschaft der Stiftung Lebensräume. Am Ende reicht es jedoch nicht ganz. Bei gleicher Punktzahl entscheidet das Torverhältnis das Turnier und das Team aus Marburg verweist die Gastgeber auf Platz zwei.

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